Italien Deutschland 4:4 - Zeitgenössische Comic Zeichnerinnen und ihre Werke
28. September - 26. Oktober 2013
Goethe-Institut Mailand, Via San Paolo 10, Mailand
Eintritt frei
Tel: +39 02 7769171

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 9.30 Uhr – 12.30 Uhr / 15.30 Uhr – 17.30 Uhr
Samstag: 9.30 Uhr - 12.30 Uhr
Acht Autorinnen zeitgenössischer Comics, vier Deutsche und vier Italienerinnen, sind die Protagonistinnen eines Dialogs mithilfe von Bildern: Leila Marzocchi und Line Hoven, Gabriella Giandelli und Aisha Franz, Ulli Lust und Lorena Canottiere, Anke Feuchtenberger und Anna Deflorian. Zeichnerinnen mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen Generationen, Meisterinnen und Schülerinnen, etablierte Künstlerinnen und junge Talente: Ihre persönlichen Universen begegnen und messen sich kraft ihrer Standpunkte, ihrer Interpretation der Realität durch ihre jeweiligen Figuren und ihrer unterschiedlichen Ausdrucksweisen innerhalb des Mediums Comic.
Die Ausstellung verfolgt den roten Faden, der sich durch die Poetik der Künstlerinnen zieht und erforscht gleichzeitig die grammatischen Strukturen des Comics anhand von vier Schlüsselbegriffen – Technik, Thema, Graphic Novel und Stil –, die untersucht werden, indem die Zeichnungen jeweils zweier (wahlverwandter) Autorinnen nebeneinander gestellt werden; auch wird aus der umfangreichen Produktion einer jeden Künstlerin ein emblematisches Buch ausgewählt.
Das Ergebnis ist eine Reise hin und her zwischen zwei Ländern, wobei der Comic zum Transportmittel für Ideen und Sichtweisen wird – eines der interessantesten „optisch-linguistischen Instrumente“ zur Entzifferung unserer heutigen Welt. Italien-Deutschland 4 : 4 möchte eine Gelegenheit zur Entdeckung der „neunten Kunst“ bieten, LeserInnen zur Lektüre eines zeitgenössischen Comics anregen und die Komplexität, die Vielschichtigkeit und die unbegrenzten Möglichkeiten dieses Genres aufzeigen.
Ulli Lust wurde 1967 in Wien geboren. Sie lebt und arbeitet seit 1995 in Berlin. Die Kunst des Geschichtenerzählens ist eines der Kennzeichen ihrer Arbeit. Das bezeugt auch der Name des Kollektivs “Monogatari“, dem sie angehört, und der von ihr geleitete Verlag Electrocomics, der Comics online vertreibt. Ulli Lust zeichnete Comic-Reportagen über Berlin, historische Comics und die erotische Serie Springpoems. Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens (Avant Verlag, 2009) ist ihre erste Graphic Novel und brachte ihr auf dem Comic-Festival von Angoulême den “Prix Révélation“ ein. 2013 erscheint das Buch unter dem Titel Troppo non è mai abbastanza bei Coconino Press in Italien.
Anke Feuchtenberger wurde 1963 in Ost-Berlin geboren und studierte Industriegrafik und Bildhauerei. 1989, im Jahr des Mauerfalls, gründete sie zusammen mit Henning Wagenbreth, Holger Fickelscherer und Detlef Beck die Gruppe “PGH Glühende Zukunft“, die die deutsche Comicszene radikal aufmischen sollte. Seit 1997 lehrt sie Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und ist zusammen mit Stefano Ricci Gründerin des Mami Verlags. Zu ihren Werken zählen: Wenn mein Hund stirbt, mach ich mir eine Jacke (Kiki Post, 2005), Die Hure H. wirft den Handschuh (Reprodukt, 2007), Grano blu (Canicola, 2011), Superlacrimella (Logos, 2011). Anke Feuchtenberger lebt und arbeitet in Hamburg und Quilow.
Line Hoven wurde 1977 in Bonn geboren. Sie machte ein Diplom der Kunsthochschule Kassel in Visueller Kommunikation und arbeitete am Kasseler Staatstheater als Kostüm- und Bühnenbildnerin. Hoven absolvierte Anke Feuchtenbergers Kurs an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Der Titel ihre Abschlussarbeit war Liebe schaut weg, das 2008 als Erstlingswerk L’amore guarda da un’altra parte in Italien bei Coconino Press erschien. In Deutschland publizierte sie in der FAZ zusammen mit Jochen Schmidt die Dudenbrooks, eine raffinierte wöchentliche Literaturspielerei zum Thema Alphabet (2012 bei Jacoby & Stuart als Sammelband erschienen). Line Hoven lebt und arbeitet in Hamburg.
