Autoindustrie

Trabant und Wartburg

In der Stadt Eisenach begann die Autoproduktion schon 1898. Vor dem 2.Weltkrieg gehörte die Fabrik BMW. Nach dem Krieg wurde das Werk von der Regierung der DDR verstaatlicht und die Produktion von der ehemaligen Sowjetunion reglementiert. Die Produktion von Wartburg Autos begann in den 50er Jahren. Ende der 50er wurden einige Wartburgs auch nach Irland ausgeführt. Später wurden Wartburg Autos in größerer Anzahl nach Großbritannien, Südamerika, den USA, Südafrika und China exportiert.

Trabanten wurden in der Fabrik am Sachsenring in Zwickau hergestellt. Die Fabrik hatte ursprünglich August Horch gehört, der für seine Wagen die latinisierte Version seines Namens benutzte (Audi). Horch (1868-1951) hatte für Carl Benz gearbeitet, bevor er 1899 in Köln seine eigene Firma gründete. Da die Nachfrage nach Autos stetig stieg, eröffnete er bald eine weitere Fabrik in Zwickau. In diesem Werk wurden Limousinen, LKWs und Feuerwehrautos hergestellt. Ab 1910 begann die Produktion der Audis. Horch war der erste deutsche Autohersteller, der ein Fahrzeug mit einem Viertakter baute, und er führte außerdem 1923 die Linkssteuerung ein.

Nach dem Krieg durften in der Fabrik vier Jahre lang nur Reparaturen durchgeführt werden und die Produktion stand still. Der starke Rohstoffmangel in der DDR führte dazu, dass die Karosserie des Trabanten aus Kunststoff hergestellt wurde. Das Trabant Modell 601 war ein Zweitakter, relativ laut, nicht gerade umweltfreundlich, und die Federung besaß deutliche Verbesserungsmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz war die Nachfrage nach Trabanten groß, und es wurden mehr als 3 Millionen dieser Autos in den Jahren 1957 bis 1990 produziert. Im Gegensatz zu westdeutschen Autos wurde das "Trabi" Modell in all den Jahren kaum modernisiert. Die staatlich gelenkte Produktion hatte weitere Auswirkungen, wie die lange Wartezeit (bis zu 15 Jahren) bevor man einen Trabant bekam. Die langen Schlangen von Trabis, die 1989 an der ungarischen, tschechischen und schließlich der innerdeutschen Grenze standen, machten aus dem Trabi ein Symbol des Freiheitsdrangs der Ostdeutschen. Gleichzeitig verkörperte er auch die negativen Aspekte der Planwirtschaft und zeigte, wie sehr Ostdeutschland dem technischen Fortschritt des Westens hinterhinkte. Nach dem Fall der Mauer war deutlich, dass die ostdeutschen nicht mit den westdeutschen Automodellen konkurrieren konnten, und ostdeutsche Werke wurden von westdeutschen Herstellern übernommen. Obwohl die Trabanten schon seit zehn Jahren nicht mehr produziert werden, sind noch ca. 100 000 auf den Straßen. Die alte Horch-Fabrik wurde inzwischen in ein Museum umgewandelt, in dem sowohl Modelle der alten Horch-Limousinen und Audis als auch Trabanten ausgestellt sind.

HANOMAG

1835 gründete Georg Egestorff in Hanover eine Maschinenfabrik und Glockengießerei. Ein Jahr später begann die Firma Dampf- und Werkmaschinen herzustellen. Ab 1924 stellte die Firma Personen- und Nutzfahrzeuge her. 1989 kaufte eine japanische Firma 80% der Aktien. Die Firma wurde in Komatsu Hanomag AG umbenannt und spezialisiert sich heute auf Nutzfahrzeuge wie Radlader.

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