Siebzig Prozent der Studentinnen und Studenten, die eine weiterführende Schule besucht haben, machen anschließend in einer Firma, einem Betrieb oder in der Industrie eine Lehre. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird die Ausbildung jedoch nicht nur dem Arbeitgeber überlassen. Neben der Ausbildung, die die jungen Leute im Betrieb erhalten, nehmen sie am Unterricht in einer Berufsschule teil. In der Berufsschule werden sie in Fächern unterrichtet, die sie für ihren späteren Beruf brauchen. Das sogenannte duale System (praktische und theoretische Ausbildung) hat den Vorteil, dass es den Berufsanfängern sowohl das nötige Basiswissen als auch die Spezialkenntnisse vermittelt, die sie später für Facharbeit brauchen. Das duale Bildungssystem geht auf die Gilden und deren Regelungen zur Ausbildung junger Handwerker zurück.

Die Gilden gibt es seit dem Mittelalter. Sie waren Vereinigungen von Handwerkern, die sich gegenseitig schützen und ihre Interessen sichern wollten. Das duale System hat sich sehr bewährt, da fast alle Berufe heute sowohl praktische Fertigkeiten als auch theoretische Fachkenntnisse erfordern.