Veranstaltungen

Yamagata International Documentary Filmfestival 2013

Filmfestival
Donnerstag, 10. Oktober 2013 - Donnerstag, 17. Oktober 2013
Yamagata
+81-23-666-4480 
mail@tokyo.yidff.jp
Copyright: Bernd Meiners pong
Copyright: Bernd Meiners pong
Zum 13. Mal findet vom 10. – 17. Oktober das Yamagata International Documentary Filmfestival 2013 statt – eines der bekanntesten Filmfestivals für Dokumentarfilme weltweit. Um den Hauptpreis konkurrieren im „Internationalen Wettbewerb“ 15 Dokumentationen aus aller Welt, die von einer Jury im Vorfeld aus 1153 Einreichungen aus 117 Ländern und Regionen ausgewählt wurden.

Die Sektion „New Asian Currents“ hat sich zum Ziel gesetzt, aufstrebende Filmemacher aus Asien zu unterstützen. In diesem Jahr wurden 19 Filme von 608 Einreichungen aus 64 Ländern und Regionen für diesen Wettbewerb zugelassen.

Das Programm “Panorama Japan” präsentiert ca.19 Filme, die die japanische Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Mit „Revision“ von Philip Scheffner nimmt dieses Jahr auch ein deutscher Beitrag am internationalen Wettbewerb teil. Im Auswahlkomitee ist die deutsche Filmemacherin und Kuratorin/Autorin Dorothee Wenner als Jury-Mitglied vertreten.

„Revision“
Deutschland, 2012, deutsch/ rumänisch, Farbe, 106 min
Regie: Philip Scheffner

Im Sommer 1992 sterben zwei Männer in einem Getreidefeld nahe der deutsch-polnischen Grenze. Die Presse berichtet von einer Verwechslung, die zwei Jägern unterlaufen sei: Sie hätten zwei illegale Einwanderer für Wildschweine gehalten. Das Verfahren zieht sich über Jahre und wird schließlich eingestellt. Fast zwanzig Jahre nach den Todesschüssen von Nadrense in Mecklenburg-Vorpommern begibt sich der Dokumentarfilmer Philip Scheffner auf Spurensuche und sucht nach Antworten. Der Filmtitel Revision ist ein juristischer Begriff und bezeichnet die formelle Anfechtung eines Urteils. Anders als bei der Berufung wird der Fall bei einer Revision nicht komplett neu aufgerollt. Es wird lediglich geprüft, ob das Verfahren korrekt durchgeführt wurde, meist ohne erneute Verhandlung. Scheffners Film zeigt, welche Arbeit das Gericht unterlassen hat. Er rekonstruiert die Sichtverhältnisse am Tatort, befragt Zeugen, die das Gericht nicht befragt hat. Und er zeigt eine menschliche Seite: Er fährt zu den Familien der beiden Opfer, die vor zwanzig Jahren lediglich über den Tod ihrer Angehörigen nicht aber über ein Gerichtsverfahren informiert wurden.

Revision handelt auch von Europa und dem Umgang mit Menschenrechten. Der Film zitiert eine Statistik der NGO Fortress Europe, wonach zwischen 1988 und 2009 mehr als 14.500 Menschen entlang der europäischen Grenzen starben. Durch die Osterweiterung sind nun seit 2004 auch Polen und seit 2007 Rumänien in der Europäischen Union.

Philip Scheffner, geboren am 28. Mai 1966 in Homburg/Saar ist ein deutscher Regisseur, Video- und Soundkünstler, er lebt seit 1986 in Berlin. Von 1990 bis 1995 war er Mitbegründer und Mitglied von „Botschaft e.V.“, einer Künstlergruppe von Filmemachern, Musikern, Künstlern und Netzaktivisten. In der Berliner Autorengruppe und Produktionsfirma "dogfilm" war er von 1991 bis 1999 vertreten. Die Gründung der Medien-Plattform und Produktionsfirma "pong" zusammen mit Merle Kröger folgte 2001. 2007 erscheint sein erster langer Dokumentarfilm „The Halfmoon Files“, der politische Naturfilm „Der Tag der Spatzen“ (2010) feiert 2010 im Forum der Berlinale Premiere. Auch seine neuste Dokumentation „Revision“ (2012) wurde 2012 auf den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt.

Die freischaffende Filmemacherin, Autorin und Journalistin Dorothee Wenner lebt und arbeitet seit 1988 in Berlin. Seit 1990 ist sie u.a. als Kuratorin für die Internationalen Filmfestspiele Berlin tätig und Teil des Auswahlkomitees des „Internationalen Forums des Jungen Films“. Als Sonderbeauftragte für Indien und Subsahara-Afrika ist sie nicht nur für die Berliner Filmfestspiele sondern auch für das Dubai International Filmfestival verantwortlich. Neben zahlreichen deutschen Fernsehproduktionen und Mitwirkung an verschieden Ausstellungen war sie von 2006 bis 2008 u.a. Programmverantwortliche für den Berlinale Talent Campus. Ihre Arbeiten bewegen sich oft an der Schnittstelle zwischen dokumentarischer und spielfilmartiger Inszenierung und schaffen so ihre ganz eigene Wirkungskraft. Wenners Dokumentarverfilmung sind u.a. „Import Export: Cultural Transfer between India and Germany, Austria“ (2004-5), “Unser Ausland“ (2002), Star Biz (2005), „Peace Mission“ (2008) und „DramaConsult“ (2012).

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