Feste und Bräuche

Münchner Oktoberfest

Frische gebackene Brezeln mit grobem Salz (c) picture alliance/chromorangeFrische gebackene Brezeln mit grobem Salz (c) picture alliance/chromorangeDie Münchner nennen das wohl bekannteste Volksfest der Welt einfach d' Wies'n. Der Grund dafür ist der Ort, die Theresienwiese, auf dem das Oktoberfest jährlich stattfindet. Die Theresienwiese selbst wurde nach Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen benannt, der Braut des Kronprinzen Ludwig, und späteren König Ludwig I.

Anlässlich der Vermählung seines Sohnes mit Prinzessin Therese am 12.Oktober 1810, ließ König Maximilian ein Pferderennen veranstalten. Pferderennen hatten in Bayern einen traditionell hohen Vergnügungswert und ein solches mit der Hochzeit seines Sohnes zu verbinden schien dem König eine gute Idee. Fünf Tage nach der Hochzeit fand das Rennen (damals) auf einem Feld außerhalb Münchens im Beisein der königlichen Familie statt. Heute ist das "Feld", die Theresienwiese, eine riesige Asphaltfläche mitten in der Sadt. 1811 wurde das Pferderennen mit einer landwirtschatlichen Austellung verbunden und ab 1818 sah man einen stetigen Zuwachs an Schaustellerbuden und Bierzelten. Die Heirat des Kronprinzenpaares haben die Münchner seitdem zum fast jährlichen Anlass gemacht, ab Ende September ausgiebig für zwei Wochen zu feiern. Nur während der Inflationsjahre in den 1920ern und in den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs fand das Oktoberfest nicht statt.

Oktoberfest 2014 - Kehraus im Hofbräuzelt (c) dpa

Heute drängen sich neben riesigen Bierzelten einzelner Brauereien, unzähligen Würstchenbuden und Schaustellern bis zu sieben Millionen Besucher aus aller Welt durch das Oktoberfest.

Traditionell beginnt die Wies'n mit dem Einzug der Festwirte. Den Festwirten gehören die Bierzelte, folglich sind sie die wichtigsten Personen des Fests. Mit prächtigen Pferdegespannen und Musikkapellen ziehen sie am Eröffnungssamstag durch die Stadt zur Teresienwiese. Dort angekommen sticht der Oberbürgermeister unter Kanonenschüssen das erste Fass Wiesenbier an. Erst wenn es um 12 Uhr heißt: "Ozapft is!" ist das Oktoberfest offiziell eröffnet. In den zwei folgenden Festwochen fließen insgesamt etwa fünf bis sechs Millionen Bier und die "Maß" wird sprichwörtlich zum Maß aller Dinge.

bavarian white sausages (c) picture alliance/chromorangeTypische Wiesnspezialitäten sind, nebst Lebkuchenherzen und gebrannten Mandeln, das Wiesnhendl (Brathähnchen), Steckerlfisch, Ochsenbraten, Schweinshaxen und nicht zu vergessen die obligatorische Brez'n. Viele Münchner nehmen während der Wiesnzeit ihr Sonntagsessen traditionell in einem der Bierzelte, oder Biergärten zu sich. Auf dem Nachhauseweg schlendern sie noch gemütlich über die Wies'n.

Viele Einheimische nehmen das Oktoberfest zum Anlass sich wieder einmal in der bayerischen Landestracht, der Lederhose oder dem Dirndl sehen zu lassen. Hierbei sind der modischen Phantasie zwar nur wenige Grenzen gesetzt, aber die grundsätzliche Ausstattung sieht ungefähr folgendermaßen aus: Männer tragen knielange Lederhosen, ein weißes Leinenhemd, eine Filz-, oder Wolljacke und kniehohe Wollstrümpfe. Der Filzhut mit Gamsbart machen die traditionelle bayrische Tracht komplett.

Die Frauen kleiden sich im festlichen Dirndl. Dieses besteht meistens aus einer weiße Bluse, blumigem Überrock und Schürze. Hierbei wird jedoch viel mehr modischer Spielraum geboten, als bei der Männertracht.

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