Zou Zhao

Chinese is Not a Language! John Hansen intervenes

Chinese is Not a Language! John Hansen intervenes © Zou Zhao, Foto: Alex Ha
Chinese is Not a Language! John Hansen intervenes, 2015, Live-Performance, 25 Min., Foto: Alex Ha, Courtesy die Künstlerin.


Zou Zhaos Eltern stammen aus der chinesischen Provinz Hubei und übersiedelten nach Singapur, als ihre Tochter sechs Jahre alt war. Ihr derzeitiges Interesse an Sprache lässt sich daher direkt auf ihre Erfahrungen als Mitglied einer chinesischen Diaspora in verschiedenen Städten zurückführen. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit den sprachlichen Differenzen zwischen Englisch und Mandarin untersucht sie in ihren Arbeiten die Rolle der englischen Sprache in der neokolonialistischen Wissensverbreitung von heute. Angesichts eines globalisierten Regimes der Zeichen verweist Zou Zhao außerdem darauf, dass das Gefühl für die eigene Identität als Angehöriger einer nationalen Minderheit dem Anspruch an die Transparenz der Sprache entgegenläuft. Vielmehr müsse moderne Subjektivität als Produkt einer „Übersetzung“ verstanden werden. Bis zum heutigen Zeitpunkt umfasst ihr Werk Videoarbeiten, Performance und Texte. Mit der Körperlichkeit der eigenen Stimme greift sie das Thema des Kolonialerbes auf. In ihren Performances und Videoarbeiten gebraucht sie die Stimme als Metonymie für den Körper, als Instrument der Körperlichkeit, und wirft Fragen auf, die um Identität und vermeintliche Autonomie von der Sprache kreisen. Im Rahmen der Ausstellung Discordant Harmony in Seoul (KR) im Frühjahr 2015 war Zou Zhao mit einer Live-Performance mit dem Titel Chinese is Not a Language! John Hansen intervenes vertreten.


Zou Zhao wurde 1989 in Fujian (CN) geboren. Sie studierte Bildende Kunst an der Slade School of Fine Art in London (UK), schloss mit einem Bachelor ab und erwarb 2014 einen Master in Zeitgenössischer Kunsttheorie am Goldsmiths, University of London (UK). Ihre Werke wurden bereits mehrfach in London (UK) gezeigt, u. a. 2013 am Camden Art Centre sowie im UCL Art Museum, 2014 in der Galerie „no.w.here“ sowie auf dem Chinese Visual Festival. Ebenfalls 2014 war sie an der Ausstellung Double Vision: Overseas Chinese Women Invitation Exhibition im Hexiangning Art Museum in Shenzhen (CN) beteiligt. 2013 war sie eine der Kuratorinnen der Ausstellung The strange impression of seeing things for the first time im Art Pavilion – The Mile and Art Pavilion in London (UK) und erhielt im selben Jahr den „Berenice Goodwin Award for Performance“ von der Slade School of Fine Art in London (UK).