Werbenetzwerk

Unter den DeutschlehrerInnen in Italien hat sich ein überraschendes interessantes Werbeprofil herausgebildet. Erst aus der Not geboren, gehen diese Lehrer nun in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut neue Strategien und Arbeitsformen zur Werbung für Deutsch an – und entdecken dabei den Spaßfaktor und den professionellen Umgang mit den Medien und der Öffentlichkeit.

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit zwischen einzelnen Lehrern und wiederum diesen Netzwerkgruppen untereinander, Kommunikations-Training und Auseinandersetzung mit Social Media, sowie gut durchdachte Pressemitteilungen (Fernsehen und Zeitungen) sind fester Bestandteil der Werbung für Deutsch geworden. Wie funktioniert so etwas?

Eine Gruppe von DeutschlehrerInnen schließt sich zusammen, um gemeinsam zu werben, Kulturprogramme oder Informations-veranstaltungen zu organisieren. Für einen einzelnen Lehrer wäre das schon vom zeitlichen Umfang nicht realisierbar, doch wenn eine starke Gruppe einig zusammenarbeitet und die Aufgaben und Kapazitäten teilt, wird vieles möglich.

Eine Ausstellung des Goethe-Instituts vor Ort übernehmen und an Schulen verschiedener Städte schicken? Die Schüler darauf vorbereiten, die Presse informieren, die Fachlehrer der anderen europäischen Sprachen, Italienisch-, Musik-, Latein – und Kunstlehrer einbeziehen? Die Ausstellung in ein bedeutendes Museum bringen? So arbeiten die Kolleginnen und Kollegen in der Toskana.

Die richtigen Worte für die Presse finden, positive Meldungen und auch Interviews von Bürgermeistern, Wirtschaftsvertretern und Schulleitern, die sich positiv für den Deutschunterricht an den italienischen Schulen einsetzen, gezielt ins Fernsehen bringen? Das alles aufzubauen, bedarf es viel Zeit, Geschick und kooperative Mitstreiter. In Kalabrien arbeiten viele Lehrer so.

Eine große Werbeveranstaltung organisieren, die vom Fernsehen im regionalen Abendprogramm ausgestrahlt wird mit dem flammenden Appell des Präsidenten der deutsch-italienischen Handelskammer für die deutsche Sprache, einem witzigen und bekannten Moderator und einem großen und lebendigen Schülerpublikum, das sich aktiv und interessiert beteiligt? In Sardinien hatte dies großen Erfolg.

Mehrere Schulen zu einem gemeinsamen Projekt zum Fall der Mauer zusammenschließen, gemeinsam eine wichtige Wanderausstellung organisieren, einen Dominostein zum Jahrestag des Mauerfalls zusammen mit einer deutschen Schule beisteuern? Das war so in den Abruzzen.
Gesamtleitung:
Ulrike Tietze, Leiterin Bildungskooperation, Goethe-Institut Rom

Projektleitung und Information:
Gerdis Thiede, Beauftragte Bildungskooperation, Goethe-Institut Rom