Rainer Werner Fassbinder HOMMAGE

Rainer Werner Fassbinder, geboren am 31. Mai 1945, war der bedeutendste Regisseur des Neuen Deutschen Films, dem er auch international zum Durchbruch verhalf. Er war ein Künstler, dem die seltene Synthese von radikaler Subjektivität in seinen Werken und Publikumsnähe gelang, der seinen künstlerischen Anspruch mit dem Unterhaltungsbe-dürfnis der Zuschauer in Einklang bringen konnte und dessen Tod in den Augen vieler das Ende einer bedeutenden Epoche der Filmgeschichte markiert.
Rainer Werner Fassbinder, der 1982 37jährig starb, hat in nur 14 Jahren, von 1969 bis 1982, 44 Filme gedreht, 26 Filme selbst produziert bzw. koproduziert, war in 21 Filmen anderer Regisseure sowie in 19 eigenen als Darsteller bzw. Gast aufgetreten, hat 14 Theaterstücke geschrieben, 6 neubearbeitet und 25 inszeniert. Er hat 4 Hörspiele und 37 Drehbücher verfasst und an 13 Drehbüchern mit anderen Autoren zusammengearbeitet.
Fassbinders Filme gehören zu den gültigsten Gesellschaftsdokumenten, welche zwischen dem Ende der sechziger und dem Beginn der achtziger Jahre entstanden sind, und er zählt zu den international meistgespielten deutschen Nachkriegsdramatikern. Er war mit seinem Werk und seiner Persönlichkeit einer der exponiertesten und umstrittensten Künstler der Bundesrepublik Deutschland. Weder Fassbinders Persönlichkeit noch sein Werk erlauben eine ideologische Zuordnung. Seine kritische und gleichzeitig liebevolle Darstellung, seine Zeichnung der Menschen und ihres Lebens war ohne Unterscheidung ihrer Zugehörigkeiten zu bestimmten Milieus von schonungsvoller Konsequenz. Sein schon zu Lebzeiten vieldiskutiertes Werk hat nichts von seiner Lebendigkeit und Aktualität eingebüßt.

Quelle: fassbinderfoundation.de

DIE EHE DER MARIA BRAUN

The Marriage of Maria Braun © Fassbinderfoundation.de
The Marriage of Maria Braun © Fassbinderfoundation.de
Sonntag, 25. September, um 20:00 Uhr
BR Deutschland 1979, 120 Min. – Engl. UT
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich, nach einer Idee von Rainer Werner Fassbinder
Kamera: Michael Ballhaus
Schnitt: Juliane Lorenz und Franz Walsch
Musik: Peer Raben
Kostüme: Barbara Baum
Darsteller: Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, Gottfried John, Gisela UhIen, Günter Lamprecht, George Byrd, Elisabeth Trissenaar, Isolde Barth, Peter Berling
Genre: Melodram

Während im Zweiten Weltkrieg ringsum die Bomben fallen, heiraten Hermann Braun (Klaus Löwitsch) und Maria (Hanna Schygulla). Eine einzige Nacht bleibt ihnen, dann muss der Ehemann wieder an die Front. Nach Kriegsende – ihr Mann, heißt es, ist gefallen – hat Maria ein Verhältnis mit dem schwarzen G.I. Bill (George Byrd). Doch Hermann kommt un-erwartet aus der Gefangenschaft nach Hause. In der Konfrontation mit Mann und Liebhaber erschlägt Maria Bill mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und muss ins Zuchthaus.
Maria lernt den Fabrikanten Oswald (Ivan Desny) kennen und macht sich in dessen Leben und Firma unentbehrlich, während sie auf Hermanns Entlassung wartet. Als es aber soweit ist, verschwindet der spurlos. Erst nach Oswalds Tod taucht er wieder auf. Maria erfährt von einem Vertrag zwischen den beiden Männern, demzufolge Hermann zu Lebzeiten Oswalds auf Maria verzichtete, der Fabrikant dafür aber das Ehepaar zu seinen Erben ein-gesetzt hat. Statt der erwarteten Wiedersehensfeier kommt es zur Katastrophe: Maria lässt – Absicht oder Versehen? – den Gashahn des Herdes geöffnet, und während in der Radio-übertragung die deutsche Fußballnationalmannschaft dem Weltmeistertitel 1954 entgegen-spielt, wird das Haus von einer gewaltigen Explosion erschüttert.