Aisha Franz wurde 1984 im bayrischen Fürth geboren und studierte ab 2004 bei Hendrik Dorgathen an der Kunsthochschule Kassel. Ihr Erstlingscomic Alien erschien 2011 beim Verlag Reprodukt und 2012 in italienischer Übersetzung auch bei Canicola in Italien. Weitere Arbeiten von Aisha Franz sind in den Anthologien “Kuš!“ und “Orang“ sowie im Selbstverlag erschienen. Aus der Sammlung einiger dieser kleinen Alben entstanden Brigitte und der Perlenhort (Reprodukt 2012). Aisha Franz lebt und arbeitet in Berlin.
Lorena Canottiere begann ihre Tätigkeit als Comiczeichnerin mit der Gruppe Struwwelpeter beim “Corrierino” und arbeitete dann für die Zeitschriften “Terre di Mezzo”, “Schizzo presenta”, “Mondo naif”, “Black” und “ANIMAls”. Als Illustratorin zeichnet sie für die wichtigsten italienischen Verlage (EL, Fabbri, Giunti, Mondadori, Rizzoli, Piemme, Giunti, Touring Club Italiano, Editoriale Scienza). Sporadische Ausflüge führen sie auch in die Werbung und zum Theater. Daneben entwirft sie Cover für Musik-CDs. Ihr Erstlingswerk erschien unter dem Titel Oche (Coconino Press 2011). Darauf folgte eine lange Reihe von Strips über die Kindheit, die Lorena Canottiere in ihrem Blog verbreitete und die heute in dem Band Marmocchi (Diabolo Edizioni 2012) zusammengefasst sind.
Anna Deflorian wurde 1985 in Trient geboren und studierte Verlagsillustration in Bologna und Hamburg. In Helsinki arbeitete sie im Comiczeichner-Kollektiv “Kutikuti“. Sie gehört der Gruppe “Canicola“ an, einer Kulturvereinigung mit Sitz in Bologna, die sich mit Comics und zeitgenössischem Zeichnen beschäftigt. Anna Deflorian arbeitete bereits mit diversen internationalen Verlegern zusammen, darunter Teiera, Kuš!, Kutikuti und der Mami Verlag und stellte ihre Arbeiten auf internationalen Festivals (Helsinki, Luzern, Angoulême) aus. Sie war u.a. auch Mitarbeiterin bei verschiedenen Theaterfestivals wie dem Santarcangelo dei Teatri und dem Centrale Fies Festival. Anna Deflorian lebt und arbeitet in Trient.
Leila Marzocchi stammt aus Bologna, wo sie lebt und arbeitet. Nach dem Besuch der Schule Zio Feininger in Bologna und ersten Erfahrungen mit der Gruppe “Valvoline“, begann sie Mitte der 80er Jahre mit dem Zeichnen von Comics, die in Tageszeitungen wie “Reporter”, “Il Manifesto”, “L’Unità” sowie in diversen Zeitschriften veröffentlicht wurden. Die Weichen für ihre weitere Laufbahn stellten die Begegnungen mit der japanischen Kultur und dem Manga-Comic, die Zusammenarbeit mit der Zeitschrift “Morning“, aber auch ihr Eintauchen ins Theater. Zu ihren Werken zählen L’enigma (2002), La ballata di Hambone (nach Texten von Igort 2009 und 2010), die Serie Niger (2006-2012) und Il Diario del Verme del Pino (2012), alle bei Coconino Press eschienen.
Gabriella Giandelli wurde 1963 in Mailand geboren. Ab 1984 erscheinen ihre ersten Comics in Zeitschriften wie “Alter Alter”, “Frigidaire” und “Dolce Vita”. Als eine der konsequentesten und feinsinnigsten Comiczeichnerinnen Europas, veröffentlichte sie mehrere Arbeiten, darunter Hanno aspettato un po’ poi se ne sono andate (Mano Edizioni 1997), Silent Blanket (Seuil 2000), Sotto le foglie (2008) und Interiorare (2010) bei Coconino Press. Neben dem Comic beschäftigt sie sich mit der Illustration von Kinderbüchern, sie zeichnet für Verlage, Tageszeitungen und Zeitschriften wie “La Repubblica”, “Internazionale” und “Le Monde” und ist in der Sparte Industriedesign für Hersteller wie Memphis, Alessi und Swatch aktiv. Gabriella Giandelli lebt und arbeitet in Mailand.
Weitere Informationen:
www.ullilust.de
www.feuchtenbergerowa.de
www.linehoven.de
www.fraufranz.com
www.capousse.blogspot.it
www.cargocollective.com/annadeflorian
www.leilamarzocchi.it
www.gabriellagiandelli.com




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