Lee Kit





Der Künstler Lee Kit zeigt eindrucksvoll, in welcher Weise die Umwelt und die Objekte um uns herum von unseren persönlichen Erfahrungen geprägt werden. Diese persönlichen Spuren konstituieren ein „Mikro-“ bzw. „Minderheits-“ Wort oder auch eine Lesart, die anscheinend nichts mit der lautstark agierenden politischen Gegenwart oder den rationalen Diskursen des modernen bürgerlichen Lebens zu tun hat. Aufgrund dieser kreativen Ausgangslage sind Lees Kunstprojekte immer raumfüllend; seine Wahl unbedeutender Räume reflektiert die innere Spannung und Angst, die in unserem Alltag lauert. Gefangen in einem unübersichtlichen Spannungsfeld zwischen ostasiatischen Nachkriegsstädten und dem komplizierten Geflecht aus Developmentalismus und einer Ethik, die rechtliche Beschränkungen überschreitet, ist das widersprüchliche Verhältnis zwischen dieser Spannung und unserer Umwelt ein klares Anzeichen dafür, dass unsere Körper und die Spuren, die diese überall hinterlassen, eine Erklärung für den Begriff „Existenz“ geworden sind, der uns zur Auseinandersetzung auffordert. Diese Erklärung besitzt ein anonymes Wesen und besteht aus Wörtern und inaktiven oder aktiven Zeiträumen. In unserer heutigen Demokratie ist diese Begriffserklärung gleichsam eine „stille Stimme“ aus der Vergangenheit, sanft und unvergesslich. Die bis in unser Innerstes spürbare Spannung entsteht durch die Macht der Geschichte. Es geht jedoch nicht nur um das Empfinden eines komplizierten Spannungsgeflechts, sondern auch um eine gefühlsbezogene Politik, die uns die Illusion gibt, dem System entkommen zu können. Im Grunde geht es also um eine gefühlsbezogene Politik, die weit über das lyrische Ich hinausgeht.


 

Lee Kit wurde 1978 in Hong Kong geboren und hat seinen Abschluss am Fine Arts Department der Chinese University Of Hong Kong gemacht. In seinen kreativen Arbeiten, die von Gemälden über Fundstücke und Skizzen bis hin zu Videos reichen, zeigt sich sein einzigartiges Gespür für alltägliche Ereignisse. Seine Kunst ist dabei immer eng mit dem sensorischen Erleben verbunden. Mit anderen Worten, Kit reproduziert nicht nur bestimmte Objekte, sondern stellt deren spezifische sensorische Merkmale heraus. Somit schafft der Künstler immer wieder dynamische Verbindungen zwischen alltäglichem Leben und der konkreten Ausstellungssituation und ermöglicht in diesem Raum Begegnungen mit Angst, Nostalgie, Abwesenheit und Spannung. Mit der Technik des Übereinanderlagerns und der Anwendung von Transparenz auf verschiedenen medialen Ebenen hat Kit ein sehr individuelles Mittel des künstlerischen Selbstausdrucks gefunden.



Links

http://www.lee-kit.net