Freundschaftsbuch

Kristaps Petersons

Kristaps Petersons; Foto: Zigrida MurovskaKristaps Petersons; Foto: Zigrida MurovskaNach der Uraufführung in München und einer Konzertstation in Warschau ist „Money“, eine Komposition des Valmieraer Kristaps Pētersons, im Oktober 2013 auch in Riga zu hören. Als Auftragsarbeit für das Projekt „Woher? Wohin? – Mythen, Nation, Identitäten“ entstanden, wird das Werk vom Ensemble Modern in der lettischen Nationaloper zur lettischen Erstaufführung gebracht. Zeit für ein kleines Interview mit dem jungen Komponisten!

In Deutschland hat mich überrascht
Da ich schon oft in Deutschland war, zum ersten Mal in den 90er Jahren, kann ich schlecht sagen, dass mich da jetzt etwas überrascht hätte. Als ich das erste Mal da war, hat es mich schon überrascht: Da war eine völlig andere Kultur, die Menschen waren anders. Aber da ist lange her. Wenn wir allerdings von jetzt, vom aktuellen Projekt sprechen, hat mich auf jeden Fall in gewisser Weise das Ensemble Modern überrascht. Obwohl, meine Erwartungen stimmten ziemlich mit der Realität überein: ausgezeichnetes Ensemble, tolle Leute. Das entspricht wohl nicht ganz der Definition von Überraschung. Mir scheint, Deutschland ist ein sehr interessantes Land.
An Riga/Lettland erinnert mich in Deutschland
Im Großen und Ganzen gibt es keine Symbole oder Dinge, die mich direkt daran erinnern würden. Irgendwie trenne ich das: Deutschland ist Deutschland, Lettland ist Lettland. Andererseits gibt es natürlich die allgemeinen, menschlichen Dinge: Menschen sind überall Menschen mit eigenen Sorgen, Verpflichtungen, Freuden. Auf dieser Ebene – ja. Aber ich könnte nicht behaupten, dass ich irgendwelche konkreten Assoziationen gehabt hätte.
Ich bin ein Fan von
Diversität! Das hat auch mit der Antwort auf die vorherige Frage zu tun, dass für mich Deutschland Deutschland und Lettland Lettland ist. Ich finde interessant, dass es Verschiedenheit, verschiedene Kulturen, verschiedene Künstler, verschiedene Menschen gibt.
Wenn ich ein Tier sein dürfte, wäre ich ein/e…
In unserer Gesellschaft ist ein Künstler nicht selten ein Subjekt, das man mit Kakerlaken in einer Wohnung vergleichen kann. Wisst ihr, wenn ein Kakerlake einmal reingelassen wird, gibt es nach einer kurzen Weile schon sehr viele von ihnen. Kontrollieren kann man sie eigentlich nicht, sie loszuwerden ist schwierig, sie leben nach eigenen Regeln. Das könnte meine Antwort sein.

Kristaps Pētersons (Valmiera) ist Mitglied des Lettischen Nationalen Sinfonieorchesters, Mitglied der „Urbanen Folk“ Gruppe Gosti und Lehrkraft am Lehrstuhl für Komposition an der Jazeps Vitols Musikakademie Lettlands. Für „Woher? Wohin? – Mythen, Nation, Identitäten“, ein Projekt des Goethe-Instituts, hat er das Werk „Money“ komponiert, das vom Ensemble Modern am 9. Dezember 2012 in München uraufgeführt wurde und am 4. Oktober 2013 in Lettland aufgeführt wird.
Das Interview führte: Zigrida Murovska

Goethe-Institut Riga
September 2013

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