Feste und Bräuche

Walpurgisnacht

Original Harzer Brockenhexen (c) dpaOriginal Harzer Brockenhexen (c) dpa
Die Walpurgisnacht, die am 30. April jeden Jahres gefeiert wird, war ursprünglich ein heidnisches Frühlingsfest. Wotan und Freya sollen in dieser Nacht Lenz gezeugt haben. Es war ein Opferfest, in dessen Mittelpunkt der Trank der Minne oder Liebestrank, sowie eine grüne Maibowle stand. Dieses Fest fand traditionell auf dem Brocken statt, welches der höchste Berg in Norddeutschland ist.

Walpurgisfest im Harz (c) dpaIm Mittelalter wurde diese Nacht jedoch, dank der Inquisition, zum Hexensabbat erklärt. Die Hexen so erzählte man sich, rieben sich in dieser Nacht mit einer besonderen Salbe ein, die es ihnen ermöglichte zu fliegen. Dies taten sie dann auch, schwangen sich auf ihren Besen und trafen ihre Hexenfreundinnen auf dem Brocken. Die Bauern versuchten sich zu schützen, indem sie ihre Besen, Böcke und Ziegen im Stall versteckten (auch auf denen ritten die Hexen manchmal zum Brocken). Drei Kreuze über ihrer Haus- und Stalltür sollten den Hexen den Zutritt verwehren. Um schlafende Kinder vor dem Zugriff der Hexen zu bewahren, kreuzte man Socken über ihren Betten. In der Stadt versuchte man soviel Lärm wie möglich zu machen um die Hexen zu vertreiben. Den Hexen wurde nachgesagt, dass sie, flogen sie nachts und auf dem Weg zu ihrem jährlichen Treffen auf dem Brocken über die Städte, von jeder Kirchenglocke an der sie vorbeiflogen ein Stück abbissen.

Der Brocken gilt als sagenumwobene Stätte, unzählig sind die Berichte darüber, was mit Menschen passierte, die zufällig auf dem Berg weilten während sich die Hexen dort trafen.

Walpurgisfest im Harz (c) dpa

Den Namen erhielt diese Nacht wohl auch um die Zeit der Inquisition. Walburga, geboren am 30. April, war eine nette, sanfte Äbtissin, die 788 in Eichstätt starb. Nach der Christianisierung waren viele Menschen nicht bereit von ihren alten Göttern Abstand zu nehmen und verkleideten sich als Teufel und Hexen um die Christen zu erschrecken. Die Kirche wollte daher eine sanfte Person als Gegenpol einführen, ihre Anhänger somit beschützen und beruhigen. Walburga ist die Beschützerin vor Zauberkünsten und Magie.

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai trägt auch den Namen "Freinacht". Es ist nicht selten, dass in dieser Nacht Autos in Toilettenpapier eingewickelt und sonstige Streiche gespielt werden. All dies ist nicht nur um den Winter zu vertreiben und sich vor Hexen zu schützen. Es ist auch ein beliebter Zeitpunkt für werdende Soldaten, die noch einmal ihre Späßchen treiben wollen - vor dem Musterungstermin am 1. Mai.

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