Yang Jun





Yang Juns Film The Age Of Guilt And Forgiveness („Zeit der Schuld und der Vergebung”) entstand in Anlehnung an Hiroshima Mon Amour (1959) von Alain Resnais. Resnais hatte eigentlich den Auftrag, eine Dokumentation über den Atombombenangriff auf Hiroshima anzufertigen, stattdessen bat er jedoch Maguerite Duras, ein Drehbuch für einen romantischen Film zu verfassen, der sich mit den Themen Erinnerung und Trauma in Hiroshima befassen sollte. The Age Of Guilt And Forgiveness möchte sich der Geschichte allgemein und im Besonderen der Bürde der Geschichte vor dem Hintergrund der Position des heutigen Japans mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nähern. Der zu großen Teilen in Hiroshima gedrehte Film basiert auf einem Gespräch zwischen zwei Liebenden, das die Geschichte Japans im 20. Jahrhundert sowie die Rolle des Landes in einer veränderten geopolitischen Situation betrachtet. Es geht dabei auch um die Frage der Schuld – persönliche und kollektive Schuld an der Gegenwart und an der Vergangenheit – sowie um Vergebung, sowohl innerhalb einer Beziehung als auch in Bezug auf die nationale und persönliche Geschichte.

 

Der Künstler Yang Jun lebt und arbeitet in Wien, Taipeh und Yokohama. Seine medienübergreifenden Arbeiten reichen von Film über Installation und Performance bis hin zu Projekten im öffentlichen Raum und richten sich an verschiedene Institutionen, Gesellschaften und Zuschauergruppen. Yang Jun, der in verschiedenen Kulturen aufgewachsen ist, untersucht mit seiner Kunst den Einfluss von Klischees und Medienbildern auf die Identitätspolitik. Zu seinen jüngsten Ausstellungen gehören die Gwangju Biennale 2012, die Taipei Biennial 2008, die Liverpool Biennial 2006, die 51. Biennale di Venezia 2005 sowie das Manifesta 4 im Jahr 2002. Er ist Preisträger des 25. Otto Mauer Art Award. 2007 zog er nach Taipeh, um dort einen Kurzfilm zu drehen, A Short-Story On Forgetting And Remembering („Eine Kurzgeschichte über das Vergessen und das Erinnern”). Er ist Mitbegründer des Taipei Contemporary Art Centre, das als Folge eines von ihm entwickelten Projekts bei der Taipei Biennial 2008 entstand. 2015 erschien im deutschen Jovis Verlag The Monograph Project, eine Monographie in sechs Bänden.



Links

http://junyang.info