
Die Koreaner machten es vor, jetzt ziehen die Deutschen nach: Dr. Sylvia Bräsel wird für ihre kulturelle Mittlerposition zwischen beiden Ländern geehrt. Am 10. November erhielt die in Thüringen lebende und arbeitende Wissenschaftlerin den Mirok Li Preis, der alle zwei Jahre von der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft vergeben wird. Namensstifter ist der 1899 in Nordkorea geborene Schriftsteller Mirok Li. Von 1947 bis 1949 lehrte er an der Universität München koreanische Sprache und chinesische Literatur und Geschichte und trug damit maßgeblich zum kulturellen Verständnis zwischen Korea und Deutschland bei.
Dr. Sylvia Bräsel ist an der Universität Erfurt als wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Fach Neue deutsche Literaturwissenschaft tätig. Sie absolvierte mehrere Lehr- und Forschungsaufenthalte in Korea, bei denen sie sich intensiv mit der Kulturbeziehungsforschung und mit koreanischer und deutscher Literatur beschäftigte. In Deutschland betreute sie Austauschstudenten aus Korea, China und Japan und bemühte sich um Ausstauschbeziehungen- und programme ihrer Heimatuniversität nach Korea. Dr. Bräsel trug auch in den vergangenen Jahren maßgeblich durch Vorträge zur Kulturmittlung bei, auf Einladung des Goethe-Institut Korea, der Deutschen Botschaft Seoul und einiger südkoreanischer Universitäten. In Deutschland arbeitet sie an der Vorstellung südkoreanischer Autoren und deren verstärktes Auftreten in der deutschen Öffentlichkeit. Innerhalb dieser Projekte organisiert und moderiert sie unter anderem in Weimar, Erfurt, Jena, Leipzig und Göttingen Lesungen mit Autoren wie Lee Hochol, Ko Un und Kim Kwang-Kyu. 1996 wurde sie bereits für ihre Leistung als literarische Übersetzerin gemeinsam mit Frau Prof. Kim Miy-He mit dem koreanischen Daesan-Preis geehrt.
In ihrer Forschungsarbeit beschäftigt sich Frau Bräsel vor allem mit deutschsprachiger und koreanischer Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts und führt vergleichende Studien zur Literatur zwischen Deutschland und Korea durch. Außerdem erforscht und dokumentiert sie die Geschichte der deutsch-koreanischen Kulturbeziehungen in Reisebeschreibungen, Selbstzeugnissen, Tagebüchern und anderen zeitgenössischen Quellen.
Das Goethe-Institut Korea gratuliert Frau Dr. Sylvia Bräsel sehr herzlich zum Mirok Lee Preis und freut sich, dass sie durch diese Auszeichnung, dem symbolischen Dank für ihre Arbeit, auch weiterhin als Kulturmittlerin zwischen Deutschland und Korea tätig sein wird.








