Worte von Davi Kopenawa Yanomami
Wie ein Mensch leidet der Wald unter der Abholzung. Im Wald wohnen die Geister. Sie gilt es zu verteidigen und zu beschützen – vor den räuberischen Zerstörern. Von Davi Kopenawa Yanomami
Den Yanomami gehört der Wald nicht, sie leben lediglich in ihm, so denken die lügnerischen Weißen. Doch diese sind ebenso wenig die Besitzer des Waldes, sie wissen nur, wie man ihn zerstört.
Die wahrhaften Besitzer des Waldes sind die xapiripë-Geister. Sie wohnen in ihm, die Berge sind ihre Häuser. Die Geister der tierischen Ahnen und des Waldes sind die wahrhaften Besitzer der Wälder. Auf ihren Spiegeln spielen sie überall herum. Sollten die Weißen den Wald abholzen und die Spiegel der Geister zerstören, würden die xapiripë von großer Wut ergriffen. Sollten sie keinen Platz zum Spielen mehr haben, würden sie weit weg aus dem Wald flüchten. Dann würde das bösartige Wesen der Sonne, Mothokari, auf die Erde herunterkommen. Und sobald seine Füße die Erde berühren sollten, würde der Wald vertrocknen und von seiner Hitze zerkocht werden. Mit seiner Zunge würde es auch die Flüsse austrocknen.
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„Ich bin sehr froh über die Zusammenarbeit mit vielen internationalen Partnern. Wir kämpfen gemeinsam, um das Land, den Wald, unser Volk und unseren Fluss zu retten.“ (Davi Kopenawa Yanomami)
„Ich bin sehr froh über die Zusammenarbeit mit vielen internationalen Partnern. Wir kämpfen gemeinsam, um das Land, den Wald, unser Volk und unseren Fluss zu retten.“ (Davi Kopenawa Yanomami)
Man darf nicht denken, dass der Wald einfach auf den Boden gelegt wurde, und dass er tot ist. Er ist lebendig. Deswegen lässt er das wachsen, was wir essen. Seine Erde lebt, und deswegen bewegen wir uns und sind auch lebendig. Der Wald ist groß, und deswegen ist sein Odem auch lang; er ist wirklich ein übernatürliches Wesen, er ist die Rückenhaut des Himmels Hutukara. Man soll nicht glauben, dass die Bäume nicht vor Schmerzen schreien. Wenn große Bäume gefällt werden und sie auf den Rücken der Hutukara-Erde fallen, dann stöhnt auch sie vor Schmerzen. Wenn der Wald abgebrannt wird, leidet auch er, auf dieselbe Weise wie wir Menschen Schmerzen empfinden. Er schreit: “akaaai!“, aber ihr hört seine Stimme nicht.
Deswegen wollen wir den Wald verteidigen. Unsere Kinder kommen auf die Welt. Wir müssen diese Kinder ernähren. Unser Wald lebt immer noch, weil wir weise sind, weil wir nicht viele Bäume fällen. Wenn man Bäume ohne Maß abholzt und man überall Feuer legt, dann vertrocknet die Erde. Wenn es keine großen Bäume mehr gibt, die aufrecht stehen und das Wasser speichern, wie die Paranussbäume und die Sumaumas, dann vertrocknet der Boden. Es sind diese großen Bäume, die das Wasser [des Regens] aufsaugen und im Inneren der Erde bewahren. Und wenn die Erde vertrocknet, stirbt sie. Alle Bäume sterben dann, bis zum letzten. Die Flüsse und Gewässer kehren ins Innere des Bodens zurück, sehr weit, in die tiefsten Tiefen. Sollte dies geschehen, dann werden auch wir sterben. Deswegen lassen wir die Geister xapiripë tanzen, um den Wald zu verteidigen. Davi Kopenawa Yanomami
ist Schamane und Präsident der Hutukara Associacao Yanomami.
Übersetzung: Bruce Albert, George Bernard Sperber, Joachim Bernauer
ist Schamane und Präsident der Hutukara Associacao Yanomami.
Übersetzung: Bruce Albert, George Bernard Sperber, Joachim Bernauer









