Deutsche Städte und Regionen

Trier – Die älteste Stadt Deutschlands

Porta Nigra, Trier, Copyright: Christian MillenTrier hat seine eigenen Maßstäbe, und an die reicht keine andere Stadt Deutschlands heran.

Keine U-Bahn, kein Flughafen, und der Fußball-Club Eintracht Trier spielt auch nur in der zweiten Bundesliga – von Trier als einer Metropole im herkömmlichen Sinne kann somit nicht die Rede sein. Es fehlen ja auch ungefähr 200 Einwohner, um die magischen 100.000 zu erreichen, die es erlauben würden, den offiziellen Titel „Großstadt“ zu tragen. Aber warum sollte sich die älteste Stadt Deutschlands an Kriterien messen lassen, die auf jede x-beliebige Stadt zutreffen?

Romantische Lage

In einer Talweitung der Mosel gelegen, umgeben von den lieblichen Weinhängen des Hunsr??cks im Osten und im Westen überragt von den trotzigen roten Sandsteinfelsen der Eifelberge, entlockte die romantisch-wilde Lage von Trier schon dem römischen Dichter Ausonius Töne des höchsten Lobes. Augusta Treverorum – Kaiserstadt der Treverer – hieß die Stadt damals, benannt zu Ehren des Kaisers Augustus, der 16 v. Chr. der kleinen, keltischen Treverersiedlung das römische Stadtrecht verlieh. Augusta Treverorum entwickelte sich in den ersten drei Jahrhunderten wahrlich kaiserlich und wurde zur wichtigsten Stadt der Provinz Gallien, um gegen Ende des 3. Jahrhunderts gar zur Residenz des römischen Kaisers auserkoren zu werden: Konstantin der Große (ca. 280-337) hat hier sechs Jahre verbracht.

Das Rom des Nordens

Steinerne Zeugen dieser großen römischen Vergangenheit finden sich heute noch überall in Trier. Keine andere Stadt in Deutschland hat so viele Monumente aus der Zeit der Römer vorzuweisen. Die meisten von ihnen hat die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Dazu zählen etwa das aus dem 1. Jahrhundert nach Christus stammende Amphitheater, in dem einstmals 25.000 Menschen Platz hatten, und die Kaiserthermen, die zu ihrer Zeit zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches gehörten und in deren „caldarium“, dem Warmbadesaal, noch heute Theateraufführungen vor 650 Zuschauern stattfinden. Und natürlich zählt die Porta Nigra dazu, das imposante schwarze Tor, das im 2. Jahrhundert den nördlichen Eingang in die von einer sechs Meter hohen Mauer umwehrte Stadt bildet und heute als Wahrzeichen von Trier bekannt ist.

Zentrum des Christentums

Kaiser Konstantin, den die Trierer – neben Karl Marx, am 5. Mai 1818 in der Brückenstraße 10 geboren – zu ihren berühmtesten Einwohnern zählen, förderte die Ausbreitung des Christentums, wovon auch die Trierer Gemeinden profitierten. Auf dem Gelände des ehemaligen Kaiserpalastes entstand der Trierer Dom, der seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts Sitz des Erzbischofs ist.

Der Trierer Dom gilt mit seinen rund 1.700 Jahren aber nicht nur als das älteste christliche Zeugnis nördlich der Alpen; in ihm wird auch eine der kostbarsten Reliquien des Christentums aufbewahrt: der „Heilige Rock“, die Tunika Christi, die – so will es die Überlieferung – von der heiligen Helena, der Mutter des Kaisers Konstantin, um 327 nach Trier gebracht worden ist. Der Heilige Rock ist auch heute noch ein traditionelles Pilgerziel. Vor allem während der alljährlich stattfindenden „Heilig-Rock-Tage“ zieht es Zehntausende Gläubige nach Trier.

Hauptstadt des Weines

Doch Trier ist nicht nur die alte Römerstadt und ein bedeutendes Zentrum des Christentums, sondern auch die Stadt des Weines. Denn das milde Klima und die sanften, der Sonne zugewandten Hügel sind nicht nur für Ausflügler und Wanderer ein beliebtes Ziel; sie sind auch für den Weinanbau wie geschaffen. Die Bezeichnung Mosel-Saar-Ruwer – jene drei Flüsse, die sich bei Trier vereinigen – steht für eines der besten Weinanbaugebiete Deutschlands, in dem vorwiegend die Riesling-Traube kultiviert wird. Trierer Lagen wie der Deutschherrenberg, der Domherrenberg, der Karthäuserhofberg oder der St. Maximiner Kreuzberg sind nicht nur ausgewiesenen Weinkennern ein Begriff.

Jährlich kommen um die drei Millionen Besucher nach Trier, um die Kulturgüter der Stadt zu bewundern, um an ihren geistigen Stätten innere Kraft zu schöpfen oder um ein Gläschen des hiesigen Weines zu genießen. Dass sie nicht mit dem Flugzeug anreisen können, dürfte die wenigsten von ihnen stören.

Antonia Loick, Cleeves Communication UnitZwei
Antonia Loick arbeitet als Redakteurin und Publizistin in Köln
Copyright: Goethe-Institut, Online-Redaktion

online-redaktion@goethe.de
Oktober 2005

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