Preisverleihung 2015

Preisverleihung 2015

Am 23. März fand in Berlin die Verleihung des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises statt. Mit dem Preis für die beste Übersetzung wurde dieses Jahr der Übersetzer Moshe Kahn für seine Übersetzung des Romans „Horcynus Orca“ von Stefano D'Arrigo ausgezeichnet. Dazu zwei weitere literarische Anerkennungen: Ragni Maria Gschwend erhielt den Preis für das Lebenswerk, während Julia Dengg mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet wurde.

Am 23. März 2015 fand im Kapellsaal des Bode Museums in Berlin die achte Verleihung des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises statt. Diese jährliche Auszeichnung richtet sich an Übersetzerinnen und Übersetzer, die mit ihrer Arbeit zur Verbreitung der zeitgenössischen deutschen Literatur in Italien und der italienischen Literatur im deutschsprachigen Raum beigetragen haben.

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis für die beste Übersetzung wurde in diesem Jahr Moshe Kahn für seine Übersetzung von Stefano D’Arrigos Roman Horcynus Orca ausgezeichnet.

© Bundespresseamt, Clemens Bilan
Moshe Kahn wird von den beiden Kulturministern Monika Grütters und Dario Franceschini für seine Übersetzung von Stefano D‘Arrigos monumentalem Roman „Horcynus Orca“ geehrt.
Die Jury bezeichnete Kahns Übersetzung in ihrer Begründung als eine Pionierleistung: „Horcynus Orca zählt zu den stilistisch aufregendsten und komplexesten Werken der jüngeren italienischen Gegenwartsliteratur, denn D’Arrigo erfindet eine Kunstsprache. Lustvoll und mit großer Phantasie bildet Kahn diesen Gestus nach. Ob Verfremdungen des Sizilianischen, pseudo-archaische Begriffe, Soziolekte, nautisches Fachvokabular, Neologismen oder klanglich grundierte Satzketten: Moshe Kahn gelingt eine schöpferische Nachgestaltung im Deutschen.“

Monika Grütters und Dario Franceschini, die beiden Kulturminister Deutschlands und Italiens, zeichneten darüber hinaus zwei weitere Übersetzter aus: Ragni Maria Gschwend wurde für ihr Lebenswerk geehrt, der ebenfalls aus einer Geldsumme von 10.000 Euro besteht.

Gewinnerin des Nachwuchsförderpreises ist Julia Dengg für ihre Übersetzung des Un giorno della vita von Giorgio Orellis. Der Preis besteht aus einem Aufenthaltsstipendium bei der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom.

© Bundespresseamt, Clemens Bilan
Die beiden Kulturminister (Mitte) mit Laudator Claudio Magris, den Preisträgern Julia Dengg, Ragni Maria Gschwend, Moshe Kahn und der Juryvorsitzenden Maike Albath.
In ihrer Rede betonte die Kulturbeauftragte der deutschen Bundesregierung Monika Grütters die politische Bedeutung des literarischen Übersetzens, das dazu beitrage, die gegenseitige Verständigung zu ermöglichen. Grütters betonte zudem die wichtige Rolle der Übersetzer als Brückenbauer zwischen den Kulturen.

Der italienische Kulturminister Franceschini unterstrich die wichtige Rolle der Übersetzung bei der Übertragung von Ideen und Begriffen, d.h. der Übersetzung als primärer Voraussetzung für die Verbreitung wichtiger kultureller Inhalte: Daher sei die Förderung von Übersetzungen, auch von Seiten der Politik, von großer Bedeutung, um den kulturellen Horizont beider Länder zu erweitern.

Die abschließende Festrede wurde vom aus Triest stammenden Schriftsteller Claudio Magris gehalten; die musikalische Umrahmung mit Musik Wolfang Amadeus Mozarts gestaltete das Berolina Ensemble.
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