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Studienberatung mal anders – Studenten helfen Studenten

Jens Kristof © Sabine Lorenz

© StuSerDas Onlineportal StuSer, kurz für StudienService, will Studieninteressierten den Einstieg in das Studium erleichtern. Fragen an StuSer-Vorstand Jens-Kristof Klumpp.

Wie genau funktioniert die Seite? Wie kann mir StuSer helfen?

Mit unserem Portal StuSer ermöglichen wir seit Mitte 2011 Studieninteressierten den direkten Kontakt zu Studenten verschiedenster Studiengänge in ganz Deutschland. Die Hilfe von StuSer beginnt dann, wenn man zwar schon eine Studienrichtung im Kopf hat, sich aber gerne noch genauer über einzelne Studiengänge informieren will. Die Studenten, von uns genannt „Campus-Botschafter“ beantworten konkrete oder allgemeine Fragen zu allen möglichen Themen, die etwas mit „Studieren“ zu tun haben. So können die Schüler von den persönlichen Erfahrungen der Studenten profitieren und einen realitätsnahen Einblick in die Studienlandschaft bekommen. Wenn Fragensteller und Beantworter zustimmen, werden die Dialoge zudem veröffentlicht, sodass zukünftige Studieninteressierte vielleicht schon auf diesem Weg Antworten auf einzelne Fragen finden können.

Du bist selbst Student. Wie hast du dich damals für dein Studium entschieden? Hat dir jemand bei der Entscheidung geholfen?

Jens-Kristof Klumpp © Sabine LorenzIch persönlich wusste nach dem Abitur nicht so wirklich, was ich studieren sollte. Der Berufsfähigkeitstest beim Arbeitsamt empfahl mir Jurist oder Gärtner zu werden, ein psychologischer Eignungstest zeigte, dass ich eigentlich alles machen kann und selbst wusste ich nur, dass mich vielleicht etwas mit Technik und Wirtschaft interessieren würde. Nach längerer Recherche fand ich dann zwei Studiengänge, die mir vom Namen her irgendwie zusagten. Einer davon war Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wofür ich mich dann schlussendlich auch entschieden habe. Aber was genau steckte dahinter? Was lernt man als Wirtschaftsingenieur?

Nach einem Besuch in der Studienberatung der Universität war ich auch nicht wirklich schlauer. Die betreuende Dame war zwar sehr nett und kompetent, was formelle Dinge anging, aber wie genau das Studium abläuft, welche Fächer schwierig sind und was der genaue Inhalt der Fächer ist, wusste sie nicht. Gespräche mit ein paar Bekannten, welchen diesen Studiengang gerade studierten, halfen mir hier um einiges weiter und bestätigten mich in meiner Entscheidung. Wahrscheinlich hätte ich mir den ganzen Aufwand davor sparen können, wenn ich mich gleich persönlich mit Studenten unterhalten hätte.

An fast jeder Universität gibt es eine Studienberatungsstelle. Was ist der Unterschied zu eurem Portal? Was könnt ihr bieten, was die zentralen Stellen nicht haben?

Humboldt-Universität zu Berlin, Bildquelle: (CC BY-NC 2.0) pilot_micha, flickr.com

Die Studienberatungen der Hochschulen sind sehr kompetent bei Fragen zu Studienangebot und -aufbau oder zu den formellen Zulassungsvoraussetzungen wie z.B. NC, Praktika etc. Aber wenn es darum geht, zu erklären, was die jeweiligen Fächer beinhalten, welche besonders schwer sind und woran viele scheitern, sind der Studienberatung klar Grenzen gesetzt. Auch hinsichtlich des Studienlebens, wie z.B. die Wohnungslage und das Nachtleben sind, können sie nur wenig Auskunft geben. Die Berater der Uni haben eben den Studiengang einfach nie selbst studiert und können das meiste nur grob von außen beurteilen.

Als Student hat man viel zu tun, da bleibt nicht viel Zeit für Freizeit. Wieso sollten Studenten trotzdem Campus-Botschafter werden? Wie viel Zeitaufwand ist damit verbunden?

Hörsaal, Bildquelle: (CC BY-NC 2.0) uniinnsbruck, flickr.com

Der Aufwand, der einem Studenten als Campus-Botschafter entsteht, ist wirklich minimal. Man kann die Anzahl der Fragen, die man pro Monat beantworten will, selbst festlegen. Pro Frage benötigt man höchstens fünf Minuten – das sollte neben Lernen und Uni auf jeden Fall möglich sein, ohne dass die Freizeit zu knapp wird. Und das klappt anscheinend ganz gut, denn es hat sich noch keiner der Studenten über zu viel Aufwand beschwert.

Als Gegenleistung für ein entsprechendes Engagement stellen wir immer gerne Bescheinigungen über soziales Engagement aus. Im Vordergrund steht dennoch häufig ein ganz anderes Motiv: Viele Studenten, die sich bei uns angemeldet haben, gaben an, dass sie sich damals genau solch ein Portal gewünscht hätten. Da sie die Chance nicht hatten, freuen sie sich jetzt, mit wenig Aufwand anderen eine große Hilfe zu sein.

Was sind typische Fragen, die den Campus-Botschaftern gestellt werden?

Meist gehen die Fragen in alle möglichen Richtungen, so dass es eher schwer ist, eine „typische“ Frage zu beschreiben. Oft wird in irgendeinem Halbsatz gefragt, ob es dem Student an der Hochschule gefällt, ob man mit bestimmten Abi-Noten gut klarkommt im Studium oder auch wie man am besten an eine WG oder Wohnung in der Stadt kommt. Außerdem werden auch Fragen zu typischen Stolperstricken im Studiengang oder dem Anspruch des Studiums gestellt. Einige Fragen sind auch allgemeiner Natur und beziehen sich darauf, was man in einem bestimmten Studienfach generell macht. Aber ansonsten sind die Fragen sehr vielseitig.

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Für die Zukunft planen wir eine Integration der Studienberatungen der Universitäten, um auch über wichtige Formalitäten informieren zu können. Außerdem wollen wir Webinare von Studenten für Studieninteressierte anbieten, in denen Studiengänge vorgestellt und Fragen live beantwortet werden. Am wichtigsten ist uns aber, immer mehr Campus-Botschafter motivieren zu können, damit wir unser Informationsangebot weiter und weiter ausbauen können. Wir hoffen natürlich vor allem auch, dass die ehemaligen Studieninteressierten sich später als Campus-Botschafter engagieren, um auch den „Neuen“ für Fragen zur Verfügung zu stehen. Denn nur so kann StuSer immer weiter wachsen und vielen weiteren Studienanfängern durch das anfängliche Studiums-Wirrwarr helfen.

Sabine Lorenz
studiert Medienwissenschaften an der Universität Bonn und arbeitet als freie Journalistin.

Copyright: Todo Alemán
Oktober 2012

Originalsprache: Deutsch
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