Schulen: Partner der Zukunft

Schulen: Partner für die Zukunft

„Schulen bringen den Jugendlichen unsere Sprache und unsere Kultur näher und helfen, ein dauerhaftes und starkes Netzwerk an Freunden und Partnern für Deutschland zu knüpfen.“

Ehemaliger deutscher Außenminister
Frank-Walter Steinmeier

Einleitung

Das Projekt „Schulen: Partner für die Zukunft“, oder auch einfach nur „Pasch“, ist eine Initiative des damaligen deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier.

Im Februar 2008 rief der deutsche Außenminister das Projekt persönlich in Indonesien ins Leben, und seitdem hat es seinen weltweiten Erfolg gefeiert.

Das Ziel des Projekts ist es, ein weltweites Netzwerk von über 1000 Partnerschulen aufzubauen, die zusammenarbeiten sollen, um eine globale Familie von Deutschlernen in führenden Schulen überall auf der Welt zu schaffen.

Das Auswärtige Amt hat das Goethe-Institut sowie die Zentrale für das Auslandsschulwesen (ZfA), den Deutschen Akademischen Austauschsdienst (DAAD) und den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) ausgewählt, um die Pasch Initiative in seinem Namen zu verwirklichen.

In einem ersten Schritt wurden das Goethe-Institut und die ZfA beauftragt, jeweils 500 Schulen zu identifizieren und sie der Pasch Familie zuzuführen. Das Goethe-Institut Max Mueller Bhavan in Indien erhielt die Aufgabe, 39 Schulen auszuwählen. Die Auswahlkriterien für die Schulen waren die folgenden: die Schulen sollten akademische Exzellenzzentren sein, die ganzheitliche Entwicklung ihrer Schüler fördern und entweder Deutsch als Teil ihres Lehrplans haben oder bereit sein, in naher Zukunft Deutsch als Schulfach anzubieten.

Pasch in Indien

In Indien gelang es dem Goethe-Institut noch innerhalb des ersten Jahres nicht nur das gesetzte Ziel zu erreichen, sondern es sogar zu übertreffen und 41 Partnerschulen im gesamten Land zu identifizieren.

Herr Eberhard Weller, Leiter der Sprachabteilung des Max Mueller Bhavan, zuständig für die Region Südasien, drückt seine Zufriedenheit über die Resonanz bei den Schulen wie folgt aus: „Der Erfolg dieses Projekts beweist, dass Indien und die Inder die Bedeutung von Deutschland als einen wichtigen Partner auf allen Gebieten erkannt haben und wissen, dass das Erlernen von Deutsch ihnen neue Möglichkeiten eröffnen wird.“

Die Pasch Schulen in Indien befinden sich in Delhi und den die Hauptstadt umgebenden Gebieten, in Pune, Mumbai, Ahmedabad, Chennai, Bangaluru, Hyderabad, Coimbatore Chandigarh und Kolkata. Sie alle sind in ihren jeweiligen Städten führende Schulen und haben den Ruf ihre Schüler zu Weltbürgern zu erziehen.

In Zentren wie dem Hauptstadteinzugsgebiet und Pune war das Goethe-Institut Max Mueller Bhavan in der Lage, auf bereits bestehenden Partnerschaften zu der Delhi Gesellschaft für Privatschulen (DPS), zu Springdales, Ferguson College und zum S.P. College aufzubauen, um das Netzwerk zu erweitern. In anderen Städten wie Mumbai, Bengaluru, Chennai und Kolkata bot die Initiative die Möglichkeit, neue Partnerschaften zu etablieren.