Quelle: fassbinderfoundation.de

    HÄNDLER DER VIER JAHRESZEITEN

    Händler der vier Jahreszeiten © Fassbinderfoundation.de
    Händler der vier Jahreszeiten © Fassbinderfoundation.de
    Dienstag, 27. September, um 22:00 Uhr
    BR Deutschland 1971, 88 Min. – Engl. UT
    Regie: Rainer Werner Fassbinder
    Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
    Kamera: Dietrich Lohman
    Schnitt: Thea Eymèsz
    Musik: Rainer Werner Fassbinder
    Darsteller: Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Andrea Schober, Gusti Kreissl, Klaus Löwitsch, Karl Scheydt, Hanna Schygulla, Kurt Raab, Ingrid Caven, Elga Sorbas
    Genre: Drama

    Auszeichnungen:
    Deutscher Filmpreis 1972: Gold für Gestaltung, R. W. Fassbinder; Gold für Darstellerische Leistung, Hans Hirschmüller und Irm Hermann.

    Der Ex-Fremdenlegionär und Ex-Polizist Hans Epp (Hans Hirschmüller) zieht als Obsthändler mit seinem Karren durch die Hinterhöfe. In seinem Leben ist schon vieles schiefgelaufen. Den Ansprüchen seiner Mutter konnte er nie genügen, seine große Liebe (Ingrid Caven) durfte ihn aus Standesgründen nicht heiraten. Er trinkt, prügelt seine Frau (Irm Hermann), die ohne Liebe neben ihm lebt und Kind und Haushalt versorgt.

    Eines Tage erleidet er den ersten Herzinfarkt. Nach seiner Genesung heuert er Harry (Klaus Löwitsch), einen alten Kameraden aus der Fremdenlegion, als Angestellten an. Der Obsthandel beginnt zu florieren. Hans aber wird immer depressiver, er kommt mit dem kalten Egoismus der Welt, die ihn umgibt, nicht zurecht. Auch seine Schwester (Hanna Schygulla), der einzige Mensch, der ihm mit Liebe begegnet, kann den Druck, der auf ihm lastet, nicht mindern. In seiner Stammkneipe säuft er sich in Gegenwart seiner Frau zu Tode. Nach der Beerdigung tun sich die Witwe und Harry zusammen.

    Quelle: fassbinderfoundation.de

      ANGST ESSEN SEELE AUF

      Angst essen Seele auf © Fassbinderfoundation.de
      Angst essen Seele auf © Fassbinderfoundation.de
      Donnerstag, 29. September, um 22:00 Uhr
      BR Deutschland 1973, 89 Min. – Engl. UT
      Regie: Rainer Werner Fassbinder
      Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
      Kamera: Jürgen Jürges
      Schnitt: Thea Eymèsz
      Musik: Rainer Werner Fassbinder, Archivmusik
      Ausstattung: Rainer Werner Fassbinder
      Darsteller: Brigitte Mira, El Hedi Ben Salem, Barbara Valentin, Irm Hermann, Rainer Werner Fassbinder, Karl Scheydt, Elma Karlowa, Anita Bucher, Gusti Kreissl, Walter Sedlmayr
      Genre: Melodram

      Auszeichnungen:
      Cannes Film Festival 1974: Kritikerpreise, Rainer Werner Fassbinder für die Goldene Palme
      Deutscher Filmpreis 1974: Gold Beste Hauptdarstellerin, Brigitte Mira

      In einer Ausländerkneipe, in die sie vor dem Regen geflohen ist, lernt die etwa sechzig-jährige Witwe Emmi Kurowski (Brigitte Mira), die als Putzfrau arbeitet, den mindestens zwanzig Jahre jüngeren Marokkaner Ali (El Hedi Ben Salem) kennen. Ali tanzt mit Emmi, sie reden miteinander, er begleitet sie nach Hause. Er zieht zu Emmi. Schließlich heiraten sie. Für die anderen ist diese Eheschließung ein Skandal: Emmis erwachsene Kinder schämen sich ihrer Mutter, die Nachbarn tuscheln, der Kolonialwarenhändler weist Emmi aus dem Laden, Emmis Arbeitskollegen verachten sie.
      Doch schließlich lässt der äußere Druck auf Emmi und Ali nach, und nun werden ihre inneren Probleme deutlicher. Ali besucht wieder seine frühere Geliebte, die Kneipenwirtin Barbara (Barbara Valentin). Als Emmi ihn zurückholen will und die beiden wie zu Beginn ihrer Bekanntschaft miteinander tanzen, bricht Ali zusammen. Der Arzt diagnostiziert ein aufgebrochenes Magengeschwür. Emmi bleibt bei Ali, hält seine Hand.

