Welche Lernform liegt mir? – Sprachlernangebote im Test

Das Angebot an Sprachweiterbildungen ist unüberschaubar. Stiftung Warentest durchforstet seit fünf Jahren den Dschungel an Sprachlernprodukten und Um den Verbrauchern für die Auswahl von Produkten und Dienstleistungen eine neutrale Unterstützung zu bieten, prüft die Stiftung Warentest seit 45 Jahren die unterschiedlichsten Waren vom Stabmixer über die Eigenheimfinanzierung bis hin zur Pünktlichkeit der Bahn. Seit einigen Jahren hat das Warentestinstitut auch das Sprachenlernen im Visier. Woran erkennt man einen guten Sprachkurs? Für wen ist eine Sprachreise die richtige Wahl? Und was muss bei der Auswahl eines PC- oder Audiokurses beachtet werden? Das Angebot an Sprachweiterbildungsmöglichkeiten ist groß und ohne klare Kriterien fällt die Auswahl nicht leicht.
Sprachlernangebote unter die Lupe genommen
Für ein erstes Sonderheft zum Thema Sprachenlernen schickte das Warenprüfinstitut vor rund fünf Jahren also erstmals versteckte Tester los, um an Sprachkursen teilzunehmen, Lernprogramme für den Computer zu spielen oder für Sprachreisen ins Ausland zu fahren. In den vergangenen zwei Jahren folgten dann zahlreiche weitere Tests zum Thema Wirtschaftsenglisch und zum Vokabellernen mit kleinen Lerneinheiten fürs Handy, sogenannten Apps.
Untersucht wurden vor allem Angebote für die Sprachen und Lernniveaus, für die sich in Deutschland besonders viele Verbraucher interessieren: Englisch für Fortgeschrittene und Spanisch für Anfänger. Die Angebote richten sich hauptsächlich an Menschen, die sich neben dem Beruf sprachlich weiterbilden wollen. Allein am ersten Testdurchlauf wirkten über 120 Testpersonen aus der Praxis mit. Zusätzlich wurde die Expertise unterschiedlicher Fachleute eingebunden: von Mediendidaktikern und Sprachwissenschaftlern über Spezialisten für Informationsanalysen bis hin zu einem Juristen, der die Unterrichtsverträge unter die Lupe nahm.
Quintessenz im Leitfaden
In einem kurzen, gut lesbaren und sehr informativen Leitfaden wurden jetzt die wichtigsten Ergebnisse dieser Tests zusammengefasst. „Diese Leitfäden erfüllen bei uns die Funktion einer testunabhängigen Verbraucherinformation“, erklärt Projektleiter Dr. Michael Cordes. „Die Testergebnisse fließen mit ein, es werden aber nicht bestimmte Angebote als positiv oder negativ dargestellt.“ Stattdessen gehe es darum, Laien zu einem bestimmten Thema zu informieren. Im Leitfaden zum Thema Sprachenlernen findet man nicht nur Informationen zu verschiedenen Lernformen vom Onlinekurs über die Lernsoftware bis hin zur Lernpartnerschaft, sondern auch hilfreiche Kriterien für die individuelle Entscheidung sowie praxisnahe Tipps fürs erfolgreiche Sprachenlernen: Warum sollte man lieber viermal täglich fünf Minuten als einmal am Tag zwanzig Minuten lernen? Welche Alternativen gibt es zum Auswendiglernen einzelner Wörter? Und was heißt es, mit verschiedenen Sinnen zu lernen?
Anhand von vierzehn Kriterien zeigen die Autoren auf, was einen guten Sprachkurs ausmacht – von der Beratung vor Kursbeginn über den abwechslungsreichen Unterricht bis hin zur Überprüfung des erreichten Lernniveaus am Kursende. Unter dem Stichwort „Finanzspritzen“ gibt der Leitfaden einen Überblick über die Förderprogramme von Bund und Ländern: von der Bildungsprämie über die Länderschecks bis hin zum Stipendium oder Bildungsurlaub. Abgerundet wird das Angebot mit Checklisten zu den Fragen „Welche Lernform ist die beste für mich?“ und „Wo finde ich passende Sprachlernangebote?“.
Zum Weiterlesen
Zum Weiterlesen bietet der Leitfaden schließlich zahlreiche Verweise auf Internetseiten, über die man beispielsweise kostenlose Podcasts zum Sprachenlernen, Vermittler von Sprachlernpartnern in aller Welt oder Weiterbildungsdatenbanken findet. Auf der Website von Stiftung Warentest kann man sich über einen Newsletter über aktuelle Testergebnisse informieren. Außerdem findet man hier zahlreiche weiter Informationen rund um die Themen Weiterbildung und Sprachenlernen – und natürlich den achtseitigen Leitfaden zum kostenlosen Download.
Janna Degener
arbeitet als freie Journalistin in Köln.
Copyright: Goethe-Institut e. V., Internet-Redaktion
August 2011
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