Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preis 2012 – Olga Martynova sagt „Hi“
Mit ihrer Erzählung „Ich werde sagen ‚Hi‘“ gewann die aus Russland stammende Autorin Olga Martynova den Ingeborg-Bachmann-Preis 2012.
Als „Geburt eines Dichters durch die Erotik“ beschrieb Laudator Paul Jandl den Text der Preisträgerin Olga Martynova in Klagenfurt. In einer Stichwahl setzte sie sich gegen den Konkurrenten Matthias Nawrat durch.
Thematisch lag der Schwerpunkt bei den 36. Tagen der deutschsprachigen Literatur auf den Themen Kindheit, Pubertät und erwachende Sexualität. Zudem bevölkerten zahlreiche Tiere – symbolisch aufgeladen oder ganz in ihrer Rolle als Tier – die noch unveröffentlichten Texte der 14 nominierten Autoren. Den einen herausragenden Text, der zwingend den Bachmannpreis nach sich ziehen muss, habe es diesmal nicht gegeben, lautet ein Resümee auf bachmannpreis.eu. Martynova galt allerdings als leichte Favoritin.
Ihr Text, so sueddeutsche.de, behandelt „das doppelte Erwachen ihres jungen Protagonisten während der Ferien – Dichtung und Mädchen ziehen ihn gleichermaßen an“. Im Unterschied zu anderen Nominierungen reiche der Text allerdings über private Themen hinaus und zeichne sich durch „Welthaltigkeit“ aus. Die Erzählung streift durch die Menschheitsgeschichte.
Preisträgerin Olga Martynova ist 1962 in Dudinka geboren und lebt seit 1991 in Frankfurt am Main. Sie schreibt auf Deutsch und Russisch und verfasst Beiträge für diverse Printmedien. Unter anderem erhielt sie bereits den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Roswitha-Preis 2011.
Der Klagenfurter Lesewettbewerb, der live vom österreichischen Fernsehsender ORF übertragen wird, kann als älteste Casting-Show des Fernsehens bezeichnet werden.
Seit 1977 wird der Bachmann-Preis verliehen. Die Autoren lesen dem Publikum aus unveröffentlichten Prosatexten vor. Anschließend diskutiert die Jury und stimmt öffentlich über den Preisträger ab.
Katrin Baumer
Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
Juli 2012
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Juli 2012









