Auftakt zum Mord 2

Der Tod des Landeshauptmanns

von Eugen Freund

Copyright © 2013 Kremayr und Scheriau Verlag, Wien

Mit 1,8 Promille im Blut rast der Landeshauptmann nachts in einen Gartenzaun und ist sofort tot. Ein Beamter des Heeresnachrichtenamtes ist verschwunden, ein FBI-Agent ermittelt zum Unfall. Dahinterstecken Geschichten über Schmiergeld, den Mossad und zwei kroatische Mörder. Was ist wahr an diesen Geschichten?


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Prolog

Die Tachonadel stand auf 100. Der Sechszylinder schnurrte vor sich hin. Einhundert Stundenkilometer, das ist sanftes Dahingleiten für diese Maschine. Im eleganten Fahrzeuginneren, wo sich am Armaturenbrett Holzintarsien mit gebürstetem Aluminium abwechselten, mischte sich der Lederduft mit leichtem Alkoholgeruch. Der Fahrer nahm ihn nicht wahr, so wenig wie schlechter Mundgeruch von dem, der ihn ausströmt, wahrgenommen wird. Gedankenblitze schossen durch seinen Kopf: „Jörg“, hatte sein Gegenüber im „Hafenstadl“ gesagt, „Jörg, geh, bleib noch ein bisschen.“ Dann: „No, ein Glasl wirst doch wohl noch aushalten!“ Und ein weiterer Schluck Wodka war die Kehle hinuntergeronnen. Nicht einmal fünfzehn Minuten waren seitdem vergangen. Er wusste, dass er hochprozentigen Alkohol nicht wirklich vertrug. Hie und da ein Achterl, das gehörte einfach zu seinem Beruf, aber kein Schnaps, kein Whisky, kein Wodka … „Herrgott, was ist das?“ Im dichten Nebel tauchten unvermittelt zwei rote Rücklichter auf. Der Fahrer stieg aufs Gas, überholte den kleinen, weißen Wagen. 130. Er zog den Phaeton wieder nach rechts, doch da schoss eine Thujen-Hecke auf ihn zu. Er drehte am Lenkrad. Das Fahrzeug reagierte nicht. Die Räder hatten den Kontakt zum Boden verloren.


Über den Autor

Foto:Manfred Weis Eugen Freund, geboren 1951, aufgewachsen in Kärnten, Journalist und Buchautor. Ab 1986 beim ORF Fernsehen Moderator, hat als Korrespondent und Moderator des Auslandsreports in Washington gearbeitet, danach in der ZIB-Auslandsredaktion in Wien. Moderiert das ORF-Weltjournals und ZIB (Zeit in Bild) 1.