Veranstaltungen

Noi nella crisi: chi paga il conto? - Ingo Schulze

Lesung
1. Oktober 2013, 20.30 Uhr
Teatro Verdi, Via Pastrengo 16, Mailand
Deutsch mit Übersetzung
Eintritt frei
Tel.: +39 02 7769171

progr@mailand.goethe.org
Das Goethe-Institut Mailand präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Verlag ADV Publishing House, der Deutschen Schule Mailand, dem Teatro Verdi und der Galleria Ostrakon den deutschen Schriftsteller Ingo Schulze mit seim letzter Titel Noi nella crisi. Chi paga il conto? (Wir in der Krise. Wer zahlt die Rechnung?)



Der deutsche Autor der Post-DDR Generation, Ingo Schulze, erzählt in short stories über den Zusammenbruch des Systems des „Realsozialismus“ und über die Explosion dieser Gesellschaft. Nun spricht Schulze in Mailand über unsere generelle Krise und über die intellektuelle Bewegung der „neuen Verpflichtung“ (die Bewegung hatte ihr Debüt auf der Berlinale im Februar 2012), die sich rüstet, um sich der Krise mit der Sprache der Kultur entgegenzustellen.
Die Schriften, welche im vom ADV herausgegebenen Buch Noi nella crisi. Chi paga il conto? enthalten sind, erschienen 2012 in Deutschland in dem Essay Unsere schönen neuen Kleider – der Autor nutzt hierbei Andersens Märchen Des Kaisers neue Kleider als Ausgangspunkt – und in der Einleitungsrede, in Form eines Briefes an Bertolt Brecht, bei der Verleihung des Bertolt-Brecht-Preises, welchen er am 19. Februar in Augsburg erhielt. Hinzu kommen zwei lange Interviews von Anna Chiarloni und Piero Del Giudice über die literarische Produktion und das politische Denken des Schriftstellers.
Ergebnis ist dabei ein wohl genährtes und dokumentiertes Beschwerdeheft, ein Buch mit Anprangerungen und Feststellungen an und über die Situation, in der wir leben – in der Krise und mit den Instrumenten der Krise, in der Verarmung und in der allgemeinen Zunahme von Ausbeutung. Es entsteht eine detaillierte Attacke gegen die Demokratie. Es wird gesagt, dass in „einer Situation, in der es der Minderheit einer Minderheit gestattet wird, es also legal ist, das Gemeinwohl der eigenen Bereicherung wegen schwer zu schädigen“, da leben wir bereits in einer Zeit der Postdemokratie.
Die Berichterstattung der Realität als Aufgabe der Literatur, ohne neue Kleider vorzutäuschen, lässt das Zeitalter des Konsums, die Gemeinplätze und Abstraktionen zurück, wo „Worte wie Kapitalismus, Klassenkampf oder Profitmaximierung im Sprachgebrauch tunlichst vermieden wurden. Zu fragen, wer woran verdient, wem das und das nutzt oder zu wessen Nachteil dies oder jenes ist, galten als unfein und waren ein Ausweis von vulgärem Denken.“. Es empfiehlt sich hingegen die plastische Deutlichkeit eines Zweizeilers von Brecht „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“.

Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren.
Er arbeitete zunächst als Schauspieldramaturg und Zeitungsredakteur. Seit 1993 lebt er in Berlin. Er ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Für Simple Storys (1998) erhielt er den Berliner Literaturpreis mit der Johannes-Bobrowski-Medaille. 2005 erschien sein großer Roman Neue Leben, für den er mit dem Premio Grinzane Cavour geehrt wurde. Für seinen Erzählungsband Handy: dreizehn Geschichten in alter Manier (Bolero Berlinese, 2008) bekam er 2007 den Preis der Leipziger Buchmesse. Adam und Evelyn (2008) erschien 2009 in Italien unter dem Titel Adam e Evelyn.

Weitere Informationen:
www.ingoschulze.com

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