Aus der Szene - aktuell

Laternennacht – unsere erste Lesenacht

Die Lesenacht ist ein Konzept der Leseförderung, welches seit 1988 in Schulbibliotheken und öffentlichen Bibliotheken in Deutschland, insbesondere in Bayern, sehr regelmäßig durchgeführt wird und trifft das Interesse und Gefallen aller, die in der Grundschule lernen. Derzeit existieren zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Thema, einige davon bieten auch gezielte Orientierung für die Durchführung dieser Aktivität.

Grundidee ist, dass die Bibliothek dazu einlädt, die Nacht lesend in ihren Räumlichkeiten zu verbringen mit dem Ziel, den Teilnehmern eine neue und angenehme Erfahrung mit Büchern zu verschaffen. Dies fördert das soziale Lesen und die Kommunikation. Der Ort ist zwar derselbe, aber die Erfahrung ist eine neue und unterhaltsame, da das Umfeld in der Nacht anders ist und es spielerische Gemeinschaftsaktivitäten gibt.

Das Programm der Lesenacht kann anhand der Erfordernisse, den Interessen und Möglichkeiten der Bibliothek definiert werden, welche die Veranstaltung organisiert. Allerdings gibt es ein paar Basiselemente zu beachten:

Bevorzugt nehmen Kinder ab einem Alter von 9 Jahren teil, da sich ab diesem Zeitpunkt der Prozess der Alphabetisierung konsolidiert hat und man nunmehr versucht das autonome Lesen anhand der individuellen Lektüre und eigenständigen Themenwahl zu fördern.



Die Veranstaltung besteht aus zwei Aktivitäten: eine gemeinsame Dynamik, welche das laute Vorlesen in der Gruppe umfasst, Spiele, „Vorträge“ und der Ideenaustausch über Bücher sowie ein gemeinsames Essen. Dieser erste Teil ist sehr lebhaft und heiter. Im Anschluss ist der zweite Teil des Abends der individuellen Lektüre gewidmet, welcher stattfindet, wenn es sich die Teilnehmer in ihren Schlafsäcken bequem gemacht haben und der das konzentrierte Lesen in jedoch entspannter Umgebung bevorzugt.

Während der Vorbereitung ist es sehr wichtig, die Eltern über die einzelnen Aktivitäten, die bei der Lesenacht durchgeführt werden, zu informieren. Insbesondere auch die Aspekte der Räumlichkeit, Betreuung, Sicherheit müssen den Eltern kommuniziert werden.

Normalerweise wird darum gebeten, dass die Teilnehmer einen Schlafsack mitbringen und ihnen wird natürlich ein Abendessen sowie ein Frühstück angeboten. Es ist auch möglich, dass sie ihr Essen selbst mitbringen und/oder gemeinsam ihre Sandwiches machen, wenn es die Gegebenheiten zulassen.

Die Schulen in Deutschland planen diese Aktivitäten meistens zum Wochenende oder im Falle der Bibliotheken auch in den Ferien. Die Umsetzung der Aktivitäten hängt natürlich immer von der Institution ab: manche laden auch Autoren oder Geschichtenerzähler ein, andere definieren spezifische Themen (Fantasy, Horror, Krimi, Fussball oder Comic). Wieder andere machen eine Rallye oder ein Quizz zu literarischen Persönlichkeiten.

Ebenfalls ist es üblich, dass die Bibliothek ein spezielles Szenario mit Kissen oder Zelten schafft oder auch thematisch die Räumlichkeiten speziell für die Lesenacht dekoriert.

Im Folgenden eine Bildergalerie der “Laternennacht”, die in der Bibliothek des Goethe-Institut Mexiko mit Unterstützung des Fondo de Cultura Económica am 23. April im Rahmen des Welttag des Buches organisiert wurde.


Karina Gutiérrez
Goethe-Institut
Mai 2016

    Lesen weltweit

    Das Portal bietet Informationen über erfolgreiche Projekte zur Leseförderung aus aller Welt. Sie werden als Ideenmodule zum Mitmachen und Nachahmen präsentiert und durch Berichte, Beiträge aus der Forschung sowie Interviews ergänzt.

    LifelongReaders

    Europäische Plattform zum Thema Leseförderung mit zahlreichen Artikeln zu Leseförderungs- aktivitäten, Fortbildungs- und Evaluationsprogrammen. [Gefördert im Rahmen des EU-Programms "Lebenslanges Lernen]

    Lesen in Deutschland

    Lesen in Deutschland sammelt und dokumentiert online verfügbare Informationen zum Thema Leseförderung, bereitet diese zielgruppenorientiert auf und bietet für Eltern, Großeltern, Lehrer, Erzieher, Bibliothekare und Experten sowie an ehrenamtlicher Arbeit Interessierte Anregungen und Unterstüzung.