Studieren

Was kostet das Studium in Deutschland?

Studiengebühren und Nebenkosten verlangen dem studentischen Geldbeutel einiges ab. Copyright: colourboxDen ganzen Tag Spaghetti für die Zugfahrt am Wochenende? Studentische Lebenshaltungskosten in Deutschland.

„Das ist das Zimmer. Es sieht kleiner aus, als es ist. Über 5 m² müssten es aber schon sein. Das Bett können Sie einklappen, dann haben Sie Platz, um den Schreibtisch auszuziehen. Bei der Küche müssen Sie ein wenig aufpassen und den Kopf eventuell einziehen, die Decke ist sehr tief.“ Solche oder ähnliche Zimmerbesichtigungen und dazu noch unverhältnismäßig hohe Mietpreise können einem Erstsemester die Anfangsfreude auf die Studienzeit schon etwas vermiesen. Mit Studiengebühren und allerhand Nebenausgaben für das jeweilige Fach wird dem studentischen Geldbeutel Einiges abverlangt.

Der Großteil des Geldes geht für die Miete drauf

Mindestens 762 Euro braucht ein Student im  Monat. Copyright: colourboxDie Miete macht meist ein Drittel der Lebenshaltungskosten aus, wobei die Mietpreise in großen Städten wie München, Hamburg oder Köln am höchsten sind. Studierende zahlen dort durchschnittlich 342 Euro Miete pro Monat für ein Zimmer. In Ostdeutschland, in Städten wie Chemnitz, Dresden oder Jena sind die Mietpreise im Durchschnitt über hundert Euro billiger. Studentenwohnheime sind oft eine günstigere Wohnalternative. Allerdings müssen für weniger Miete oft lange Namenslisten auf der Wohnheimwaschmaschine, Gemeinschaftsküchen und kleine bereits möblierte Zimmer in Kauf genommen werden.

Die zweithöchsten monatlichen Ausgaben fallen auf Nahrungsmittel. Etwa 160 Euro geben Studierende im Schnitt für Ernährung aus. Hinzu kommen Kleidung, Fahrtkosten, Krankenversicherung und Freizeitausgaben von jeweils 60 bis 80 Euro sowie Arbeitsmaterialien für etwa 30 Euro und Telefon- und Internetkosten von ca. 40 Euro monatlich. Insgesamt errechnete das Deutsche Studentenwerk: 762 Euro sind pro Monat fällig. Zur Verfügung haben die deutschen Studierenden im Durchschnitt nach einer  Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von 2009 mit 812 Euro im Monat jedoch ein wenig mehr. Ganz im Gegensatz zu ihren internationalen Kommilitonen, sie bestreiten ihren studentischen Alltag mit durchschnittlich 725 Euro.

Andere Leute, andere Lebenshaltungskosten

Wie teuer ist das Leben in Deutschland? Copyright: colourboxNatürlich hängen die monatlichen Ausgaben stark vom persönlichen Lebensstil ab. Wer beispielsweise ein Auto besitzt, muss mit zusätzlich etwa 100 Euro monatlich rechnen. Wer den öffentlichen Verkehr oder das Semesterticket nutzt, zahlt meistens weniger. Martin bekommt eine hohe Unterstützung von seinen Eltern, sodass er in den Semesterferien teure Reisen in die USA unternehmen kann. Katharina hat schon eine Ausbildung und verdient nebenher so gut, dass sie sich ein aufwendiges Nachtleben leisten kann. Je nach Stadt und Club können die Eintrittspreise zwischen 3 Euro (Bielefeld) und 10 bis 20 Euro (Frankfurt) variieren. Ein Bier ist in Duisburg schon für 1,80 Euro zu haben, in München legt man dafür auch schon mal das Doppelte auf den Tresen. Tanja hat zwar einen kleineren finanziellen Spielraum, aber um auf Debattierturniere zu fahren, legt sie hin und wieder Ein-Euro-Tage ein. Den ganzen Tag Spaghetti mit Tomatensoße zu essen kann dabei zwar auf den Magen schlagen, aber dafür sitzt sie am Wochenende schon wieder im Zug nach Berlin, Münster oder Leipzig. Und auf den Turnieren ist das Essen inklusive.
Henrike Holzwarth
hat Rhetorik, Politik und Jura studiert und arbeitet als freie Journalistin und leitet Seminare für die Bundeszentrale für politische Bildung und gibt Kommuniktionsseminare an der Universität Ulm. Sie wohnt in Tübingen.

Copyright: Todo Alemán
April 2012

Originalsprache: Deutsch

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