Veranstaltungskalender

Hate Radio

International Institute of Political Murder (Berlin)

Theater
07. - 09.05.2013, 21.30 Uhr
Teatro Maria Matos
Avenida Frei Miguel Contreiras 52
1700 Lisboa
In Französisch und Ruandisch mit Untertiteln
14€ / Ermäßigt: 7€
218 438 801
bilheteira.teatromariamatos@egeac.pt
Im April 1994 wurde das Flugzeug des Hutu-Präsidenten Habyaruman bei der Landung in Kigali, Ruanda, abgeschossen. Dies brachte einen latenten ethnischen Konflikt zwischen der Hutu-Mehrheit und der Minderheit der Tutsi zum Ausbruch und legte den Zünder zu einen blutigen Völkermord. Man schätzt, dass in nur drei Monaten etwa eine Million Menschen der Ethnie Tutsi und auch Tausende gemässigter Hutus ermordet wurden. "Wenn man über einfache Möglichkeiten, den Völkermord in Ruanda zu verhindern, nachgedacht hätte", bezeugte der nordamerikanische Journalist Philip Gourevitch später, "wäre der Radiosender Radio-Télévision Libre des Milles Collines ein guter Ausgangspunkt gewesen".

Hate Radio, des Kollektivs IIPM - International Institute of Political Murder, ist eine getreue Rekonstruktion einer Sendung des populären ruandischen Radiosenders. Zwischen den Popmusik-Hits und der Übertragung von Sportereignissen enthielt das Programm von RLTM politische Kommuniqués und Aufrufe zum Rassenhass. Hate Radio zeigt, wie Rassismus funktioniert und welche Macht Sprache hat, irrationale Hassgefühle zu schaffen und zu verschärfen.

IIPM wurde 2007 gegründet und bedient sich des Theaters, der bildenden Künste und des Kinos. Es recherchiert minutiös, um historische Ereignisse zu rekonstruieren, die es für relevant hält. The Last Hours of Elena and Nicolae Ceausescu (2009/10) und The Moscow Processes (2012/13) sind andere Projekte dieses Kollektivs, die Beifall gefunden haben.

Text und Leitung: Milo Rau
Dramaturgie und konzeptuelle Unterstützung: Jens Dietrich
Szenarium und Modellzeichnungen: Anton Lukas
Darsteller: Afazali Dewaele, Sébastien Foucault, Estelle Marion, Nancy Nkusi, Diogène Ntarindwa (Atome)
Video und Tondesign: Marcel Bächtiger
Produktionsleitung: Milena Kipfmüller
Presseberatung: Yven Augustin
Wissenschaftliche Mitarbeit: Eva-Maria Bertschy
Videoassistenz: Jens Baudisch
Mitwirkung beim Tondesign: Peter Göhler
Dokumentarfilm: Lennart Laberenz & Daniel Seiffert
Akademische Beratung: Marie-Soleil Frère, Assumpta Muginareza & Simone Schlindwein
Produktion: The International Institute of Murder - IIPM

Das Goethe-Institut unterstützt diese Veranstaltung.

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