Erfinder

Einführung

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Wenige Erfindungen haben eine solche Auswirkung auf das alltägliche Leben gehabt wie die Erfindung des Autos. Heute ist das Auto das meist benutzte Transportmittel, und es fällt nicht leicht sich in eine Zeit zu versetzen, in der man sich am schnellsten zu Pferd oder in einer Kutsche fortbewegen konnte. Seit Mitte des 19. Jahrhundert träumte man von einem Fahrzeug, das sich aus eigener Kraft bewegen konnte. Daher der Name Automobil (aus dem Griechischen auto=selbst, mobilis=beweglich). Französische, englische und deutsche Erfinder arbeiteten an einem Motor, der stark genug sein würde, ein Fahrzeug anzutreiben. Besonders deutsche Erfinder spielten eine wichtige Rolle beim Bau der ersten Autos, was sich nachhaltig auf die deutsche Industrie ausgewirkt hat. Noch heute ist die Autoindustrie die wichtigste Branche der deutschen Wirtschaft und deutsche Autos werden weltweit exportiert.
Carl Benz und Gottlieb Daimler
Als Carl Benz (1844-1929) geboren wurde, hatte das Zeitalter der Eisenbahn gerade begonnen. Das Reisen wurde schneller und einfacher, wenn auch abhängig von Eisenbahnnetz und Zugfahrplan. Der nächste Schritt sollte das Automobil sein, das individuelles Reisen ermöglichen würde. Der erste Gasmotor war von Etienne Lenoir in Paris gebaut worden. Der Motor war zwar nicht sehr stark, dafür aber leise, zuverlässig und viel kleiner und sauberer als ein dampfbetriebener Motor. Dampfmaschinen waren schon als Antrieb für Kutschen benutzt worden, aber aufgrund ihres Kohlen- und Wasserbedarfs und ihrer Tendenz zu explodieren für den Straßenverkehr nicht geeignet.
Carl Benz, der technisch sehr versiert war und großes Interesse an Dampfmaschinen und Gasmotoren hatte, setzte es sich in den Kopf, ein motorisiertes Fahrzeug zu bauen. Dabei orientierte er sich an Lenoirs Motor mit Verbrennungskammer, versuchte jedoch einen stärkeren Motor zu bauen. Dass Lenoirs Motor nicht stark genug war, um ein Fahrzeug anzutreiben, wußte er von dessen Testfahrt, die bei einer Strecke von 9 km 3 Stunden gedauert hatte. Benz brauchte zwei Jahre, um einen stärkeren Motor zu bauen. Andere Erfinder versuchten ebenfalls Lenoirs Modell zu verbessern. So baute der Österreicher Julian Hock in der gleichen Zeit einen Zweitakter, der mit Benzin lief. Sieben Jahre später patentierte Nikolaus Otto seinen Viertaktmotor. Nachdem die Finanzierung gesichert war, versuchte Benz daraufhin, seinen eigenen Viertaktmotor zu bauen.
Benz' Idee war im Grunde nicht neu, und schon andere Erfinder hatten Benzinmotoren in hölzerne Wagen eingebaut. Diese waren aber nicht für diesen Zweck konstruiert worden, sondern waren die gleichen, die sonst von Pferden gezogen wurden. Benz verstand jedoch, dass ein motorbetriebenes Fahrzeug sich grundsätzlich von einer Kutsche unterscheiden musste. Da ein dreirädriges Fahrzeug leichter zu steuern ist als eines mit zwei Vorderrädern, baute er zuerst ein dreirädiges Fahrzeug. Ein weiteres Problem war das Getriebe. Damit das Fahrzeug auch gut in der Kurve fährt, war es notwendig, dass sich die Räder mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen konnten. Glücklicherweise konnte Benz auf das von James Starley erfundene Differentialgetriebe zurückgreifen. Obwohl Benz erstes motorisiertes Fahrzeug eine große technische Leistung war, konnte er selbst seine Geschäftspartner nicht überzeugen, dass er damit etwas Nützliches geschaffen hatte. Es schien ihnen unwahrscheinlich, dass jemand ein Fahrzeug haben wolle, das nicht schneller als ein Pferd und reparaturanfällig war und außerdem ständig Treibstoff brauchte. 1890 wechselte Benz seine Geschäftspartner und langsam begann sich der Erfolg einzustellen. Benz' Autos wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Belgien, Russland, Österreich und Südamerika verkauft.
Noch in den 90er Jahren des vorletzten Jahrhunderts bauten Benz & Cie. den ersten Omnibus und die Daimler Motoren Gesellschaft den ersten LKW. Beide Firmen expandierten und begannen außer Fahrzeugen auch Flugmotoren und Flugzeuge herzustellen. Später beteiligten sich beide Unternehmen an der Kriegsproduktion des Ersten Weltkriegs. 1929 fusionierten die beiden Firmen, um trotz der Wirtschaftskrise weiter bestehen zu können.
Dass man in der Regel Benz statt Daimler als den "Vater des Automobils" betrachtet, beruht weniger auf ihren individuellen Errungenschaften als auf ihren unterschiedlichen Ansätzen. Während Benz von vornherein ein motorisiertes Fahrzeug bauen wollte, lag Daimler daran, einen Antriebsmotor zu schaffen, der variabel einsetzbar war. Erstaunlicherweise haben Daimler und Benz sich nie kennengelernt, obwohl sie in nächster Nähe lebten.
Rudolf Diesel
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Rudolf Diesel (1858-1913) wurde durch seine Erfindung des Hochdruckverbrennungsmotors bekannt. Er stellte sein erstes Modell 1893 fertig. Da Diesel-Motoren sich als weitaus effizienter als andere zu der Zeit existierende Motoren erwiesen, wurden sie bald in der ganzen Welt verkauft und wurden sowohl bei Schiffen als auch bei der Bahn und Straßenfahrzeugen eingesetzt. Obwohl Diesels Erfindung mehr als hundert Jahre alt ist, hat sie nichts von ihrer Bedeutung verloren. Die Nachfrage nach Diesel-Motoren besteht nach wie vor, da es keine wirtschaftlichere Wärmekraftmaschine gibt. Diesel-Motoren werden heute vor allem in Schiffen, schweren Landfahrzeugen und Kraftwerken eingesetzt.
Ferdinand Porsche
Ferdinand Porsche (1875-1951) wurde in einem kleinen Dorf in Böhmen geboren, das zu der Zeit zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater, der Klempner war, hoffte, Ferdinand werde den elterlichen Betrieb übernehmen, aber dieser interessierte sich schon recht früh für Maschinenbau und technische Neuerungen aller Art. Nach einer steilen Karriere wurde er mit 26 Jahren technischer Leiter bei der österreichischen Niederlassung von Mercedes-Benz und ging später zum Hauptsitz der Firma nach Stuttgart. 1931 gründete er sein eigenes Ingenieurbüro. Ferdinand Porsche zeichnete sich dadurch aus, dass er technische Perfektion mit innovativem Design kombinierte.
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