Essen

Deutsche Küche und Spezialitäten

Allgemein kann man sagen, dass die deutsche Küche stark von der mitteleuropäischen Kochtradition geprägt wurde, wie man unter anderem an der Verwendung eingelegter Spezialitäten wie Sauerkraut, Gewürzgurken, usw. und den vielen gehaltvollen Backwaren sehen kann. Auch die vielen Gastarbeiter aus der Europäischen Union, insbesondere aus den Mittelmeerländern, haben die deutschen Ess- und Kochgewohnheiten wesentlich beeinflusst. Trotzdem haben die verschiedenen Regionen des Landes ihre eigenen charakteristischen Essgewohnheiten und Kochtraditionen bewahrt.

In Norddeutschland ist die Küche schwerer als in anderen Regionen und wird von Fleisch, Kartoffeln und verschiedenen Wurzelgemüsearten bestimmt. Viele der typisch norddeutschen Gerichte wurden von der skandinavischen, polnischen oder russischen Küche beeinflusst. An den Küsten der Nord- und Ostsee gibt es viele Fischspezialitäten. Westfalen ist besonders für seine Aufschnitt- und Wurstsorten bekannt. Diese werden oft mit Pumpernickel serviert, das aus dieser Gegend stammt.

In Süddeutschland spielen Kartoffeln nicht so eine bedeutende Rolle. Statt dessen gibt es mehr Getreideprodukte. Spätzle, eine besondere Nudelart, sind ein typisches Gericht in Schwaben. Das gute Klima und die fruchtbaren Böden haben dazu geführt, dass die bayrische Küche wesentlich reichhaltiger und gehaltvoller ist als die westfälische. Während man in Bayern täglich Fleischgerichte aß, waren diese in Westfalen etwas Besonderes und kamen oft nur sonntags auf den Tisch. Die gewaltigen Kalbshaxen, die in Bayern serviert werden, sind fast ein Nationalsymbol. Milch und Milchprodukte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in Süddeutschland, und im Alpenvorland werden viele köstliche Käsesorten produziert.

Die regionale Küche in den südwestlichen Bundesländern Saarland und Baden-Württemberg weist viele Elemente der französischen Cuisine auf. Man sagt, dass hier die besten Restaurants Deutschland zu finden sind. Zu den Delikatessen dieser Region gehören Schwarzwälder Schinken sowie Hechtpastete.

Brot

Backwaren bilden einen wesentlichen Bestandteil der deutschen Küche, wie man schon an den vielen verschiedenen Brotsorten sehen kann. Es werden mehr als 200 Sorten angeboten, und die Palette reicht vom feinen Weißbrot bis zum dunklen Vollkornbrot. Während Brot in Irland weitgehend aus Weizenmehl hergestellt wird, wird deutsches Brot vorwiegend aus Roggenmehl gebacken. Das Roggenkorn hat eine harte Hülse, und daher wird das Korn vor dem Mahlen eingeweicht. Dadurch erhält das Brot seinen saftigen, kräftigen Geschmack. Im Gegensatz zu Irland wird Brot in Deutschland nicht mit Natron gebacken und hat daher einen ganz anderen Geschmack und eine andere Konsistenz.

Die wohl bekannteste deutsche Brotspezialität ist die Brezel. Die Brezel kommt ursprünglich aus Bayern und wird als kleine Zwischenmahlzeit gegessen. Die normalen Backwaren lassen sich aber kaum mit den Broten und Kuchen vergleichen, die bei besonderen Anlässen und Festen angeboten werden. Bäcker und Konditoren formen den Teig dann in komplizierte Figuren und Muster, die oft eine symbolische Bedeutung haben. Diese sogenannten Gebildebrote gibt es in der Form von Pferden, Vögeln, Wild, Fischen, Schlangen, Blumen, Ähren, Kränzen und Sternen.


Wurst

Wurst und Aufschnitt sind besonders typisch für das deutsche Essen. Es gibt über 1500 verschiedene Sorten. Man unterscheidet entsprechend ihrer Herstellungsweise drei Grundarten:

Brühwurst: diese werden aus fein gehacktem Fleisch, zu dem Schinken oder Schinkenfett und Gewürze hinzugefügt werden, hergestellt. Anschließend werden sie geräuchert und dann bei hoher Temperatur gebrüht, um den Geschmack zu erhalten.

Kochwurst: hierzu zählen Würste, die aus frischer Leber oder Zunge hergestellt werden. Die bekanntesten Arten sind Leberwurst, Zungenwurst und Blutwurst.

Rohwurst: sie werden aus frischem, mageren Schweinefleisch, Schinken oder Rindfleisch hergestellt. Anschließend werden sie geräuchert und luftgetrocknet, wodurch sie eine lange Lebensdauer erhalten. Jede Region in Deutschland hat ihre eigenen besonderen Zutaten und Gewürze.


Eintopf

Ein sehr beliebtes Gericht ist der Eintopf. Um einen Eintopf zu kochen, wird Schinken oder anderes Fleisch zusammen mit Gemüse, Kartoffeln oder Reis langsam auf niedriger Flamme gekocht. Eintopf-Gerichte machen sehr satt und schmecken - wenn sie hausgemacht sind - sehr lecker. Sie stammen aus der Zeit, in der Geld knapp war und eine Familie viele Münder zu stopfen hatte. Früher kochten Hausfrauen gerne dann ein Eintopf-Gericht, wenn sie wenig Zeit zum Kochen hatten, zum Beispiel, am Waschtag oder in der Erntezeit.


Getränke

Allgemein trinkt man in Deutschland Kaffee, aber im Norden, in Hamburg und Ostfriesland, traditionsgemäß eher Tee. Bier ist das deutsche Nationalgetränk. Es gibt etwa 1800 Brauereien in Deutschland, in denen angeblich mehr als 5000 Biersorten gebraut werden. Die Menschen, die an der Mosel oder in anderen Weinanbaugebieten wohnen, trinken in der Regel lieber Wein. Deutschland ist das am nördlichsten gelegene Land, in dem Wein angebaut wird. Trotz seiner geographischen Lage hat es jedoch günstige Boden- und Klimabedingungen, welche die milden und eleganten Weine entlang des Rheins und der Mosel produzieren.

Schnaps ist ein Sammelwort, das die farblosen Spirituosen beschreibt, die aus Getreide (Roggen, Weizen, Gerste) hergestellt werden. Schnaps wird in der Regel pur und eisgekühlt zusammen mit Bier getrunken. Deutschland ist auch berühmt für seine Obstbranntweine, die aus Früchten wie Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsichen und Johannisbeeren hergestellt werden. Der bekannteste Obstbranntwein ist Kirschwasser.


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