Mit Stau- jetzt geht’s los liefert Heise ein Porträt von sechs jungen Rechtsradikalen in einem Plattenbauviertel in Halle. Der Film geht der Frage nach, wer diese Menschen sind, die sich hinter dieser ideologischen Festlegung verbergen. Nach seiner Ausstrahlung, wirft der Film heftige Debatten auf, besonders weil Heise nicht wertend eingreift.
In den Filmen Neustadt, Stand der Dinge und Kinder. Wie die Zeit vergeht. verfolgt Heise die Entwicklung der langsam erwachsenwerdenden Jugendlichen aus dem ersten Teil seiner Trilogie. In anderen Filmen beschäftigt sich Heise auf sehr persönliche Art und Weise mit der DDR-Vergangenheit (Mein Bruder, Eisenzeit) und in Sonnensystem verlässt er zum ersten Mal komplett den deutschen Kontext und beschäftigt sich im indigenen Norden von Agentinnen mit Individuen der indigenen Gemeinschaft der Kollas von Tinkunaku.
Thomas Heise wurde 1955 in Ost-Berlin geboren. Sein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf brach er ab, nachdem seine Projekte durch Änderungsauflagen boykotiert wurden und nahm Zuflucht beim Theater, wo er lange Zeit Mitarbeiter bei Heiner Müller war. Trotz aller Schwierigkeiten filmte Heise auch in der DDR weiter Unbequemes und Unerwartetes, auch wenn er das Material oft erst viele Jahre später verwenden konnte. Dank dieser Hartnäckigkeit bietet sein Werk heute ein einzigartiges Zeugnis, das unentbehrlich ist bei der geschichtlichen Rekonstruktion des Landes und seiner anonymen Protagonisten. In der Nachwendezeit entwickelt er sich zum prägenden Chronisten der gesellschaftlichen und sozialen Umstände in Ostdeutschland, seine Filme legen aber zunehmend eine gesamtdeutsche Psyche frei.








