13. Deutsche Filmwoche

Wallers letzter Gang

© Goethe-Institut Regie: Christian Wagner
Deutschland 1988
Farbe, 100 Min., DVD




Bahnlinien mit ihrem Streckennetz haftet romantisch betrachtet ein signifikanter Symbolismus in Bezug auf Lebenswege an, der immer wieder vor allem in filmischen Zusammenhängen atmosphärisch installiert wird. Für den deutschen Spielfilm Wallers letzter Gang trifft dies in ganz besonderem Maße zu: Ein alter Streckengeher reflektiert bei seinem letzten Arbeitseinsatz entlang der Schienen die markanten Stationen seines Lebens.

Tag für Tag kontrolliert der alte Streckengeher Waller, ein zurückgezogener, wortkarger Mensch, seine Bahnlinie in einer ländlichen Region im Allgäu. Als dieser Streckenbereich stillgelegt werden soll, steht auch die Pensionierung Wallers an, und es kommt der Morgen, an dem sich der alte Mann zu seinem letzten Gang aufmacht, zum letzten Mal die vertraute Routine mit gewohnter Sorgfalt verrichtet, die mit den Jahren zu seinem wichtigsten Lebensinhalt geworden ist. Dieser finale, von Abschied umwitterte Einsatz führt ihn gedanklich auf die Pfade seiner Erinnerungen, so dass Waller entlang der Strecke noch einmal sein Schicksal betrachtet, das von Liebe, Schmerz, Verlust und zwei Weltkriegen geprägt wurde.


Weitere Filminfos
Regie Christian A. Wagner
Drehbuch Christian A. Wagner
Hauptdarsteller Rolf Illig, Sibylle Canonica, Franz Boehm, Volker Prechtel
Kamera Thomas Mauch
Produzent Christian A. Wagner
Produktionsfirma Christian Wagner Filmproduktion, Bayerischer Rundfunk (BR)
Premiere 1988
Auszeichnungen Filmband in Gold: Kameraführung (1989), Filmband in Silber: Weitere programmfüllende Filme (1989), Bayerischer Filmpreis: Produzentenpreis (1988), Preis der deutschen Filmkritik, „Alcances 90“-Preis: Bester Film (Premio „Alcances" 90, Cádiz, 1990), Preis für den besten Erstlingsfilm (Valladolid), Caméra d’Or: Spezielle Erwähnung (Cannes, 1989)

Christian Wagner (*1959)

studierte ab 1981 Neuere Deutsche Literatur, Theaterwissenschaften und Psychologie in München. Nach drei Ablehnungen an Filmhochschulen entschloss sich Wagner schließlich, Filme als Autodidakt zu drehen. Mit Wallers letzter Gang gelang ihm 1988 schließlich der Durchbruch.

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