Surekha

Über mich…
Ich bin Künstlerin und habe in den vergangenen zehn Jahren im Bereich Video und Photographie gearbeitet. Meine Arbeitsgebiete sind Gender, Identität sowie urban-soziale Themen und deren Zusammenspiel.

Mein erster Kontakt mit dem Goethe-Institut Bangalore…
Mein Austausch mit dem Goethe-Institut begann in den frühen 1990er Jahren, als ich Studentin an der Ken School of Arts in Bangalore war. Damals lag das Institut noch in der Lavelle Road. Ich ging regelmäßig zu den Filmvorführungen und Ausstellungen und nutzte die Bücher der Bibliothek.

Mein erster Eindruck… Ich kann mich noch genau erinnern, wie in dieser Zeit die Bibliothek abends in einen Kinosaal verwandelt wurde!

Das Wichtigste in meiner Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Bangalore…
Meine Verbindung mit dem Goethe-Institut kam über die Filmvorführungen zustande. Mitte der neunziger Jahre war es eine Offenbarung, Retrospektiven über Fassbinder, Werner Herzog und all die anderen zu sehen. Eine kleine Gruppe von uns war ganz verrückt nach den Vorführungen. Filme über den zweiten Weltkrieg haben mir geholfen, Deutschland und seine politische Vergangenheit zu verstehen. Das hat mir sicherlich genützt als ich Berlin besucht habe, ganz besonders bei den Stadtrundgängen entlang der Mauerstrecke. Später, im Jahr 1997, nahm ich an einem Video Workshop teil, den Norbert Meissner durchführte. Dieser Workshop wurde zu einem Meilenstein in der Entwicklung der Video-Kunst Szene Bangalores. Außerdem gab es ein großes Kurzfilmfestival, das uns Einblick in die Ideen und Facetten der Videokunst verschaffte. Es war eine der außergewöhnlichsten Möglichkeiten für Interventionen im Bereich visuelle Kunst, da das Internet und die virtuelle Web-Welt in Bangalore noch ganz am Anfang stand. Zu diesem Zeitpunkt gab es kaum einen anderen Weg, um Zugang zu der weltweiten Video-Kunst zu erhalten.

Woran ich mich am liebsten erinnere…
Im Jahr 2007 ging ich auf Evelin, die Leiterin des Max Mueller Bhavan (MMB) zu, damit sie mein Projekt Communing with Urban Heroines ausstellt, welches auf den Unterlagen des Stadtarchivs zu unnatürlichen Todesursachen bei Frauen basiert. Es war nicht nur eine Austtellung, sondern ein willkommener Anlass Donna Fernandes, die Leiterin von Vimochana, einer sozialen Organisation, einzuladen. Sie sprach über die letzten 30 Jahre ihres Engagements in der Stadt. Die Einführung von Evelin und die darauf folgende Rede von Donna verliehen der Veranstaltung einen bedeutenden Charakter. Vierzehn Videoinstallationen auf einer so großen Fläche auszustellen, wäre ohne die Kooperation mit dem Goethe-Institut nicht möglich gewesen. Ich hätte keine so ausgereifte Präsentation organisieren können. Prabhakar vom MMB war unheimlich hilfsbereit und hat sich um die ganze Technik gekümmert. Die anderen Mitarbeiter unterstützten mich während der ganzen Veranstaltung. Das war ein interessantes Ereignis in meiner Karriere, welches ich niemals vergessen werde.

Was macht das Goethe-Institut Bangalore zu etwas Besonderem…

Ich glaube, das Goethe ist etwas Besonderes, weil es viel zur Bereicherung der Kulturszene Bangalores beigetragen hat. Über die letzten 20 Jahre hinweg, die ich miterlebte, wurden eine Menge Initiativen ins Leben gerufen, um mit der Stadt in Verbindung zu treten und um mit Kunst- und Kultureinrichtungen zu kooperieren. Das vor zwei Jahren ins Leben gerufene Bangalore City-Projekt ist einer der größten Beiträge, den je eine Institution zum Kulturgut der Stadt hinzugefügt hat. Ich glaube die Anerkennung gehört ganz der Einstellung von Evelin und ihren Mitarbeitern.

Warum internationale Kulturkooperation wichtig ist…

Internationale Kulturkooperation ist sehr sinnvoll. Bangalore ist meine Stadt, ich bin hier aufgewachsen und habe die graduellen und drastischen Veränderungen selbst miterlebt. Während meiner Erfahrungen, ob als Studentin oder als Künstlerin, habe ich die Ressourcen des Instituts und seines Archivs genutzt. Das Institut unterstützte mich sowohl finanziell als auch durch tatkräftige Mithilfe während der vielen Veranstaltungen, wie z.B. des Khoj Workshops, die ich organisierte. In der heutigen Zeit ist die Welt, ironischerweise, unter einem Dach vereint und trotzdem gleichzeitig bedroht. Die Überwindung hemmender Erfahrungen aus der Vergangenheit und die Förderung des multikulturellen sowie multidimensionalen Austauschs über Kulturkooperationen werden dringend benötigt.

Was ich dem Goethe-Institut für die nächsten 50 Jahre wünsche…

Die bisherige Einstellung zu bewahren.

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