Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

Sowohl in Deutschland als auch in Italien ist ein großes Interesse am literarischen Schaffen des Nachbarn zu beobachten. Dies wird auch durch die Tatsache belegt, dass das Italienische unter den ins Deutsche übersetzten Sprachen den dritten Platz einnimmt und umgekehrt. Angesichts der überaus knappen Vergütung ist außergewöhnlicher Idealismus Voraussetzung für die Arbeit literarischer Übersetzer. Auch darauf möchte der Preis aufmerksam machen.
Für Susanne Höhn, Leiterin des Goethe-Instituts Italien, ist der Preis „die Krönung für die jahrelangen Bemühungen des Goethe-Instituts zur Förderung der zeitgenössischen deutschen Literatur in Italien, denn mit Hilfe der Literatur können auch wichtige kulturelle und gesellschaftliche Wandlungsprozesse verfolgt werden.“
Am 27. März 2012 wird in Rom zum fünften Mal der vom Auswärtigen Amt und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Italienischen Kulturministerium in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Italien ausgeschriebene deutsch-italienische Übersetzerpreis vergeben.
Die Jury, bestehend aus Magda Olivetti (Vorsitzende), Andrea Casalegno (Journalist), Hermann Dorowin (Germanist), Camilla Miglio (Germanistin), Ugo Perone (Philosoph), Cesare De Marchi (Schriftsteller) und Maike Albath (Vorsitzende der deutschen Jury) und hat nach Auswertung der eingereichten Arbeiten und anschliessender Diskussion in der finalen Sitzung am 18. Februar 2012 entschieden, den Preis für die beste Übersetzung an Marina Pugliano und Julia Rader für Un viaggio von H.G. Adler (Fazi Editore) zu verleihen. Der Nachwuchspreis geht an Giusi Drago für È morto Tito von Marica Bodrožić (Zandonai Editore).
Die Preise werden vom Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Italien und San Marino Michael Gerdts zusammen mit dem italienischen Kultusminister Lorenzo Ornaghi überreicht. An der Zeremonie nehmen desweiteren teil, Gian Arturo Ferrari Präsident des Zentrum des Buches (Centro per il Libro e la Lettura) und Susanne Höhn die Direktorin des Goethe-Instituts Italien.
Die Laudatio wird von Magda Olivetti und Hermann Dorowin gehalten. Die Lobrede von Piero Dorfles übernommen. Auszüge aus den Übersetzungen der Preisträgerinnen werden von der Schauspielerin Cloris Brosca vorgetragen.
Musikalische Begleitung des Abends: Sonic.art – Saxophone Quartet.
Giusi Drago
Giusi Drago, geboren in Trento, lebt in Mailand, wo sie im Verlag arbeitet. Sie hat bereits Gustav Meyrinks L’angelo della finestra d’Occidente, Maria Bodrožićs È morto Tito und Robert Walsers Seeland übersetzt. Sie war fünf Jahre Verlagsleiterin der Zeitschrift „Dialogica. Semestrale di ricerca e culture letterarie”. 1995 wurde sie mit dem internationalen Eugenio-Montale-Preis für die Übersetzung der unveröffentlichte Manuskripte von Scheiwiller ausgezeichnet. Sie publizierte desweiteren La pazienza della mano (2004), La plaquette Delta Dunârii (2010) e Voci di fiume (2011).
Marina Pugliano
Marina Pugliano, 1963 in Salerno geboren, ist in Florenz aufgewachsen, wo sie das Studium der Germanistik absolvierte. Seit 2000 ist sie Vorsitzende der Cooperativa di Traduttori Editoriali NTL. Sie übersetzte für E/O, Fazi, Giunti, Taschen, Zanichelli, Silvana und LEF. 2006 erhielt sie den Ladislao-Mittner-Preis des DAAD. Mit ihrem Kollegen Andreas Loehrer organisiert sie, gefördert vom Vice-Versa Programm und mit der Unterstützung von Pro Helvetia und der Casa die Traduttori Looren (CH), eine Werkstatt für professionelle Übersetzer in und über die deutsche Sprache
Julia Rader
Julia Rader wurde 1964 in Haiger (Deutschland) geboren und studierte in Wien, Düsseldorf und Florenz, wo sie auch einige Jahre lebte. 2000 gründete sie die Cooperativa Traduttori Editorali NTL und arbeitet seitdem als Übersetzerin für zahlreiche italienische und deutsche Verlagshäuser.
Preisverleihung mit Konzert
Dienstag, 27. März 2012 – 18 Uhr
Auditorium della Villa Farnesina – Via della Lungara 230, Rom
Eintritt frei
Info: Tel. +39 06 8440051
info@rom.goethe.org