      Quelle: fassbinderfoundation.de

        ICH WILL DOCH NUR, DASS IHR MICH LIEBT

        Ich will doch nur, dass ihr mich liebt © Bavaria Film/ Michael Ballhaus
        Ich will doch nur, dass ihr mich liebt © Bavaria Film/ Michael Ballhaus
        Freitag, 30. September, um 22:00 Uhr
        BR Deutschland 1976, 104 Min. – Engl. UT
        Regie: Rainer Werner Fassbinder
        Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder, nach einer wahren Geschichte aus dem Buch Lebenslänglich – Protokolle aus der Haft von Klaus Antes und Christiane Ehrhardt
        Kamera: Michael Ballhaus
        Schnitt: Liesgret Schmitt-Klink
        Musik: Peer Raben
        Ausstattung: Kurt Raab
        Darsteller: Vitus Zeplichal, Elke Aberle, Alexander Allerson, Ernie Mangold, Johanna Hofer, Katharina Buchhammer, Wolfgang Hess, Armin Meier, Erika Runge, Ulrich Radke
        Genre: Drama

        Dieser Film erzählt die Geschichte von einem, der mit dem Leben nicht fertig wurde, weil die Regeln, die er sich angewöhnt hatte, zum Überleben nicht taugten, und weil die Bedürfnisse, die er anmeldete, von dieser Welt nicht zur Kenntnis genommen wurden. Als Peter (Vitus Zeplichal), an einem Punkt angekommen ist, wo er nicht mehr weiter weiß, wo er keinen Boden mehr unter den Füßen hat, wo alles in Frage gestellt ist, was er bisher für richtig hielt, dreht er durch: er begeht einen Mord von jener Art, von denen es später heißen wird, dass er sinnlos gewesen sei. In der Tat: Peter hat auf die Sinnlosigkeit, die er beim Leben empfindet, durch eine ebenbürtige Sinnlosigkeit aufmerksam gemacht – jetzt ist es an anderen, sich um das weitere zu kümmern. Das tun sie: Wegen Totschlags im Affekt wird Peter zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, ganz so, als ob er dadurch klüger werden würde.

        Quelle: fassbinderfoundation.de

          DESPAIR - EINE REISE INS LICHT

          DESPAIR - Eine Reise ins Licht © Bavaria Media
          DESPAIR - Eine Reise ins Licht © Bavaria Media
          Samstag, 01. Oktober, um 22:00 Uhr
          BR Deutschland 1978, 119 Min. – Engl. UT
          Regie: Rainer Werner Fassbinder
          Drehbuch: Tom Stoppard
          Kamera: Michael Ballhaus
          Schnitt: Juliane Maria Lorenz, Reginald Beck (Englische Fassung)
          Musik: Peer Raben
          Darsteller: Dirk Bogarde, Andréa Ferréol, Klaus Löwitsch, Volker Spengler, Peter Kern, Alexander Allerson, Gottfried John, Hark Bohm, Bernhard Wicki, Adrian Hoven
          Genre: Drama

          Auszeichnungen:
          Cannes Film Festival 1978: Nominiert Palme d'Or, Rainer Werner Fassbinder
          Deutscher Filmpreis 1978: Gold Beste Regie, Rainer Werner Fassbinder; Beste Kamera/Bildgestaltung, Michael Ballhaus; Bestes Szenenbild, Rolf Zehetbauer

          Der Exilrusse Hermann befindet sich in der Midlife-Crisis. Seine Frau hat sich einen Liebhaber genommen, seine Schokoladenfabrik steht vor dem Bankrott und der Nationalso-zialismus ist auf dem Vormarsch. Eine Veränderung muss her, egal wie absurd und skurril diese sein mag. Hermanns zündende Idee - die Identität eines anderen Mannes anzuneh-men. Er überredet den Landstreicher Felix, sein Leben mit ihm zu tauschen. Um seine Exis-tenz gänzlich auszulöschen, erschießt Hermann "sich" in Gestalt des anderen, um in der Rol-le des Vagabunden neu anzufangen. Bis ins kleinste Detail hat er sein perfektes Verbrechen geplant - seine Neugeburt, seine Reise ins Licht.

          Quelle: fassbinderfoundation.de, weltbild.at

            Deutsche Filmwoche 2016

            Vom 22. September bis zum 2. Oktober können Sie zwölf neue und preisgekrönte deutsche Filme mit englischen Untertiteln genießen.