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Finanzierungsmöglichkeiten eines Fernstudiums

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Ein Fernstudium ist gemeinhin eine kostspielige Angelegenheit. Neben den reinen Kursgebühren – die bei manchen privaten Anbietern durchaus zwischen 10.000 und 15.000 EUR betragen können – kommen oft noch Prüfungsgebühren, Gebühren für Materialien sowie, im Falle von Präsenzveranstaltungen, Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung hinzu. Doch braucht angesichts dieser Preise niemand auf ein Fernstudium verzichten, denn verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten machen den Weg zum akademischen Abschluss frei.

Fernstudium steuerlich absetzbar

Was viele nicht wissen, die Kosten eines Fernstudiums sind – unter bestimmten Voraussetzungen – steuerlich absetzbar. Bis zu 4000,- EUR im Jahr lassen sich auf diese Weise sparen. Ein dreijähriges Bachelor-Studium wird so mit 12.000 EUR gefördert – mit ein bisschen Glück hat man durch die steuerliche Absetzbarkeit die Kosten fürs Studium durch die Hintertür wieder herein geholt. Selbstständige setzen die Studienkosten im Rahmen der Betriebskosten ab, Angestellte als Werbungskosten.

Finanzierung mittels Studienkrediten und Bafög

© Alexandra Faust Da ein Fernstudium als ordentliches Studium zählt, gelten für die Gewährung von zinsgünstigen Studienkrediten und Bafög dieselben Regelungen wie für ein Studium an einer Präsenzuniversität. Das bedeutet, dass auch Fernstudenten einen Studienkredit (etwa über die staatliche Kreditanstalt KfW oder über die Hausbank) bzw. Bafög beantragen. Fernstudenten, die über den zweiten Bildungsweg das Abitur erworben haben und / oder eine Berufsausbildung absolviert und mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen können, haben die Möglichkeit, elternunabhängiges Bafög zu beantragen. Bei dieser Studienfinanzierung wird das Einkommen der Eltern nicht zur Berechnung herangezogen, der Student erhält automatisch den Höchstsatz.

Dabei können nicht nur deutsche Staatsbürger Bafög beantragen, sondern auch EU-Ausländer sowie Ausländer, die sich auf einen Aufenthaltstitel berufen können. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass der Studierende seit fünf Jahren seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Studienkredite sowie Bafög eignen sich vor allem für Vollzeitstudenten zur Finanzierung des Studiums sowie des Lebensunterhaltes. Im Ausland wohnende Studenten können sich auf Stipendien ihrer Heimatländer bewerben.

Fernstudium finanzieren für Berufstätige

Wer berufstätig ist, hat es hinsichtlich der Finanzierung des geplanten Fernstudiums ein wenig leichter, schließlich verdient man ein monatliches Gehalt, aus dem sich die Kosten fürs Studium bestreiten lassen. Allerdings haben auch berufstätige Fernstudenten mehrere Möglichkeiten, Zuschüsse zum Studium zu erhalten. Naheliegend ist es etwa, den Arbeitgeber mit ins Boot zu holen.

© Alexandra FaustViele Arbeitgeber finanzieren eine derartige berufliche Weiterbildung gern, schließlich hat auch das Unternehmen einen direkten Nutzen davon. Allerdings wird für ein unternehmensfinanziertes Fernstudium natürlich auch eine Gegenleistung verlangt. Meist wird vertraglich geregelt, dass sich der Fernstudent im Gegenzug für die Finanzierung mehrere Jahre fest an das Unternehmen bindet.

Förderprogramme des Bundes und der Länder

Wenig bekannt, aber sehr effektiv sind die verschiedenen Förderprogramme des Bundes und der einzelnen Länder. Derzeit fördern acht Bundesländer Weiterbildungsmaßnahmen wie z. B. ein Fernstudium. Dazu gehören Thüringen, Brandenburg, Hamburg, Bremen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Das Land Hessen stellt seit dem 30. März 2014 keine Qualifizierungsschecks mehr aus. Die Angebote heißen „Bildungsscheck“, „Weiterbildungsscheck“ oder „Qualifizierungsscheck“ und fördern Weiterbildungsmaßnahmen für Angestellte sowie zum Teil auch Selbstständige im Durchschnitt mit ca. 500,- EUR. Voraussetzung ist in der Regel, dass der Antragsteller seinen Hauptwohnsitz in dem Bundesland hat.

© Alexandra FaustNeben den Fördertöpfen der Länder bietet auch der Bund eine Reihe von Bildungsgutscheinen und Stipendien, die auch (und gerade!) von Fernstudenten genutzt werden können. Dazu zählen u. a. das Meister-Bafög, das Aufstiegsstipendium oder ein Weiterbildungsstipendium. Das Aufstiegsstipendium richtet sich dabei konkret an Berufstätige, die ein akademisches Fernstudium – meist in Vollzeit – aufnehmen wollen. Ein weiteres Instrument ist der Bildungsgutschein, der von der Bundesagentur für Arbeit ausgegeben wird und für zahlreiche Weiterbildungsangebote via Fernunterricht genutzt werden kann. Voraussetzung für die Teilnahme an einem solchen Programm ist jedoch, dass der Student bereits mehrere Jahre seinen Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat .

Wer jedoch als ausländischer Student ein Fernstudium an einer deutschen Fernhochschule aus dem Ausland absolvieren möchte, kann dies nicht mit deutschen Fördermitteln und Stipendien finanzieren. Weitere Informationen zur Finanzierung eines Fernstudiums in Deutschland sind unter folgenden Links zu finden:

http://www.bildungsserver.de/Foerderungsmoeglichkeiten-fuer-auslaendische-Studierende.-Stipendien-2416.html

https://www.daad.de/deutschland/stipendium/datenbank/de/21148-stipendiendatenbank/

http://www.bafoeg-aktuell.de/bafoeg/bafoeg-fuer-auslaender.html

http://www.bildungspraemie.info/

Die Seite bildungspraemie.info wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung betrieben und informiert über Stipendienmöglichkeiten des Bundes, u.a. für Fachkräfte, die noch einmal ein Studium aufnehmen wollen.

http://www.arbeit.nrw.de/arbeit/beschaeftigung_foerdern/bildungsscheck/index.php

http://www.qualischeck.rlp.de/

http://www.masf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.185138.de
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Redaktion von fernstudieren.de entstanden

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