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Deutschland feiert 125 Jahre Automobilgeschichte

Carl Benz Patent-Motorwagen von 1886.  Foto: © DaimlerCarl Benz Patent-Motorwagen von 1886.  Foto: © DaimlerEs ist noch gar nicht so lange her, dass Carl Benz und Gottlieb Daimler den ersten wichtigen Anstoß für die Zukunft des Automobils gaben. Doch es gibt auch Pioniere, die im Schatten der Automobilurväter stehen, aber nicht weniger bedeutende Erfindungen gemacht haben.

Vor 125 Jahren, im Jahr 1886, ist es Carl Benz gelungen, ein Gefährt auf drei Rädern soweit zu entwickeln, dass es dank eines Verbrennungsmotors und einer elektrischen Zündung fahren konnte. Gottlieb Daimler hingegen kann sich als Erfinder des ersten vierrädrigen Automobils betiteln. Beide Patente läuteten eine neue Ära der Fortbewegung ein. Und nicht nur das: Ein neuer Industriezweig war geboren. Von Anfang an mit dabei ist Robert Bosch. Seine Spezialität ist der elektrische Magnetzünder.

Fat Car Convertible  Foto: Erwin Wurm © Xavier Hufkens Galerie BrüsselAuch Wilhelm Maybach ist einiges in Sachen Automobil zu verdanken. So war er technischer Direktor der Daimler-Motoren-Gesellschaft und schuf als erster den Bienenwabenkühler und das Zahnradgetriebe. Auf Anregung eines österreichischen Kaufmanns konstruierte er einen Rennwagen mit einem 35-PS-Vierzylindermotor und zwei Vergasern, der zusammen mit seinen Erfindungen zu jener Zeit das Auto der Zukunft abbildete. Dem Autodidakt Nicolaus August Otto ist es zu verdanken, dass der Viertaktgasmotor mit verdichteter Ladung, besser bekannt als „Ottomotor“, in die Welt der Automobile Einzug halten konnte. Doch Otto wäre vielleicht nie soweit gekommen, hätte der Franzose Etienne Lenoir nicht vorher den Gasmotor erfunden, der ihm als Vorbild diente.

Auch die Franzosen konnten Autos bauen

Und nicht nur das, bereits vor Otto erhielt ebenfalls ein Franzose namens Alphonse Beau de Rochas 1862 ein Patent auf den Viertaktmotor. Ebenso wie zwei Jahre zuvor Christian Reithmann. Ein anderer Franzose, Albert Jules Graf de Dion, investierte zunächst einmal in den Bau von Dampfwagen, bevor er ab 1890 zusammen mit Georges Bouton Verbrennungsmotoren entwickeln ließ. 1901 hatte er bereits 1.500 Fahrzeuge, sogenannte „Voiturettes“, auf den Markt gebracht. Bis heute die Zeit überdauert hat von alledem nur die 1893 von ihm patentierte „De-Dion-Achse“, bei der die zwei Antriebsräder mit einem einfachen Rohr verbunden sind und das Differenzial fest mit dem Fahrgestell verbunden ist.

Porsche Museum in Stuttgart.  Foto: © TMBW DickZahlreich sind auch die Erfindungen, welche durch die Renault-Brüder in die Geschichte eingingen. Revolutionär war gleich eine ganze Reihe von Neuheiten, die sich auf Louis Renault zurückführen lassen. So beispielsweise die Kardanwelle, die einzuschraubende Zündkerze oder der Turbokompressor, ebenso der Sicherheitsgurt, der erste V8-Motor für ein Flugzeug und die Trommelbremse. Bereits 1913 produzierte der französische Autohersteller das zehntausendste Fahrzeug, was zur damaligen Zeit in Europa einzigartig war. Nur Ford in Amerika konnte ähnliche Produktionszahlen aufweisen.

Alltagsautos und Edelmarken

Dabei ahnte Henry Ford am Anfang seiner Karriere nicht, dass er später einmal zu den bedeutendsten Autopionieren der Welt gehören würde. Sein simples Ziel, ein massentaugliches Fahrzeug zu entwickeln, hatte er weit mehr als übertroffen. Ihm verdankt die Industrialisierung die perfektionierte Fließbandfertigung. Als sein bekanntestes Gefährt gilt der Ford T (Tin Lizzy), der bis zum VW Käfer als das weltweit meistverkaufte Automobil beworben wurde. Den Begründern von Rolls Royce hingegen, galt lange der Ruf „das Beste Auto der Welt“ zu bauen und noch heute steht das Luxusauto als Symbol für Qualität und Werte. Auch der Name Porsche sorgt noch immer unter den weltweiten Autoliebhabern für höher schlagende Herzen. Doch die wenigsten wissen, dass Ferdinand Porsche im Jahr 1900 auf der Pariser Weltausstellung mit seinen vier Radnabenmotoren quasi das erste Allradauto der Geschichte vorstellte. Zur selben Zeit entwickelte Porsche einen allradgetriebenen Rennwagen und das erste benzin-elektrische Hybridfahrzeug.

Feiern im Zeichen der Automobilgeschichte

Erstes Vier-Zylinder Strassenfahrzeug von 1898.  Foto: © DaimlerZur Erinnerung an die Pionierleistung vor 125 Jahren hat es in vielen deutschen Städten besondere Veranstaltungen gegeben. Zu den sehenswertesten gehört die Ausstellung CAR CULTURE – Medien der Mobilität im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Künstler haben sich dem Thema Automobil aus unterschiedlichen Richtungen angenähert und beindruckende Kunstwerke geschaffen. Natürlich feiert die Geburtsstadt des Autos Stuttgart dieses besondere Ereignis mit großem Eifer. Dafür wurde eine zweitägige Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2011 auf dem zentralsten Platz der Stadt, dem Schlossplatz, eingeläutet. Die Stadt Mannheim glänzte mit einer Welturaufführung. Unter dem Namen autosymphonic erlebten die Gäste die Verbindung von Orchester, Chor und 80 Autos zu einer Symphonie. Das multimediale Gesamtkunstwerk ist einmalig und wurde nur an einem Tag an dem genannten Ort aufgeführt.

Dr. Sofia Delgado
ist Mediensoziologin, freie Journalistin und Medienconsulterin. Sie ist Mitherausgeberin des Blog-Magazins muenchen-querbeet.de und Mitinhaberin der Agentur die-redaktionellen.de. Sie lebt und arbeitet in München.

Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
Dezember 2011

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