Deutsche Sprache

Sprachgeschichte

click for larger picture Die Anfänge

Deutsch gehört zur Familie der indoeuropäischen Sprachen. Hierzu zählen unter anderem auch die keltischen und slawischen Sprachen. Sie alle haben eine gemeinsame Grundlage. Gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. entstand eine relativ einheitliche Kultur im Bereich vom heutigen Südskandinavien bis Norddeutschland. Die Sprache dieser Gemeinschaft war Germanisch. Durch die Völkerwanderung zerfiel das Germanische in Einzelsprachen. Diese werden in den westgermanischen, nordgermanischen und ostgermanischen Zweig unterteilt. Das heutige Hochdeutsch ist aus den westgermanischen Dialekten entstanden.

Zur Familie der germanischen Sprachen zählt man heute: Deutsch, Isländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Niederländisch und Englisch (Tochtersprachen: Afrikaans, Friesisch, Jiddisch)

Die Epochen der deutschen Sprachgeschichte

Die Entwicklung der deutschen Sprache wird in vier Epochen dargestellt:

Althochdeutsch, etwa 750 bis 1050
Mittelhochdeutsch, etwa 1050 bis 1350
Frühneuhochdeutsch,1350 bis 1650
Neuhochdeutsch, etwa ab 1650


Althochdeutsch

Mit Althochdeutsch bezeichnet man die älteste schriftlich überlieferte Form der deutschen Sprache. Althochdeutsch ist keine einheitliche Sprache, sondern fasst urfränkische, alemannische und bairische Schriften des 8.-11. Jahrhunderts zusammen. Im heutigen deutschen Sprachraum gab es im frühen Mittelalter nur die Sprachen der einzelnen Stämme. Ab etwa 800 nach Chr. entwickelte sich eine eigenständige religiöse Literatur. Neben dieser entstanden auch Dichtungen wie das germanische Heldenlied Hildebrandslied und andere Schriften. Deutschland als solches existierte noch nicht, stattdessen gab es viele verschiedene Fürstentümer, in denen regionale Varietäten gesprochen wurden. Die Entwicklung einer einheitlichen Sprache wurde durch das Fehlen eines einheitlichen Staates behindert. Vor dem 10. Jahrhundert lebten die verschiedenen germanischen Stämme der Friesen, Alemannen, Bajuwaren, Franken und Sachsen ungeeint nebeneinander.

Mittelhochdeutsch

Das Schreibsystem, das ab Mitte des 11. Jahrhunderts verwendet wurde, wird Mittelhochdeutsch genannt. In den Städten entstand mit den Kaufleuten ein frühes Bürgertum. Das Anwachsen des Handels machte eine überregionale Schriftsprache notwendig: städtische Kanzleien und Schulen entstanden. Durch die Kreuzzüge (ab 1096) kam es zu Begegnungen mit fremden Kulturen und Sprachen. Adelige und Ritter wurden sich ihrer nationalen Identität bewusst. Dazu gehörte auch eine höfische Dichtung in der Muttersprache. Die überlieferten Texte stammen häufig aus der Dichtersprache und der Heldendichtung (z.B. das Nibelungenlied, um 1200). Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts enstanden viele Texte der höfischen Ritterliteratur. Für die deutsche Sprache wirkten diese Texte vereinheitlichend, denn Dichter und Minnesänger wie Hartmann von der Aue (um 1165-1215), Walther von der Vogelweide (ca.1170-1230) oder Wolfram von Eschenbach (um 1170-1220) mussten ihre Werke in allen Regionen verständlich vortragen können.

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Links zum Thema

Mehrsprachigkeit – Sprachen ohne Grenzen

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Welche Wirkung hat Mehrsprachigkeit auf das politische, soziale, geistige und kulturelle Leben? Welchen Wert für Wirtschaft und Wissenschaft?