Herr Ashok Chandra, Vorsitzender der DPS, kommentiert das Programm wie folgt: „ Das Pasch Programm hat die bereits bestehende Freundschaft zwischen den Delhi Privatschulen und dem Max Mueller Bhavan weiter verfestigt. Unsere Schulen haben stark von der Initiative profitiert, und wir freuen uns darauf, auch in Zukunft mit dem Max Mueller Bhavan zusammenzuarbeiten.“

Das MoU (eine Absichtserklärung), das im Juni 2007 mit der DPS, Noida und Vasant Kunj unterzeichnet wurde, war das erste MoU dieser Art weltweit, das unterzeichnet wurde.

Eine der größten Leistungen des Programms war es, die staatlichen Schulen der Zentralregierung, die Kendriya Vidyalayas, dem Projekt zuzuführen. Zum ersten Mal bieten in Indien zwei Kendriya Vidyalayas – Noida und die J.N.U., ihren Schülern Deutsch an und geben den KV Schülern damit die Möglichkeit mit den Weltbesten in Kontakt zu treten und zu interagieren. Herr U.N. Singh, Kommissionsmitglied der KVS, sagt: „In der globalisierten Welt von heute müssen wir die Schüler darauf vorbereiten, den Herausforderungen einer multilingualen und multikulturellen Welt zu begegnen. Unsere Schulen für Deutschland und die Deutsche Sprache zu öffnen ist ein Schritt in eben diese Richtung. Ich bin davon überzeugt, dass die Schüler der KVs mit ihrem herausragenden akademischen Ruf einen Beitrag zum Erfolg des Pasch Programms leisten werden.“

Was das Pasch Programm seinen Partnerschulen bietet

Die Mitgliedschaft in der Paschfamilie ist ein Privileg für die Schüler und die Fakultäten der Schulen.

Das Goethe-Institut Max Mueller Bhavan bietet Unterstützung bei der Implementierung des Lehrplans der Schulaufsichtsbehörde an. Mitglieder des Pasch Teams waren Teil des Teams, das den Lehrplan der CBSE überarbeitet hat, um ihn kommunikativer und zeitgemäßer zu gestalten. Zusammen mit der CBSE wurden Lehrerfortbildungen am Max Mueller Bhavan in Delhi durchgeführt, um die Lehrer mit dem neuen Lehrplan und den sich in der Entwicklung befindlichen modernen Lehrmethoden vertraut zu machen.

Das Partnerschulprogramm unterstützt die Schulen auch, indem es die Ausstattung für ein modernes, gut ausgerüstetes Deutschklassenzimmer bereitstellt. Dieses Deutschzimmer ebenso wie die Schulbibliothek werden mit Büchern und multimedialen Arbeitsmaterialen ausgestattet, die das Erlernen von Deutsch zur Freude werden lassen. Besonders die Filme und die leichten Lektüren sind sehr beliebt bei den Schülern. Vaishali Dabke, Deutschlehrerin am S.P. College in Pune, sagt dazu: „Ich wünschte, ich hätte die Vorteile eines modernen Lehrplans, gut ausgestatteter Klassenzimmer und einer so breiten Auswahl an Lektüren und audiovisuellen Materialen gehabt, als ich Deutsch lernte. Heute ist es für die Schüler eine Freude, Deutsch zu erlernen.“

Ein weiterer bedeutender Gesichtspunkt des Programms sind die Delegationsbesuche der Schulleiter nach Deutschland. Diese Besuche dienen dem Zweck, die Schulleiter mit dem deutschen Bildungssystem und der Funktionsweise deutscher Schulen vertraut zu machen, und sie sollen aus erster Hand die Vorteile dieses Zusammenspiels für die nächste Generation erfahren. Nach ihrem Besuch sagt Frau Ameeta Mullah Wattal, Leiterin der Springdales Schule, Pusa Road: „Dieser Besuch hat uns von neuem vor Augen geführt, dass wir mit der Einführung von Deutsch an unserer Schule vor fast 40 Jahren die richtige Entscheidung getroffen haben. Davon abgesehen habe ich so viele neue Ideen von meinen deutschen Kollegen erhalten, wie wir unsere Schule schülerfreundlicher gestalten können und den Unterricht unserer Zeit angemessener. Unsere deutschen Freunde nehmen unseren Wissensdurst für alles Neue und unsere Lebenslust und Liebe zum Feiern mit. Der Austausch zwischen den deutschen Schulleitern und uns hat sich wahrlich zu einem fortdauernden Lernprozess entwickelt, von dem beide Seiten nur profitieren können.“

