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tripoly – Eine Stimme für junge Denker

© tripoly© tripolyEinen Verein zu gründen. Das hört sich erstmal nach staubigen Hinterzimmern in dunklen Kneipen und veralteten, festgefahrenen Strukturen an. Wie man das anders machen kann, zeigen die Gründer(innen) von tripoly.

Alle Studierenden eines geisteswissenschaftlichen Faches kennen das nur zu gut: Nach wochen- oder monatelanger Schufterei an einer Hausarbeit ist diese endlich fertig und wird, bei manchen pünktlicher als bei anderen, abgeben. Nach einer kurzen Freude darüber, dass nun neue Aufgaben in Angriff genommen werden können, folgt das Warten auf die Note. Nur: Was passiert danach mit dem geballten Wissen? Stundenlang wurde an Formulierungen gefeilt, Sätze wurden um- und wieder zurückgebastelt. Grübeleien wechselten sich mit dem Gedanken „das ist doch sowieso alles Unsinn“ ab. Und das alles nur für eine Note? Damit muss doch mehr zu machen sein!

Dieser Gedanke war der Anstoß für die Gründung des Vereins tripoly in Freiburg. Auch als Studierende muss es doch, fernab von renommierten Wissenschaftsmagazin, möglich sein, die eigenen Ergebnisse zu veröffentlichen. „Zuerst dachten wir an die Gründung eines Verlages um darüber ein Magazin zu veröffentlichen“, sagt Mitbegründer Simon Blunck. Aber dazu reichte das Startkapital bei weitem nicht aus. Also wurde in kleiner Runde nach Alternativen gesucht. Die Gründung eines Vereins war dabei die nahe liegende Alternative. Die Idee entwickelte sich immer weiter. Es wurde nach Alleinstellungsmerkmalen in der nicht gerade armen Magazinszene in Freiburg und Deutschland gesucht.

Drei Blickwinkel

Wer dann genau auf die Idee mit den drei Blickwinkeln kam, kann heute wohl niemand mehr sagen. Es sollten dabei möglichst viele Leute die Chance haben, in diesem Magazin zu veröffentlichen. Also einigte man sich auf die Blickwinkel „Wissenschaft“, „Journalismus“ und „Kunst/Kultur“. Mit dieser Ausrichtung ergab sich der Name des Vereins und des Magazins (fast) von selbst: tripoly - drei Pole und viele Ideen.

Dann ging's ans Eingemachte: Als Finanzierungsquelle wurden zunächst die Mitgliedsbeiträge von Freunden, Familie und Bekannten genutzt. Es mussten aber auch noch Menschen gesuchte werden, die ihre Arbeiten veröffentlichen wollten. Schließlich musste das erste Magazin gesetzt, gedruckt und vermarktet werden. Als das erste Heft mit dem Titel „Helden" in den Händen gehalten wurde, war das schon etwas Besonderes. Mit einer eigenen ISSN-Nummer versehen, sind Artikel aus diesem Magazin sogar in wissenschaftlichen Arbeiten zitierter.

Mehr als ein Magazin

© tripoly Inzwischen hatte die Idee eines neuen Vereins auch schon eine Eigendynamik entwickelt. Schließlich ist es auch auf vielen anderen Ebenen möglich, jungen Menschen eine Plattform zu bieten, um sich zu entwickeln und auszuprobieren. In der Vereinssatzung heißt es deshalb, der Verein wolle „Bildung, Kunst und Kultur durch Veranstaltungen wie Tagungen, Workshops, Präsentationen, Lesungen und Filmvorführungen" fördern. „Jeder soll sich einbringen können" unterstreicht Simon. Daher ist die Vereinsstruktur so durchlässig wie möglich. Die Mitglieder beeinflussen die Themenwahl des Magazins und sind auch sonst dazu aufgerufen, sich zu engagieren.

Mit Hilfe vieler engagierter Menschen konnten in den ersten drei Jahren des Vereins schon manche Veranstaltungen durchgeführt werden. Zum Beispiel eine Ausstellung im Freiburger Kunstraum ABER, ein Vortragsabend zum Thema Helden und verschiedene kleine Workshops. Dieses Engagement soll auch in der Zukunft genutzt und ausgebaut werden. „Wir sind ja keine nach außen abgeschottete Gemeinschaft" sagt Vorstandsvorsitzender Julian Mittermeier. Auch Nicht-Mitgliedern wird Unterstützung gewährt. Wichtig ist dabei, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen, ihre Fähigkeiten testen und dabei vielleicht sogar etwas Neues lernen. Der Verein bildet dabei die organisatorische Grundlage und wird, vor allem bei der Umsetzung des Magazins, von einer Redaktion unterstützt und geleitet.

Und wie geht’s weiter?

Da heute schon einige der über vierzig Mitglieder an verschiedenen Orten in Deutschland leben, ist es das gesetzte Ziel, in den kommenden Jahren über die Freiburger Stadtgrenzen hinaus zu wachsen. „Wir haben aus unterschiedlichen Richtungen sehr gutes Feedback für die Idee bekommen", freut sich Vorstandsmitglied Carlotta Holst. Wer jetzt Blut geleckt hat und seine/ihre Arbeit, Umfrage oder Kunstwerk veröffentlichen will, ist natürlich dazu aufgerufen, sich an die tripoly-Redaktion zu wenden. Platz für die eine oder andere Hausarbeit, Fotos, Gedichte, Interviews oder andere Ideen ist im tripoly-Magazin auf jeden Fall eingeplant.
Jonas Zink
‪fühlt sich in Portugal nach Schüleraustuasch, Praktika und natürlich Urlaub in Portugal fast schon so heimisch wie in seiner Studienstadt Freiburg. Dort hat er Portugiesisch als Nebenfach em Bachelor studiert, um sich im Master komplett seinem Hauptfach Geschichte zu widmen. Er ist Mitbegründer und aktuell Beisitzer im Vorstand von tripoly.‬

Copyright: Tudo Alemão
September 2015

Originalsprache: Deutsch
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