Praktikum

Laura

Laura Kolbe
Laura Kolbe
Ich heiße Laura Kolbe und studiere in Zürich Schauspiel im Master-Studiengang. Im vergangenen Mai hatte ich die glückliche Gelegenheit, zu einem Seminar nach Polen zu fahren. Dieser Aufenthalt in Gdańsk hat mir sehr gefallen und mich so beschäftigt, dass ich beschlossen habe, mich für das folgende Semester an meiner Universität beurlauben zu lassen, um in Polen die polnische Kultur, Kunst, Geschichte und Sprache kennenzulernen.

Im Rahmen dieses Urlaubssemesters habe ich von Oktober bis Dezember 2011 ein fast dreimonatiges Praktikum am Goethe-Institut in Warschau absolviert. Als Praktikantin war ich der Sprachkursabteilung zugeordnet, habe aber auch die anderen Abteilungen kennen gelernt.

Während des Praktikums habe ich viel am Computer gearbeitet und Statistiken und Listen erstellt sowie Stipendienanträge bearbeitet. Ich habe bei Deutschkursen im Institut hospitiert. Außerdem habe ich Mitarbeiterinnen des Instituts begleitet, wenn sie in Regelschulen Deutschunterricht erteilt haben. So habe ich zwei Grundschulen, ein Gimnazjum, ein Liceum und ein Technikum besucht, was für mich sehr spannend war. Zwei dieser Schulen habe ich im Rahmen des Projektes „Deutsch-Wagen-Tour“ besucht. Dieses Projekt soll Kinder für die deutsche Sprache begeistern. Hier beteiligte ich mich an der Gestaltung des Unterrichts.

Große Freude hatte ich daran, das Programm für die Weihnachtsfeier der Kursteilnehmer im Goethe-Institut mitzuplanen. Dafür habe ich deutsche und polnische Weihnachtslieder zusammengestellt und gemeinsam mit den Kolleginnen Spiele vorbereitet.

Die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ hat für ihr Internetportal beim Goethe-Institut angefragt, ob jemand für ihre versteckte Kamera eine deutsche Touristin mimen könnte. Ich habe gerne dabei mitgespielt herauszufinden, wie gut das Servicepersonal im Warschauer Hauptbahnhof auf Touristen zur Fußball-Europameisterschaft vorbereitet ist. Es war spannend, dass die meisten Mitarbeiter mich verstanden und mir weitergeholfen haben. Auch Mitarbeiter, die über keine großen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügten, fanden Wege sich mit mir zu verständigen.

Zum Ende meines Praktikums habe ich Aufgaben erledigt, die mit der Präsentation des deutsch-französisch-polnischen Filmprojekts „Gekreuzte Blicke – Gemeinsame Visionen?“ zusammenhingen. An dieser Veranstaltung, die in der französischen Botschaft stattfand, konnte ich dann auch teilnehmen.

Mein besonderer Stolz gilt dem von mir angebotenen „Leseklub“. Die Idee dazu hatte ich während der Zeit des Praktikums, und die Mitarbeiterinnen des Instituts haben mich dabei sehr unterstützt.
An drei Terminen habe ich mit einer Gruppe von Interessierten jeweils einen speziellen Aspekt der deutschen Aussprache geübt und einen Ausschnitt aus einem deutschsprachigen Kinder- bzw. Jugendbuch gelesen. Wir haben zu ausgewählten phonetischen Schwierigkeiten wie zum Beispiel dem langen geschlossenen „e“ und dem Umlaut „ö“ Sprechübungen durchgeführt und das Geübte anhand der Textbeispiele vertieft. Die Aussprache für einen Moment zur wichtigsten Komponente zu erheben, war für die Klubteilnehmer neu. Ich konnte dabei als Schauspielerin meine beruflichen Fähigkeiten einsetzen und etwas Neues vermitteln.

Ich habe mich im Goethe-Institut gut aufgenommen gefühlt und hatte viele spannende Gespräche über das Institut ebenso wie über die polnische Geschichte und Politik.

    „kulturweit“

    Freiwilligendienst am Goethe-Institut und an Partnerschulen für Studierende und Abiturienten