Auch die Pasch Schulen profitieren von den zusätzlichen Möglichkeiten, die das Netzwerk bietet, beispielsweise dem Schüleraustauschprogramm, das in Kooperation mit dem Pädagogischen Austauschdienst durchgeführt wird. Eine große Zahl von indischen Schülern reist jedes Jahr nach Deutschland, um dort die Schule zu besuchen und bei ihren Gastfamilien zu wohnen, und im Gegenzug dafür besuchen ihre deutschen Austauschpartner sie in Indien.

Das bietet den Schülergruppen die Möglichkeit, sich gegenseitig über ihre Schulen, ihren Lebensstil, die Familien und deren Zuhause und über gemeinsames Arbeiten an sozial bedeutsamen Projekten kennen zu lernen. Und so entsteht ein Nährboden für viele potentielle globale Partnerschaften in der Zukunft.

Des Weiteren hält das MMB die Fit in Deutsch 1 und Fit in Deutsch 2 Prüfungen für Schüler von Pasch Schulen und andere ab. Diese Prüfungen werden in enger Zusammenarbeit mit den Schulen durchgeführt, und das Zertifikat, das man bei Bestehen der Prüfung erhält, ist weltweit anerkannt und motiviert damit junge Lerner und verstärkt ihren Wunsch Deutsch weiter zu lernen. Und das Interesse daran, die Prüfung zu machen, steigt: während 2008 263 Schüler die Fit 1 Prüfung schrieben und 119 Schüler die Fit 2 Prüfung, waren es 2009 schon 425 Schüler für Fit 1 und 228 Schüler für Fit 2. Für das Jahr 2010 wird erwartet, dass über 1000 Schüler an den Fit Prüfungen teilnehmen werden.

Rock-Konzerte, Ausstellungen, Vorführungen wissenschaftlicher Experimente, Malwettbewerbe und deutsche Filmfestivals sind nur einige der Programmpunkte, die wir unseren Schulen bieten.

Ein Beispiel soll zeigen, wie breit das Angebot des Pasch Projekts ist. Im Dezember 2010 wird ein German Language Day stattfinden. Die drei D-A-CH Länder (Deutschland, Österreich und die Schweiz) werden zusammen mit der Deutsch-Indischen Lehrervereinigung „InDaF“ diesen Sprachentag veranstalten, und den Pasch Schülern ein abwechslungsreiches und informatives Programm bieten. Der diesjährige deutsche Pavillion wird eine Ausstellung zum Thema Wissenschaft und Technik zeigen. Die Schüler unserer Pasch Schulen werden Präsentationen von berühmten deutschen Forschern und bekannten Erfindungen aus Deutschland vorbereiten, um Deutschlands Beitrag zur Welt der Wissenschaft aufzuzeigen. Deutsch zu lernen sollte schließlich nicht nur Frontalunterricht bedeuten.

Was das Pasch Programm für die Lehrer bietet

Die Deutschlehrer, die die Schnittstelle zwischen der Schule und den Schülern darstellen, sind ein entscheidender Faktor in diesem Netzwerk. Sie profitieren von einer ständigen Erweiterung ihres Wissens der Didaktik und Methodik des Unterrichts von Deutsch als Fremdsprache. Das Goethe-Institut bietet allen Schullehrern großzügige Stipendien für Fortbildungen an, die vier bis acht Wochen dauern und in Deutschland stattfinden, und dazu dienen die Deutschkenntnisse der Lehrer aufzufrischen und ihre Lehrfähigkeiten zu erweitern. „Diese Kurse helfen uns, unsere Sprach- und Lehrfähigkeiten auf den neusten Stand zu bringen, und geben uns außerdem die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie die Dinge in Deutschland laufen, wie die Leute in diesem Land denken. Dadurch vermitteln sie uns eine globale Perspektive und versetzen uns in die Lage unsere Klassenzimmer zu wertvollen Foren für interkulturelles Training zu machen“, so Frau Neela Tatu, Deutschlehrerin an der Mallya Aditi Schule in Benagluru.

