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Amnesia

Die Idee, der Prozess und die Künstler

Kunstdiskurs/ Workshops/ Ausstellungen
2007/2008/2009
Goethe-Institut
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vo@nairobi.goethe.org
Amnesia
Amnesia
AMNESIA

Amnesia ist ein Ausstellungsprojekt, das ästhetisch auf avancierte afrikanische Gegenwartskunst, thematisch auf die Aufarbeitung von Kolonialismus und die Frage afrikanischer kultureller Identitäten ausgerichtet ist. Initiiert und künstlerisch geleitet wird es von dem kenianischen Multimedia-Künstler Jimmy Ogonga und Nairobi Arts Trust / Centre for Contemporary Art of East Africa. Das Projekt schließt mehrere Kuratoren und Künstler aus Afrika und der Diaspora ein. Hierzu gehört vor allem Simon Njami, einem der wichtigsten Kuratoren der internationalen Kunstwelt. Projektpartner sind das Goethe-Institut Nairobi, die Ford Foundation und das National Museum Nairobi.

Das Projekt ist als Prozess konzipiert. Es bildet die kuratorische Phase und das Entstehen der Ausstellung ab. In der ersten Phase im Oktober 2007 haben Jimmy Ogonga und Simon Njami zusammen mit den Projektpartnern kuratorische Vorüberlegungen getroffen und in zwei Vorträgen das Konzept vorgestellt. In der zweiten Phase im Februar 2008 folgten weitere Präsentationen, diesmal waren außer Simon Njami auch die Multimedia-Künstlerin Ingrid Mwangi und die Photographin Aida Muluneh zu Gast. Mit der dritten Phase geht das Projekt einen Schritt weiter und veranstaltet außer Präsentationen auch Workshops und Ausstellungen. Andrew Tshabangu hat einen Workshop mit kenianischen Fotografen durchgeführt, dessen Ergebnis in einer Ausstellung im Nationalmuseum zu sehen ist. Die vierte Phase im Juni wird dem Tanz gewidmet sein. Fluchtpunkt wird eine umfangreiche Ausstellung mit Künstlern aus Afrika und der Diaspora im Herbst 2008 sein.

KONZEPTUELLER HINTERGRUND
Amnesia Projekt geht von mehreren Beobachtungen aus, die auf Ostafrika fokussieren, ohne doch den panafrikanischen Blick zu verlieren. Es gehört zu den versteckten Problemfeldern der kenianischen Gesellschaft, dass die Folgen des Kolonialismus verdrängt werden. Die beteiligten Kuratoren formulieren dies als post-kolonialen Gedächtnisverlust, aus dem Assimilation, Konformismus und Unsicherheit kultureller Identität resultieren. Die gesellschaftliche Krise, die Kenia nach den Wahlen im Dezember 2007 durchlebt hat, hat noch einmal gezeigt, wie dringend die Frage nach kolonialen Folgen und kultureller wie nationaler Identität ist. Ästhetisch schlägt sich dies nieder in der prekären Situation afrikanischer Künstler, zwischen westlicher Moderne und einer eigenen, vor-kolonialen Tradition einen ästhetischen Weg finden zu müssen. Einer Tradition jedoch, die als Bezugspunkt problematisch ist, weil sie überformt ist vom westlichen Bild afrikanischer Kunst, wie es die Workshop-Kultur der westlichen Geber und der airport-Markt in Ostafrika durchgesetzt haben: Es ist das Bild primitiver, exotischer und realistischer Kunst, in dem der entzauberte Westen verlorene Authentizität wieder zu finden meint. Das Ausstellungsprojekt Amnesia wird deshalb als Raum kuratiert, in dem Künstler aus Afrika und der Diaspora die Frage nach kulturellen Identitäten stellen können. Jimmy Ogonga formuliert dies mit den Worten Félix-Antoine-Philibert Dupanloup, die Gauguin als Titel seines berühmtes Bildes von 1897/1898 setzte, jedoch nicht im anthropologischen – unhistorischen – Sinne, sondern spezifisch bezogen auf die post-koloniale Situationen afrikanischer Kulturen: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“. Ästhetisch wird Amnesia den Raum zwischen westlicher Moderne und eigener Tradition ausloten. Und Amnesia wird hoffentlich ein Anfang sein, als umfangreiches Kunstprojekt den Austausch innerhalb Afrikas und mit der Diaspora zu stärken und Ostafrika in die aktuellen Entwicklungen afrikanischer Gegenwartskunst einzuschließen.

KURATOREN/GÄSTE

Jimmy Ogonga
Jimmy Ogonga ist ein Multimedia-Künstler und Bildhauer aus Nairobi, Gründer von Nairobi Arts Trust und hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen. Seine letzte Ausstellung namens Catastrophe hatte Jimmy Ogonga zugleich am Goethe-Institut Nairobi und im Go-Down Arts Center.
http://www.jimmyogonga.com
http://kenya.africancolours.net/content/16200

Simon Njami
Simon Njami war Mitherausgeber der Revue Noir, hat die afrikanische Sektion der Biennale Sao Paolo 2004, das Bamako Photography Festival, Africa Remix und mit Fernando Alvim den afrikanischen Pavillon der Venedig-Biennale kuratiert.
http://www.africaremixjoburg.com
http://www.joburgartfair.co.za/curated/simon.html

