Studium in Deutschland

Studieren in Deutschland – Mit den Studentenwerken als Partner

Die Studentenwerke sind Ansprechpartner für zentrale Fragen rund um das studentische Leben in Deutschland – zunehmend auch für internationale Studierende.

Ein paar Zahlen zu Beginn: Rund 250.000 ausländische Studierende sind zurzeit an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Damit – mit über 10 Prozent an ausländischen Studierenden – ist Deutschland weltweit eines der beliebtesten Studienländer. Nur 17 Prozent dieser internationalen Studierenden kommen über Austausch- oder Kooperationsprogramme nach Deutschland; der weitaus größte Teil hat seinen Aufenthalt in Deutschland selbst organisiert.

Die Organisation eines Studienaufenthalts ist nicht nur angesichts der ausdifferenzierten deutschen Hochschullandschaft – es gibt über 11.000 Studiengänge an weit über 300 Hochschulen – nicht immer einfach. Doch Ratsuchende werden inzwischen über das Internet immer besser mit Informationen versorgt.

Neues Internetportal für die erste Orientierung

Seit Frühling 2006 informiert das Deutsche Studentenwerk (DSW) internationale Studierende auf dem deutsch- und englischsprachigen Internetportal www.internationale-studierende.de über die Rahmenbedingungen eines Studiums in Deutschland. Übersichtlich werden hier die wichtigsten Fragen von der Vorbereitung des Studienaufenthaltes bis zu dessen Ende beantwortet.

So wird Schritt für Schritt erläutert, wie man ein Studium in Deutschland plant – von der Finanzierung, über die Voraussetzungen, die notwendigen Papiere und die Bewerbung bei den Hochschulen bis zur Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft. Detailliert wird erklärt, was es für diejenigen zu tun gibt, die gerade in Deutschland angekommen sind – so etwa den Besuch bei der Ausländerbehörde und beim Einwohnermeldeamt, den Abschluss einer Krankenversicherung, die Einschreibung an der Hochschule.

Zudem erfährt man, wo man in Deutschland in Fragen rund um das Studienleben Auskünfte und Hilfen bekommt. Und schließlich werden die Optionen beleuchtet, die sich denjenigen bieten, die ihr Studium erfolgreich abschließen – von Rückkehrhilfen bis zu den Möglichkeiten, in Deutschland zu bleiben.

Aufgaben der Studentenwerke

Das DSW ist der Dachverband der insgesamt 61 Studentenwerke in Deutschland, die sich seit über 80 Jahren als "starke Partner" der Studierenden verstehen: "… damit studieren gelingt!", lautet ihr Slogan.

Dabei haben die Studentenwerke einen ganz bestimmten Auftrag. Während die Hochschulen für alle Fragen der Zulassung, Einschreibung und akademischen Betreuung zuständig sind, kümmern sich die Studentenwerke um die sozialen Rahmenbedingungen des Studiums. Sie beraten in finanziellen, sozialen und rechtlichen Fragen, bieten mit bundesweit 180.000 Wohnheimplätzen günstige Unterkünfte an und sorgen in über 700 Mensen und Cafeterien für das leibliche Wohl der Studenten.

Servicepakete für Neuankommende

In den letzten Jahren haben die Studentenwerke ihr Angebot für internationale Studierende deutlich erweitert. An einigen Hochschulen bieten sie etwa ein Servicepaket an, das neben Unterkunft und Verpflegung auch den Krankenversicherungsschutz sowie Freizeit- und Beratungsangebote umfasst.

Newcomer-Services helfen vor Ort bei der ersten Orientierung: Studierende werden vom Bahnhof oder Flughafen abgeholt, bei den bürokratischen Schritten begleitet und individuell beraten. In den Wohnheimen helfen Tutoren ihren Kommilitonen aus dem Ausland dabei, den studentischen Alltag in Deutschland kennen zu lernen.

Ausbau der Webangebote für eine bessere Betreuung

Im Übrigen hat nicht nur der Dachverband eine neue Internetseite, die die Studierenden bereits im Heimatland bei der Vorbereitung ihres Deutschlandaufenthaltes unterstützt. "Das Internet als inzwischen wichtigste Informationsquelle für Studierende in aller Welt bietet die Chance, die spezifischen Informationsbedürfnisse internationaler Studierender adressatengerecht zu bedienen", so erläutert Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des DSW, die Initiative, in deren Rahmen die deutschen Studentenwerke ihre Webangebote deutlich ausgebaut haben.

Finanziell unterstützt wurden sie dabei vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln aus dem "Programm zur Förderung der Internationalisierungsstrukturen an den deutschen Hochschulen" (PROFIS).

Bei der Erneuerung ihrer Webangebote gingen die Studentenwerke unterschiedliche Wege, wobei sie alle konsequent auf die Kooperation mit anderen Institutionen setzen. Ein Teil schuf ganz neue Portale, andere übersetzten ihre bereits vorhandenen Webseiten in die wichtigsten Fremdsprachen – mitunter auch ins Russische und Chinesische.

Möglichst viele Serviceleistungen, die die Studentenwerke immer schon außerhalb der virtuellen Welten angeboten haben, sind jetzt auch online verfügbar. Beispielsweise können Wohnheimplätze online beantragt oder gebucht werden – etwa nachdem man sich bei einer virtuellen Besichtigung einen Eindruck vom potenziellen neuen Heim verschafft hat.

Zudem gehören Checklisten, Zeitplaner, Erfahrungsberichte anderer Studierender, virtuelle Wegweiser und Veranstaltungskalender zu den Angeboten. Die kommunikativen Möglichkeiten des Internets werden mit Wikis, Weblogs und Foren weidlich genutzt, um den Dialog unter den Studierenden zu fördern. "Wer immer noch denkt, Studentenwerke seien bürokratische Gebilde, wird im Internet eines Besseren belehrt", erklärt Meyer auf der Heyde stolz – und die deutlich höheren Zugriffszahlen zeigen, dass die neuen Angebote viel Zuspruch finden.

Dagmar Giersberg
arbeitet als freie Publizistin in Bonn.

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Juli 2006

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