Autoindustrie

Porsche und andere Marken

Ferdinand Porsche, der als Designer des Käfers international bekannt wurde, war noch in französischer Kriegsgefangenschaft, als sein Sohn mit der Herstellung eigener Wagen begann. Ferry Porsche gründete 1950 in Gmünd in Österreich seine eigene Firma. Ein Jahr später gewann einer seiner Wagen das Le Mans Rennen, womit der internationale Erfolg der Porsche Wagen seinen Auftakt nahm. Bei VW hoffte man, Ferry Porsche werde das Nachfolgemodell des Käfers entwickeln. Dieser aber wollte sich nicht bei VW verpflichten. Der Grund dafür war, dass er dann zu wenig Zeit haben würde, seine eigenen Modelle zu entwerfen. Ferry leistete jedoch einige Vertragsarbeit für VW und hat das Design des "Golf" nachhaltig beeinflusst. Als Porsche die Produktion von Gmünd nach Stuttgart-Zuffenhausen verlegte, profitierte die Firma vom engen Kontakt zu VW. Porsche produzierte Teile für VW und bekam dafür Motoren geliefert. Das Porsche Modell 356 wurde ein unerwartet großer Verkaufserfolg, von dem 60 000 Einheiten verkauft wurden bevor man die Produktion einstellte. Porsche schaffte es, eine Marktlücke zu füllen und wurde so bald zu einer international bekannten Marke. Porsche Wagen wurden von Stars wie James Dean gekauft und von den Protagonisten in Filmen wie Risky Business und Car Napping gefahren.

1992/93 war ein ausgesprochen schlechtes Geschäftsjahr für die Firma und eine Übernahme war im Gespräch. Die Porsche und Piech Familien setzten sich aber dafür ein, den Betrieb selbstständig aus der Krise zu führen, was auch gelang. Der neue Geschäftsführer Wendelin Wiedeking orientierte sich an den Vorschlägen japanischer Berater und rationalisierte das Produktionsverfahren. Die Produktionszeit wurde auf weniger als die Hälfte reduziert und die Firma erlebte nicht nur einen Aufschwung, sondern konnte auch erheblich größere Gewinnspannen verzeichnen.

Ähnlich wie Mercedes verkauft auch Porsche eine große Anzahl von Accessoires. So kann man neben Kleidung, Sonnenbrillen, Gepäck und Uhren auch high tech Mountain Bikes und Wein unter dem Markennamen bekommen. Die Accessoires waren ursprünglich als Werbeartikel für Kunden gedacht, die sich keinen Porsche leisten konnten aber die Marke mochten. Aus der Artikelserie entwickelte sich mit der Zeit ein eigener Geschäftszweig.

Im Jahr 2000 hatte Porsche 9 320 Mitarbeiter, produzierte 48 000 Autos und machte einen Umsatz von 7,1 Milliarden DM. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Stuttgart. Porsche setzt sich heute besonders für umweltfreundliche Verarbeitungsprozesse und die bestmöglichste Verwertung von Rohmaterialien ein.

Trabant und Wartburg Autos

In der Stadt Eisenach begann die Autoproduktion schon 1898. Vor dem 2.Weltkrieg gehörte die Fabrik BMW. Nach dem Krieg wurde das Werk von der Regierung der DDR verstaatlicht und die Produktion von der ehemaligen Sowjetunion reglementiert. Die Produktion von Wartburg Autos begann in den 50er Jahren. Ende der 50er wurden einige Wartburgs auch nach Irland ausgeführt. Später wurden Wartburg Autos in größerer Anzahl nach Großbritannien, Südamerika, den USA, Südafrika und China exportiert.

Trabanten wurden in der Fabrik am Sachsenring in Zwickau hergestellt. Die Fabrik hatte ursprünglich August Horch gehört, der für seine Wagen die latinisierte Version seines Namens benutzte (Audi). Horch (1868-1951) hatte für Carl Benz gearbeitet, bevor er 1899 in Köln seine eigene Firma gründete. Da die Nachfrage nach Autos stetig stieg, eröffnete er bald eine weitere Fabrik in Zwickau. In diesem Werk wurden Limousinen, LKWs und Feuerwehrautos hergestellt. Ab 1910 begann die Produktion der Audis. Horch war der erste deutsche Autohersteller, der ein Fahrzeug mit einem Viertakter baute, und er führte außerdem 1923 die Linkssteuerung ein.

Nach dem Krieg durften in der Fabrik vier Jahre lang nur Reparaturen durchgeführt werden und die Produktion stand still. Der starke Rohstoffmangel in der DDR führte dazu, dass die Karosserie des Trabanten aus Kunststoff hergestellt wurde. Das Trabant Modell 601 war ein Zweitakter, relativ laut, nicht gerade umweltfreundlich, und die Federung besaß deutliche Verbesserungsmöglichkeiten. Nichtsdestotrotz war die Nachfrage nach Trabanten groß, und es wurden mehr als 3 Millionen dieser Autos in den Jahren 1957 bis 1990 produziert. Im Gegensatz zu westdeutschen Autos wurde das "Trabi" Modell in all den Jahren kaum modernisiert. Die staatlich gelenkte Produktion hatte weitere Auswirkungen, wie die lange Wartezeit (bis zu 15 Jahren) bevor man einen Trabant bekam. Die langen Schlangen von Trabis, die 1989 an der ungarischen, tschechischen und schließlich der innerdeutschen Grenze standen, machten aus dem Trabi ein Symbol des Freiheitsdrangs der Ostdeutschen. Gleichzeitig verkörperte er auch die negativen Aspekte der Planwirtschaft und zeigte, wie sehr Ostdeutschland dem technischen Fortschritt des Westens hinterhinkte. Nach dem Fall der Mauer war deutlich, dass die ostdeutschen nicht mit den westdeutschen Automodellen konkurrieren konnten, und ostdeutsche Werke wurden von westdeutschen Herstellern übernommen. Obwohl die Trabanten schon seit zehn Jahren nicht mehr produziert werden, sind noch ca. 100 000 auf den Straßen. Die alte Horch-Fabrik wurde inzwischen in ein Museum umgewandelt, in dem sowohl Modelle der alten Horch-Limousinen und Audis als auch Trabanten ausgestellt sind.

HANOMAG

1835 gründete Georg Egestorff in Hanover eine Maschinenfabrik und Glockengießerei. Ein Jahr später begann die Firma Dampf- und Werkmaschinen herzustellen. Ab 1924 stellte die Firma Personen- und Nutzfahrzeuge her. 1989 kaufte eine japanische Firma 80% der Aktien. Die Firma wurde in Komatsu Hanomag AG umbenannt und spezialisiert sich heute auf Nutzfahrzeuge wie Radlader.

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