IngridMwangiRobertHutter
IngridMwangiRobertHutter Ingrid Mwangi Robert Hutter leben und arbeiten als Medien-Künstler-Kollektiv in Ludwigshafen und Nairobi. Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem: Next Flag I: Ingrid Mwangi and Robert Hutter, Godfried Donkor at Casino Luxembourg – Forum d'art Contemporain, Luxemburg (2003), Video Works-Ingrid Mwangi and Robert Hutter am Nairobi Arts Trust/Center of Contemporary Art of East Africa und Go-Down Arts Center, Nairobi (2003), International Triennale of Contemporary Art, Yokahama (2005); Africa Remix (2004–07); Intimate Distance, Künsthalle Lophem, Belgien (2003); Your own Soul, Stadtgalerie Saarbrücken/Städische Galerie Erlangen (2003); und My Heart of Darkness, Skulpturenmuseum, Glaskasten Marl (2001).
http://www.ingridmwangi.de

Aida Muluneh
Die Äthiopierin Aida Muluneh ist eine der wichtigsten afrikanischen Fotografinnen. Ausgebildet wurde sie an der Howard University in Washington D.C./USA. Sie lebt als Filmemacherin und freie Fotografin in New York. Sie erhielt kürzlich eine Auszeichnung bei den 7. Photography Encounters in Bamako.
http://www.ducktape.ca/gallery/aida/index.html
http://www.contempafricanart.com/artist.asp?artistid=AidaMuluneh

Andrew Tshabangu
Andrew Tshabangu wurde 1966 in Soweto (Südafrika) geboren. Er studierte an zahlreichen Institutionen unter anderem am Alexandra Community Kunstzentrum in Johannesburg und am Institute of Advancement for Journalism. Seit 1995 war er als Lehrer zahlreicher Fotokurse- und Workshops tätig. Seine Werke wurden bereits in einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, darunter auch in Europa wie zum Beispiel bei der Wanderausstellung „Zeitgenössische Fotokunst aus Südafrika“ in 2007, die unter anderem in Berlin stationierte oder auf dem Festival Internazionale di Roma in 2004. Andrew Tshabangu lebt und arbeitet in Johannesburg.
http://www.africultures.com/anglais/articles_anglais/40photo.htm
http://www.galerie-seippel.de/cologne/tshabangu.php

Bili Bidjocka
Painter and installation artists Bili Bidjocka was born in Douala, Cameroon in 1962, and has lived in Paris since the age of 12. He is widely traveled and exhibited, making his work on the road, turning the debris of urban living and its excesses into art. He creates metaphors for loss, absence, ravishment, and renewal through his installation pieces. His work deals with issues of nationality, indeterminacy, and identity. Bili has had plenty of exhibitions internationally, solo and group, his work was featured for example in Africa Remix, Trienal de Luanda and in the AfricanPavillion of the 52. Venice Biennale.
http://universes-in-universe.de/specials/africa-remix/bidjocka/english.htm
http://www.sindikadokolofoundation.org/collection/artist.cfm?id=172188

Veranstaltungskalender Amnesia

DatumVeranstaltung/Ort
09.10.2007 Simon Njami: Art, Life & Collective Memory/Africa Remix
Jimmy Ogonga & Simon Njami: Amnesia
Goethe-Institut Nairobi
10.10.2007 Jimmy Ogonga & Simon Njami: Contemporary Africa: The Art, Culture and Politics of a Continent/Amnesia
Go-Down Arts Centre
15.02.2008 Jimmy Ogonga & Simon Njami: Amnesia Phase 2: Imagining Africa Without the Crisis of Historical & Cultural Memory
Goethe-Institut Nairobi
19.02.2008 Simon Njami: The Biography of Léopold Senghor
Goethe-Institut Nairobi
20.02.2008 Aida Muluneh: History, Soul & Land
Ingrid Mwangi: Quest: Recognizing the Crisis
Goethe-Institut Nairobi
16.04.2008 Amnesia Plattform III: Fotografie (Workshop, Präsentation, Ausstellung)

Andrew Tshabangu: A City in Transition - Ein Gespräch mit Andrew Tshabangu und Simon Njami
Goethe-Institut Nairobi

18.04. - 16.05.2008 Amnesia Plattform III: Fotografie

No Cocktails todayAusstellung
National Museum Nairobi

12.06.2008 Amnesia Plattform IV: Bildende Kunst (Workshops, Präsentations, Ausstellung)

Präsentation und Kunstdiskurs mit Bili Bidjocka und Simon Njami
Goethe-Institut Nairobi

15.07.2008
17.07.2008
Amnesia Plattform V: Tanz (Workshops, Präsentationen, Performance)

Zwei Präsentationen/ Diskurse mit Ketly Noel, Nelisiwe Xaba und Simon Njami
Goethe-Institut Nairobi

23.07.2008 - 30.07.2008 Revisiting Amnesia Plattform IV: Bildende Kunst

The Jetlag Experiment re-loaded - Ausstellung und Launch des Amnesia Magazins Nr.2
Goethe-Institut Nairobi

16.09.2008
18.09.2008
Amnesia Plattform VII: Bildende Kunst und Design (Workshops, Präsentationen, Ausstellung)

Präsentationen/ Diskurse mit Cheick Diallo, Amal El Kenawy, Meschak Gaba, Fernando Alvim und Simon Njami
Goethe-Institut Nairobi

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