Literaturoffensive diesseits und jenseits des Brenners

In einem dreijährigen Programmschwerpunkt konzentrieren die sieben Goethe-Institute in Italien einen wesentlichen Teil ihrer Aktivitäten auf die Literaturvermittlung. Sie zielen mit ihren Aktivitäten auf alle Akteure des Buchmarktes, aber auch auf die Medien und das italienische Lesepublikum. Mit Literaturfestivals, Lesungen, Einladungen von Verlagsvertretern zu Buchmessen und Verlagen in Deutschland, mit Veranstaltungen für Schulen, Ausstellungen, Filmreihen, einem Literaturportal und einem Literatur-Newsletter fördern die Goethe-Institute Italiens das deutsch-italienische Literaturnetzwerk und informieren regelmäßig über deutschsprachige Neuerscheinungen.
Erstmals wurde auch ein deutsch-italienischer Übersetzerpreis ins Leben gerufen. Ende 2007 wird der erste Preisträger prämiert. Mindestens sechs Jahre lang wird im jährlichen Wechsel eine herausragende literarische Übersetzung vom Deutschen ins Italienische und umgekehrt ausgezeichnet. Den Anfang macht 2007 eine Übersetzung ins Italienische. Das Auswärtige Amt und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien haben diesen Preis in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Italien ausgelobt und würdigen damit den Beitrag der Übersetzer zum deutsch-italienischen Kulturaustausch. Die diesjährige Jury wird von der Übersetzerin Magda Olivetti geleitet, weitere Mitglieder sind unter anderen die Germanisten Herrmann Dorowin und Camilla Miglio, der Philosoph Ugo Perone, der Schriftsteller Ugo Riccarelli und der Kulturjournalist Antonio Gnoli.
Mailand wurde 2007 zur „Verlagsmetropole“ gekürt. Das ambitionierte Projekt findet seit mehreren Jahren an wechselnden Verlagsmetropolen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und dem Literarischen Colloquium Berlin statt. Neben öffentlichen Lesungen werden am 20. und 21. November in Mailand Treffen mit Verlegern, Lektoren und Kritikern angeboten. Eingeladen sind der derzeit als Stipendiat in der Villa Massimo lebende Ingo Schulze, die mit dem Deutschen Buchpreis 2006 ausgezeichnete Katharina Hacker sowie Saša Stanišić, Sybille Lewitscharoff, A.R. Strubel und Thomas Lehr.
Wichtige Stationen und Ereignisse des dreijährigen Literatur-Schwerpunktes der Goethe-Institute in Italien waren im vergangenen Jahr auch das Literaturfestival in Mantua und die Eröffnung der „Europäischen Bibliothek“ in Rom. Bei dem mehrmonatigen Literaturfest 2006 in Mantua waren die wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen und Autoren vertreten. Auf Einladung der Botschaft, des Goethe-Instituts, der Kommunen von Turin und Rom – World Book Capitals der UNESCO –, und der anderen deutschen Kulturmittler in Italien (darunter 35 Kulturgesellschaften) kamen F.C. Delius, Wolf Erlbruch, Kirsten Fuchs, Durs Grünbein, Daniel Kehlmann, Terézia Mora, Albert Ostermaier, Jutta Richter, Uwe Timm, Stefan Weidner und Feridun Zaimoğlu nach Mantua.
Die „Europäische Bibliothek“ in den Räumen des Goethe-Instituts Rom war ebenfalls 2006 eröffnet worden. Von der Stadt Rom in enger Zusammenarbeit mit den europäischen Kulturinstituten vor Ort getragen, zeigt dieses europäische Projekt den dialogischen Charakter der Arbeit der Goethe-Institute und das Potenzial gewachsener Netzwerke mit europäischen Nachbarn und Partnern.
Das intensive Engagement der Goethe-Institute Italiens für die Verknüpfung der Literaturbetriebe in Deutschland und Italien zeigt Erfolge: Die Zusammenarbeit mit den italienischen Verlagen wurde intensiviert, Übersetzernetzwerke wurden neu geknüpft oder verstärkt und die deutschsprachige Literatur ist in den italienischen Medien und der Branche präsenter denn je.
Partner der Goethe-Institute Italien in Deutschland ist das Literarische Colloquium Berlin.










