Koo Jeong A





Koo Jeong A möchte mit seinen Arbeiten dem Thema Weltraum mehr Seele verleihen: „Die Launen der Sonne beeinflussen unseren Planeten Erde fast unmerklich und sind stets unvorhersehbar. Wir sehen ihre Energie nicht, dennoch spüren wir ihre Kraft jeden Tag. Hinter dieser kaum bemerkten Kraft steckt das Magnetfeld der Sonne, deren Quelle in der Rotation unseres Planeten liegt. Die Sonne braucht fast einen ganzen Monat, um sich um die eigene Achse zu drehen, und zwar in der gleichen Richtung wie die Erde und im Lot zur ihrer Umlaufbahn. Diese scheinbar gemächliche Drehung reicht der Sonne jedoch aus, um in ihrem Inneren Ströme zu erzeugen, die aus ihr einen riesigen magnetischen Ball machen. Magnetismus gilt als Phänomen der Bewegung von elektrischer Ladung - kurz, als elektrische Strömung. Man kann Magnetismus in ein Stück Metall „einbacken“ und damit im Innern des Materials mikroskopische Felder ausrichten, wie wir es aus Magneten kennen. Magnetismus kann auch von einem bewegten Hilfsmittel erzeugt werden, etwa einem rotierenden Dynamo, der mechanische Energie in elektrische umwandelt. So scheinen auch die Sonne und die Planeten ihren Magnetismus zu erzeugen: wie große, sich drehende Dynamos. Magnetismus existiert in einem magnetischen Feld – eine unsichtbare Kraft, die den Magneten umgibt und die Wissenschaftler in Zeichnungen oft mit Hilfe von schleifenförmigen Linien markieren, den sogenannten Magnetfeldlinien. Manchmal macht die Natur diese Linien für uns sichtbar, indem etwa aufgeladenes Gas ausströmt, leuchtet und mit Kameras festgehalten wird.“
(aus: Dimitar Sasselov, Subtle Power in Koo Jeong A: Constellation Congress, herausgegeben von Yasmil Raymond, 2012, New York: Dia Art Foundation)

 

Koo Jeong A wurde 1967 in Seoul (KR) geboren. Sie befasst sich hauptsächlich mit Interventionen im Raum mit dem Ziel, den umgestalteten Orten eine Seele zu verleihen. Ihr Schaffen umfasst architektonische Elemente, großformatige Kreiszeichnungen, Erzählungen, Lyrik, Veröffentlichungen, Installationen, Skulpturen, Interventionen im öffentlichen Raum, Filme, Audioarbeiten und Architekturprojekte. Aktuell gestaltet Koo in Zusammenarbeit mit L’Escaut Architectures aus Brüssel (BE) einen Pavillon für einen Skatepark in Frankreich. Er ist der erste einer umfangreichen Serie von geplanten Pavillons, die in vielen verschieden Teilen der Welt entstehen sollen. Zu jüngsten Einzelausstellungen zählen u. a. 2014 Oussser in der Fondazione La Raia in Novi Ligure (IT) sowie ebenfalls 2014 Shining Living in der Galerie Yvon Lambert, in der Sektion Yvon Lambert On Paper, Paris (FR). Koos Werke waren darüber hinaus 2014 im Schweizer Pavillon auf der 14. Internationalen Architektur-Biennale in Venedig (IT) zu sehen.



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http://www.koojeonga.com