Veranstaltungen

Harun Farocki erstmals in Warschau

im Rahmen des 9. PLANETE+ DOC FILM FESTIVAL

Ausstellung und Filmretrospektive
Mai–August 2012
Warschau
Ausstellung: 12.05.–19.08.2012
Ausstellungseröffnung: 11.05. 2012, 19.00 Uhr
Centrum Sztuki Współczesnej Zamek Ujazdowski
Warszawa, ul. Jazdów 2

Filmretrospektive: 12.05.–20.05.2012
Eröffnung der Filmretrospektive: 12.05. 2012, 19.00 Uhr
Kinoteka, PKiN, Saal Nr. 2
Warszawa, pl. Defilad 1

Die Eröffnung beider Veranstaltungen findet in Anwesenheit des Künstlers statt.
Harun Farocki wird auch bei folgenden Vorführungen anwesend sein:
- Arbeiter verlassen die Fabrik am 13.05. um 16.00 Uhr, Kinoteka, Saal 1
- und Red Line (Reg. José Felipe Costa) 13.05., um 18.30, Kinoteka, Saal 2.

Harun Farocki erstmals in Warschau. Ausstellung und Filmretrospektive ist die erste in Polen so umfangreiche Präsentation der Arbeiten Harun Farockis – eines deutschen Künstlers, der zu den interessantesten Persönlichkeiten der internationalen Kunst der Gegenwart gehört. Seit den 1960er Jahren dreht er Dokumentarfilme und ist gleichzeitig aktiv in Bereichen der Filmkritik und Filmtheorie tätig und seit den 90-er Jahren kreiert er Videoinstallationen für die weltweit wichtigsten Galerien und Museen. Sein zentrales Thema ist die Analyse der Wirklichkeit, die er mit der Reflexion über das Visuelle verbindet.
Die Ausstellung und sie begleitende Retrospektive seiner Dokumentarfilme sind das bedeutendste Ereignis des am 11.05. beginnenden 9. PLANETE+ DOC FILM FESTIVALS, eines der wichtigsten Filmfeste Polens und Europas drittgrößten Dokumentarfilmfestivals.

„Mit scharfsichtiger und kritischer Intelligenz untersucht Farocki Ambivalentes wie Verschleiertes und legt zweierlei offen: vollbrachte Handlungen aber auch die Art und Weise, wie gesellschaftliche Praxis das Handeln determiniert. Falls du ein Modell radikaler dokumentarischer Filmarbeit suchst, kümmere dich nicht weiter um das kluge Gerede im Fernsehen... lerne die Welt der kraftvollen und anspruchsvollen Werke Harun Farockis kennen.”
(Tom Gunning, University of Chicago)

"...almost too interesting to be art"
(Ken Johnson über Harun Farocki, The New York Times, 25.8.2011)



Harun Farocki; © Herta Hurnaus HARUN FAROCKI ist Autor von Dokumentarfilmen, Videoarbeiten und Installationen sowie Filmkritiker und Filmtheoretiker. Seit den 1960-er Jahren zeichnete er für über 100 Film- und Fernsehproduktionen verantwortlich, darunter für beinahe 70 Dokumentarfilme. Die radikalen gestalterischen Mittel sowie brennende gesellschaftliche und philosophische Thematik seiner Arbeiten machen ihn zu einem der interessantesten Künstler der zweiten Hälfte des 20. und des 21. Jahrhunderts.
Anfänglich gern von Kritik und Publikum übergangen, sicherte er sich in den 80er Jahren den Ruhm eines herausragenden Dokumentarfilmers und einen festen Platz im Programm der wichtigsten Filmfestivals. Seit Mitte der neunziger Jahre kreiert er auch Arbeiten im neuen Kontext der Galerie- und Museumsräume, in denen er - analog zu seiner spezifischen Filmsprache - vielfache Projektion verwendet.
Harun Farocki konzentriert sich auf Kritik der Wirklichkeit auf dem Wege der Betrachtung der Bilder, welche die Kultur der Gegenwart liefert. Er produziert keine neuen – er verwendet die bereits existierenden. Er interessiert sich für gesellschaftliche Mechanismen, insbesondere für diejenigen, die sich durch Ambivalenz auszeichnen: die Korrelation zwischen der Wissenschaft und der Kontrolle, der Beobachtung und Macht, Produktion und Destruktion und schließlich zwischen dem Bild und der Verantwortung für die Auswirkungen des Krieges sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen all jener gegenseitigen Abhängigkeiten. Gleichzeitig sind Farockis Filme und Installationen ein ständiger Dialog mit dem Film und seiner Wahrnehmung. Das Werk Harun Farockis ist einzigartig in seiner absoluten Eigenständigkeit – es gab weder Vorgänger noch einen Künstlerkreis von Gleichaltrigen, mit denen der Künstler gemeinsame Interessen geteilt hätte. Seine Filme sind zwar wohl beeinflusst von Klassikern der Filmkunst wie großen Experimentatoren, indem er aber die Gattung Filmessay und die Technik found-footage weiterentwickelte, erarbeitete Farocki sich seine eigene, unverwechselbare filmische Handschrift.

Kuratorinnen der Ausstellung:
Antje Ehmann – Autorin, Kuratorin, Videokünstlerin, lebt und arbeitet in Berlin.
Katarzyna Boratyn – Kuratorin Programm Medienkunst – KINO.LAB

Veranstalter:
PLANETE+ DOC FILM FESTIVAL, Stiftung Okonakino, Zentrum für Zeitgenössische Kunst Zamek Ujazdowski und das Goethe-Institut

Mit Unterstützung:
des polnischen Ministeriums für Kultur und nationales Erbe, des Außenministeriums der Bundesrepublik Deutschland, der Hauptstadt Warschau und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Medienpartner:
TVP2, TVP Kultura, Gazeta Wyborcza, Gazeta.pl, Trójka PR, Polityka, Stopklatka, empik.com, KINO, Aktivist, Exklusiv, Elle Decoration, STRÖER, PAP

„Deep Play“, Installationsansicht Kunsthaus Begenz 2010; © Harun Farocki/Markus Tretter 2010
Die Bilder sichtbar machen
Porträt, Interviews und Filme
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