Das Bibliothekswesen in Südkorea

Nach 1961 stieg die Zahl der Bibliotheken, Informationszentren und Bibliotheksschulen in Südkorea sprunghaft an. 1963 wurde das Bibliotheksgesetz verabschiedet, das zur beruflichen Anerkennung führte und die Öffentlichkeit zugunsten des Bibliothekswesens sensibilisierte.

In den frühen Achtziger Jahren begann auch in Südkorea das Informationszeitalter und damit der Einzug neuer Technologien ins Bibliothekswesen. Heutzutage gehört Südkorea zu den führenden IT-Nationen der Welt.

Ende 2004 stieg die Zahl der öffentlichen Bibliotheken auf 487. Angesichts der im Vergleich zu Großbritannien, Japan und den USA noch geringen Lesezeiten, entschied die Regierung, die Zahl der Öffentlichen Bibliotheken bis zum Jahr 2011 auf 750 zu erhöhen. Grundsätzlich sind in Südkorea der nationale Bibliotheksverband (Korean Library Association, KLA) und die Nationalbibliothek mit der Entwicklung des Bibliothekswesens befasst. Ausgehend von den Richtlinien der IFLA arbeitet die "National Library of Korea" an drei in die Zukunft weisenden Projekten:
  1. dem Aufbau einer Nationalen Kinder- und Jugendbibliothek
    Am 28. Juni 2006 wurde die Nationale Kinder- und Jugendbibliothek eingeweiht. Sie besteht aus einer Präsenz- und einer Studienbibliothek. Der Multi Media Raum ist mit neuester Technik ausgestattet. Mit dieser Bibliothek soll das Informationsangebot für Kinder und Jugendliche entscheidend erweitert, der Kulturaustausch gefördert und eine neue Strategie zur landesweiten Leseförderung entwickelt werden.

  2. dem 5-Jahres-Plan
    ein auf die Jahre 2010/2011 gerichteter Entwicklungsplan der Nationalbibliothek und der sich in ihrem Zuständigkeitsbereich befindenden öffentlichen Bibliotheken. Da dieser Entwicklungsplan am 15. Oktober 2005 anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der Nationalbibliothek verkündet wurde, ist die Rede von dem "5-Jahres-Plan".
    Die südkoreanische Nationalbibliothek strebt den Rang einer Weltbibliothek an. Sie möchte ein funktionsfähiges Portal der nationalen und internationalen Bibliothekskooperation werden.

  3. der Weiterentwicklung der Nationalen Digitalen Bibliothek
    Seit 1997 betreiben hauptsächlich fünf Bibliotheken gemeinsam den Modellbetrieb einer digitalen Bibliothek und arbeiten an ihrer Weiterentwicklung. Das ambitionierte Projekt soll im Dezember 2008 zum Abschluss gebracht werden. Die bisher digitalisierten Materialien werden durch die Website der Nationalen Digitalen Bibliothek angeboten.
Die Bibliothekslandschaft in Südkorea gliedert sich in Allgemeine Bibliotheken, Parlamentsbibliotheken, Rechtsbibliotheken, Öffentliche Bibliotheken, Wissenschaftliche Bibliotheken, Spezialbibliotheken, Medizinbibliotheken und Schulbibliotheken. Bestandsgröße, Schwerpunktsetzung und Zukunftsausrichtung findet man auf der Website der IFLA.
Disketten-SymbolFinal Announcement (PDF, 924 KB)


Die Hauptthemen der IFLA-Konferenz in Seoul waren die Internationalen Bemühungen zur Einrichtung einer Nationalen und Übernationalen Digitalen Bibliothek, die Bereitstellung von Informationsdiensten für behinderte und sozial benachteiligte Personen, das Ideal des lebenslangen Lernens, Knowledge Management, mehrsprachige Auskunftsdienste und die interkulturelle Bibliotheksarbeit. Bei allen Themenschwerpunkten ging es um ein grundsätzliches Ziel, nämlich durch die Bereitstellung alternativer Dienste den allgemeinen Zugang zu Informationen und Wissen zu gewährleisten. Südkorea stellte während der Tagung schwerpunktmäßig das Projekt der „U-Library“ vor, das seit Juli 2005 von der Nationalbibliothek in die Praxis umgesetzt wurde. Ubiquitous Libraries sind Digitale Bibliotheken, durch die die Benutzer unabhängig von Zeit und Ort einfachen Zugang zu Informationen haben.
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