Im Gegensatz zu den USA hat sich Deutschland in der Vergangenheit nie als Einwanderungsland verstanden. Angesichts der steigenden Migrantenzahlen wurde jedoch deutlich, dass einige Änderungen vorgenommen werden müssen. So zeigte sich, zum Beispiel, dass das deutsche Staatsbürgerrecht zu inflexibel war, um den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Die hitzigen Debatten um die doppelte Staatsbürgerschaft wie auch die Möglichkeit der optionalen Staatsbürgerschaft zeigen, dass die öffentliche Meinung sich langsam ändert.
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Der Anstieg von rechtsextremistischen Gruppierungen und Gewalt gegen Ausländer hat die Notwendigkeit einer Bewußtseinsänderung in der deutschen Gesellschaft gezeigt. Deutschland ist inzwischen ein multikulturelles Land, in dem Menschen verschiedenster Herkunft zusammen leben. Obwohl viele Migranten unter schwierigen sozialen Verhältnissen leben, gibt es inzwischen auch viele, die sehr erfolgreich sind. So führt der frühere Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir an, dass es in Deutschland über 40.000 türkische Firmen gibt, die Hunderttausende von Menschen beschäftigen und dass 13 000 türkische Studenten an deutschen Universitäten studieren. Autoren wie Rafik Schamir, Emine Sevgi Özdamar, Jusuf Naoum, Franco Biondi, Gino Chiellino, usw. sind zum Teil auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Andere wie Fatih Akin und Renan Demirkan haben sich in der Filmindustrie, im Fernsehen, als Musiker oder Künstler einen Namen gemacht.
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Diese Erfolge sollen nicht darüber hinweg täuschen, dass es für viele Migranten schwierig ist, in der deutschen Gesellschaft ihren Platz zu finden. Die Beispiele zeigen jedoch, dass es möglich ist. Die wichtigste Aufgabe ist, die soziale Benachteiligung und Abgrenzung zu verhindern bzw. zu überwinden. So ist die Arbeistlosigkeitsrate bei Ausländern unverhältnismäßig hoch, was zeigt, dass sie besonderer Unterstützung in der Schule (beispielsweise bei Sprachproblemen) und in der Ausbildung bedürfen. Darüberhinaus bedarf es auf lange Sicht einer rechtlichen Gleichstellung, damit eine wirkliche Integration in die deutsche Gesellschaft erfolgen kann. Der wichtigste und vielleicht schwerste Schritt ist jedoch, dass die breite Öffentlichkeit Integration nicht länger mit Assimilation gleichsetzt.