Um die zukünftigen Lehrer besser auf den Lehrberuf vorzubereiten hat das Max Mueller ein MoU mit der Indira Gandhi Open University unterschrieben, um ein Diplom für die deutsche Sprachlehre anzubieten. Der Kurs ist ein Fernstudiumskurs, der den jungen Nachwuchslehrern Fähigkeiten vermittelt, damit sie ihren Schülern mit mehr Selbstvertrauen gegenüber treten und ihren Unterricht besser vorbereiten können.

Unser Hauptaugenmerk: die Schüler

Alle unsere Programme zielen letztlich darauf ab, die Schüler und die Lerngemeinschaften an den Pasch Partnerschulen profitieren zu lassen.

Die gut ausgestatteten Klassenzimmer, die gut bestückten Bibliotheken, ein auf Kommunikation ausgelegter Lehrplan und gut ausgebildete Lehrer sind einige der Vorteile, in deren Genuss die Schüler kommen, aber damit noch nicht genug.

Jedes Jahr bietet das Goethe-Institut Deutschcamps für Schüler der deutschen Sprache an. Die Schüler, die von ihren Schulen auf ermutigende Weise ausgewählt wurden, fliegen für drei Wochen nach Deutschland, wo sie die Möglichkeit erhalten, an einem internationalen Camp von Schülern aus der ganzen Welt teilzunehmen, und gemeinsam für drei Wochen Deutsch lernen können. Die Campaktivitäten beschränken sich nicht auf das Klassenzimmer, sondern umfassen auch Freizeitaktivitäten wie beispielsweise Studienausflüge in der Nachbarschaft des Camps. Phillip Roy von der Don Bosco Schule in Chennai, schwärmt: „Das ist eine Erfahrung, die man fürs Leben macht. Ich hatte gar nicht gewusst, dass Deutschland so grün, so wunderschön ist. Ich werde ganz bestimmt wieder hierherkommen, um zu studieren.“

2010 hat das MMB außerdem zwei Jugendcamps in Indien für Schüler von Pasch Schulen in Südasien veranstaltet. Eines der Camps fand in der Delhi Public School R. K. Puram in Neu Delhi statt, das zweite in Thekkady in Kerala. 140 Schüler aus ganz Südasien nahmen an den Camps Teil. Sogar 10 Japanische Studenten und zwei ihrer Lehrer waren beim Jugendcamp in Thekkady mit dabei.

Zu einer anderen Art von Abenteuer machten sich indessen 11 Schüler auf, als sie sich auf den Weg von Delhi nach Thailand machten, um dort auf andere Deutschlernen aus Thailand, Indonesien und Japan zu treffen. Workshops zum kreativen Schreiben, wissenschaftliche Experimente und Sport standen auf der sehr erfolgreichen Tagesordnung. Die Interaktion zwischen den Schülern aus verschiedenen asiatischen Ländern, deren einzige gemeinsame Sprache Deutsch war, stellte ein Erlebnis dar, das keiner von ihnen so schnell vergessen wird. Abhineswar Das, der an dem Camp teilgenommen hat, sagt dazu: „Ich wusste gar nicht, dass Japaner so gut tanzen können, dass die Indonesier in ihrem Land 1700 Inseln haben oder dass der Regenwald in Thailand so schön sein kann.“ Das alles lernte er, während er Deutsch lernte!

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