João Barrento: Bei "Goethe"
Vor der Revolution
Bei "Goethe" konnte man denken - und zwar Dinge, die draußen undenkbar waren.
Bei "Goethe" konnte man lesen - und zwar Bücher und Zeitungen, die es nur in dieser Bibliothek gab (es ist heute noch so).
Bei "Goethe" hatte man das Gefühl, in Europa zu sein - etwas, das
viele Portugiesen seit dem englischen Ultimatum 1890 nicht kannten und
deshalb draußen, eben in Europa, suchten.
Nach der Revolution
"Goethe" war für viele die natürliche Verlängerung der Revolution - denn dort keimte sie teilweise auf.
"Goethe" ist heute, in einem Land, wo früher die Gallomanie
herrschte und nun "Uncle Sam" wie überall sich niedergelassen hat, ein
Ort der Differenz - denn auf Deutsch lässt sich anders denken, und das
"global village" bekommt plötzlich andere Farben und tiefere Konturen.












