Madhu Nataraj

Sanjeev Nair Über Madhu…
Madhu ist Leiterin und Choreographin der NATYA STEM Dance Company und besitzt einen Universitätsabschluss in Journalismus, Choreographie und Wirtschaft. Ihre Mutter Dr. Maya Rao und Smt. Chitra Venugopal führten sie in die Technik des Kathak, eines klassischen indischen Tanzes, ein. Obwohl sie in New York zeitgenössischen Tanz studiert hatte, kehrte sie nach Indien zurück, um ein eigenständiges Vokabular des zeitgenössischen indischen Tanzes zu entwickeln, in welchem Tradition und Moderne als eigenständige Pole nebeneinander bestehen. Neben ihrer Tätigkeit als Kathak und zeitgenössischen Tänzerin ist sie eine gefragte Referentin und Teilnehmerin an Diskussionsrunden. So wurde sie von angesehenen Kulturorganisationen in Indien, Großbritannien, Australien, Neuseeland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südostasien, Europa und den USA eingeladen, um Vorführungen zu geben, sowie Programme und Choreographien zu entwickeln. Madhu wurde vom Magazin „India Today“ zu einer der jungen indischen Leistungsträgerinnen gewählt.

Mein erster Kontakt mit dem Goethe-Institut…
Mein erster Kontakt mit dem Goethe-Institut fand 1997 statt, zu der Zeit als Herr Dr. Bartsch Institutsleiter war. Der Kontakt kam über die India Foundation for the Arts zustande. Ich bin kurzfristig für die Tanztherapeutin Angela Boeti eingesprungen, die damals verschiedene wissenschaftliche Institutionen in Bangalore besuchte. Anschließend wurde ich eingeladen, meine Arbeit Sascha Waltz zu zeigen und am Tanzfilmprojekt Marie Hertels teilzunehmen.

Mein erster Eindruck…

Mir fiel als erstes die sehr effiziente Arbeit und das Interesse an gemeinsamen Projekten auf. Außerdem die Tatsache, dass die Institutsleitung immer auf der Suche nach Künstlern und potentiellen Kooperationspartnern war, anstatt sich lediglich auf Formalitäten zu konzentrieren.

Was macht das Goethe-Institut Bangalore zu etwas Besonderem…
Auf Herrn Dr. Rudolf Bartschs Anfrage hin, habe ich 1998 eine Choreographie - Yugma- anlässlich des 100. Geburtstags Bertolt Brechts entworfen. Das Institut half mir bei dem Projekt auf eine sehr unaufdringliche Weise. Sie haben mir Zugang zur Bibliothek verschafft und mich finanziell unterstützt. Im Jahr 2009 hat uns dann Frau Dr. Hust gebeten, ein Stück speziell für die neu eröffnete Bibliothek zu entwerfen. Entstanden ist die Choreographie split in solitude, in welcher Aspekte der deutschen Literatur, von Architektur, Multimedia, klassischer Photographie und das Thema Umzug kombiniert sind. Evelin und die Mitarbeiter des Instituts verfolgten den Prozess der Ideenfindung und Ausgestaltung sehr genau. Auch die anschließende Aufführung konnte schnell durchgeführt werden. Auf den Punkt gebracht, ist es der Zusammenhalt des Instituts und seine Integrität, die das Institut auszeichnen. Effizientes arbeiten gepaart mit einer großen Begeisterungsfähigkeit, machen das Institut zu etwas Besonderem.

Was ich über internationale Kultur-Kooperationen denke/Meine Erwartungen an die nächsten 50 Goethe-Institut in Indien…
Ich bin fest davon überzeugt, dass Kunst nicht isoliert existieren kann. Ich glaube, dass Tanz ein wichtiger Katalysator ist, in dem verschiedene spezialisierte Gebiete zusammengeführt werden können. Ich glaube an eine magische Verbindung von Tanz und Kreativität, die unendliche Möglichkeiten eröffnet. Kulturelle Zusammenarbeit und die Übertragung der eigenen Arbeit auf andere Gebiete spielen eine wichtige Rolle für die Evolution der Kunstszene. Organisationen wie das Goethe-Institut sind Speicher des Wissens, von Sachkompetenz, gutem Willen und Ressourcen. Indem sie Einzelpersonen oder Organisationen fördern, Aufträge verteilen oder gemeinsame Projekte initiieren, werden sie zu einer fruchtbaren, generativen Plattform, durch die Stabilität und Kontinuität künstlerischer Exzellenz gewährleistet ist.

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