Begriffslexikon

Das Wörterbuch Going Public

Bevor wir besprechen, wie man etwas sagt, gehen wir auf die Frage ein: Was wird gemeint?

Das Wörterbuch Going Public wurde von der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und dem Projekt Well Connected der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig während des Auftakt-Workshops in Vilnius initiiert. Hierfür wurden verschiedene Auffassungen der Öffentlichkeit sowie vielfältige künstlerische Ansätze im öffentlichen Raum untersucht. Das Ziel des Wörterbuchs ist es, regionale künstlerische und kuratorische Perspektiven auch in einem größeren internationalen Kontext assoziativ zu platzieren.

Das Wörterbuch basiert auf Definitionen und Schlüsselbegriffen, die während des Workshops in Vilnius herausgearbeitet wurden. Im Laufe des Workshops beantworteten die TeilnehmerInnen vier grundsätzliche Fragen, die mit der Bestimmung des öffentlichen Bereichs, der Rolle und des Potenzials der public art verbunden sind. Um unterschiedliche Definitionen zu lesen, die von Going Public-Teilnehmenden vorgeschlagen wurden, bzw. um sich mit kuratierten Beispielen der zeitgenössischen Kunst aus einer Region und aus dem internationalen Kontext bekannt zu machen, klicken Sie auf Schlüsselbegriffe und Definitionen:
  • Was ist Öffentlichkeit?
  • Die Öffentlichkeit soll (sein)…
  • Wie wird Öffentlichkeit generiert?
  • Was kann public art machen?
Weitere Informationen zum Wörterbuch:

Einerseits versuchten wir, durch ein zweisprachiges (englisch-russisches) Mapping sichtbar zu machen, welche Auffassung wir auf unseren regionalen Kontexten beruhend von den Öffentlichkeit(en) haben und welche Möglichkeiten die public art offenbart. Unser Ziel bestand auch darin, bestehende Gemeinsamkeiten und Unterschiede durch das Sammeln von Schlüsselbegriffen und kurzen Aussagen zu untersuchen. Andererseits resonierte das Mapping auch mit der Schwierigkeit der Übersetzung – einer Besonderheit der Zusammenarbeit bei diesem Projekt.

Der Auftakt-Workshop in Vilnius sowie der spätere Dialog unter den Teilnehmenden zeigte die Diversität unserer Vorstellungen und Auffassungen auf, die nicht nur durch unterschiedliche soziopolitische und geografische Kontexte, sondern auch durch unsere verschiedenen Sprache bedingt waren.

Ausgehend von den in Vilnius herausgearbeiteten Schlüsselbegriffen, macht es sich das Wörterbuch auch zur Aufgabe, den Beitrag der Workshop-Teilnehmenden abwechslungsreich darzustellen und zu kontextualisieren. Es verknüpft Schlüsselbegriffen mit Aussagen der Going Public-Teilnehmenden und Beispiele der künstlerischen und kuratorischen Praxis aus dem regionalen und internationalen Feld der zeitgenössischen Kunst. Das Wörterbuch bietet also eine assoziative Grundlage für eine Erforschung verschiedener Definitionen und Begriffe des öffentlichen Raums und der public art.

Es verfolgt nicht das Ziel, einen vollständigen Überblick zu vermitteln; es spiegelt eher eine unendliche Vielzahl ziemlich willkürlich gesammelter künstlerischer und kuratorischer Ansätze und ein großes Potenzial für Interventionen wider: Das Wörterbuch stellt ein Sprungbrett für die Erforschung des Feldes der public art im regionalen und internationalen Kontext dar.

Wir bedanken uns bei allen Autoren und laden Sie dazu ein, das Wörterbuch zu studieren und Ihre Kommentare und Gedanken über diese interaktive Plattform zu teilen.

Wenn Sie das Wörterbuch ergänzen möchten, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail: Mail Symbolinfo@vilnius.goethe.org
Каtalin Erdödi, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Ksenija Оrejl Well-Connected

Das Mapping beim Workschop in Vilnius wurde mit Hilfe von Julia Kurz, Barbara Маhlknecht, Vera Lauf, Franciska Zólyom durchgeführt.

Teilnehmende Künstler, Kuratoren und Denker:
Definitionen: Alexey Iorsh, Siniša Labrović, Milijana Babić, Anna Samarskaya, Martine van Kampen, Benjamin Cope, Konstantin Skotnikow, Mara Vujic
Kuratorische Beispiele: Billboard Liberation Front, Božena Končić Badurina, Gildo Bavčević, Karmelo Bermejo, Julius von Bismarck, Igor Grubić, Gruppo A12, Mikhail Gulin, Nicoline van Harskamp, Hungarian Two-Tailed Dog Party, Alfredo Jaar, Jiri Kovanda, Lena Krasit, Andreja Kuluncic, Siniša Labrović, Kristina Leko, Chantal Mouffe, Kusum Normoyle, Joanna Rajkowska, Pedro Reyes, Anri Sala, Kamila Szejnoch, Pilvi Takala, Artur Żmijewski

Definitionen für das Wörterbuch sammelten Julia Kurz, Barbara Маhlknecht, Vera Lauf, Ksenija Оrejl, Каtharina Schniebs, Olga Vostretsova und Franciska Zólyom.

Kuratorische Beispiele sammelten Каtalin Erdödi, Ksenija Оrejl.

Übersetzung:
Vlad Agaskin, Sabrina Busse, Jennyfer Deffland, Jurij Dobriakov, Julija Fomina, Sergey Kliutschenovitch, Asta Vaičulyte

Partner:
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Well Connected, Kulturen des Kuratorischen. Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Alle Definitionen werden ohne Änderungen veröffentlicht, in der Form, in der sie uns die Autoren zukommen ließen.

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