Menschen unterwegs

Eine Veranstaltungsreihe
des Goethe-Instituts Italien 2004/2005

Zu diesem inhaltlichen Schwerpunkt fanden in Italien bereits 2004 erste Veranstaltungen statt, u.a. Spurensuche, eine deutsch-italienische Geschichtswerkstatt der Pädagogischen Verbindungsarbeit in Kooperation u.a. mit dem Italienischen Kulturinstitut Wolfsburg, dem italienischen Erziehungsministerium und dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten der Körber-Stiftung, in der Schüler in Italien und Deutschland nach den Spuren ihrer Familien suchten. Erste Ergebnisse wurden bei der Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung Va bene - Europa verstehen: Italien vom 14. bis 17.7.04 in München vorgestellt.

Im Februar 2005 fand in Rom das Kolloquium 50 Jahre Migration statt, das die Migration zwischen Italien und Deutschland in eine historische und soziologische Perspektive rückte und nach den Biografien der betroffenen Menschen aus heutiger Perspektive fragte. Mit dem Blick auf die gemeinsame europäische Zukunft ging es vor allem um das neue europäische Asyl- und Einwanderungsrecht und dessen Umsetzung in der jeweils nationalen Gesetzgebung und Praxis.

Begleitend wurde Weg der Hoffnung, ein deutsch-italienisches Filmpaket mit Programmheft zusammengestellt, das in Spiel- wie in Dokumentarfilmen von 1955 bis heute beinhaltet und - nach der Präsentation in Rom (Mai 2005) - den Goethe-Instituten, aber auch den deutsch-italienischen Kulturgesellschaften und Universitäten für ihre Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Im Herbst 2005 wird die Filmreihe in Cefalù, Florenz, Palermo und Bari gezeigt. Palermo oder Wolfsburg von Werner Schroeter ist darin ebenso zu finden wie Doichlanda, ein Dokumentar- und Musikfilm des jungen Regisseurs Giuseppe Gagliardi über kalabrische Köche in Deutschland, der den Preis der Jury des Filmfestival Turin 2004 gewonnen hat.

In Pistoia, Neapel, Rom, La Spezia und anderen Städten wurde die Ausstellung Neapel - Bochum - Rimini. Arbeiten in Deutschland. Urlaub in Italien des Westfälischen Industriemuseums zu italienischer Zuwanderung und deutscher Italiensehnsucht gezeigt. Diese Dokumentarausstellung steht weiter zur Verfügung und wird im Herbst 2005 in Cosenza, S. Giovanni in Fiore und Palermo gezeigt. In Genua fand eine Fotografieausstellung zu Italienern in Deutschland statt.

Italienische Schriftsteller in Deutschland stellte Carmine Gino Chiellino, Professor für Komparatistik in Augsburg und selbst Schriftsteller, mit seiner soeben erschienenen Anthologie Es gab einmal die Alpen! vor.



Zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens veranstaltet die Deutsche Botschaft in Zusammenarbeit mit den wichtigsten italienischen Patronati eine Initiative mit ehemaligen italienischen Migranten in Deutschland. Vorgesehen sind vier Veranstaltungen.
Weitere Informationen


Nützliche Links:

50 Jahre Anwerbevertrag zwischen Deutschland und Italien
- Italienische "Gastarbeiter" und Unternehmer in Bayern und München
Artikel von Maximiliane Rieder, München

www.angekommen.com/italiener - Internetausstellung über die Arbeitsmigration aus Italien ins Ruhrgebiet von der Kaiserzeit bis Ende der 1960er Jahre
von Dietrich Hackenberg, in Zusammenarbeit mit dem Landeszentrum für Zuwanderung Nordrhein Westfalen und dem Westfälisches Industriemuseum Zeche Hannover