Franziska Nast: Notes zur Arbeit
Franziska Nast transformiert. Die Ausgangspunkte der Arbeiten liegen in ihrem biografischen Werdegang als Chefin einer fiktiven Modemarke (www.fackfushion.com), Buchgestalterin, Tätowiererin, Einzelschicksal als Handkranke, Djane, Plattensammlerin, Gestalterin des Quick Magazins (Hrsg. Arno Auer, www.quick-magazine.com) und Mitbegründerin des Kunstverein St. Pauli (www.ferein.net).
Durch die Ausübung dieser Tätigkeiten eignete sie sich Arbeitsmethoden an, die sich als ihren Werkzeugkoffer bezeichnen lassen. Neben handwerklichen Fähigkeiten dient das Einnehmen unterschiedlicher Rollen und die Professionalisierung im jeweiligen Fachgebiet als Inspirationsquelle und auch als Grundlage für inhaltliche Fragestellungen ihrer künstlerischen Produktion. Techniken (Tätowiermaschine, Buchbinden, Texterstellung) werden für die Herstellung künstlerischer Arbeiten benutzt oder zweckentfremdet. Gleichzeitig fließen Neben- und Restprodukte (Stencils/Tätowiervorlagen, aussortierte Platten, gebrauchte Handschuhe) der ausgeübten Tätigkeiten direkt in ihre künstlerische Arbeit ein. Diese „Dinge“, Texte und Fragmenten ordnet sie fortwährend zu offenen Sammlungen und lege Archive an. Die Sammlungsgegenstände werden aus ihren vormaligen Kontexten und ihren Gesamtzusammenhängen gelöst, isoliert und re-kombiniert.

In Kombination mit Sprache und Erzählung, oft durch eigene Textproduktion auf einer poetisch-fiktionalen Ebene, entstehen Objekte, Wort-Bilder und Bild-Worte. Sie verstehe die Arbeit als anhaltenden Dialog. Vielfältige Zugangspunkte erlauben eine „einzelne“ Lesart nicht, sondern sollen dazu auffordern, neu zu verknüpfen.

Eine zentrale Rolle in der momentanen Auseinandersetzung spielen die seit Anfang 2010 entstandenen „Motivtafeln“, ein wachsendes Motivarchiv in Form großformatiger Papierelemente. Im letzten Jahr hatte sie die Gelegenheit, die Arbeiten an teils sehr andersartigen Orten (z. B. Hauptbühne des Staatstheaters Braunschweig, Fischhallen in Cuxhaven, Halle Zehn, Köln), in Gruppenausstellungen und in verschiedenen Kontexten zu präsentieren und sich mit ihrer Kombination und ihrem Verhältnis zum und im Raum zu beschäftigen. Sie versucht, unterschiedliche Raumatmosphären zu kreieren, beispielsweise in Form eines begehbaren Buches, bzw. Labyrinth-Situationen im Sinne von Alice im Wunderland.
Die Künstlerin Franziska Nast lebte und arbeitete im Juni und Juli 2012 mit einem Stipendium des Goethe-Instituts in der Kunstkolonie Nidden.








