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Kultur mal anders – die alternative Museumstour durch Berlin

© Tanja Bertele© Tanja Bertele

An Museen herrscht in der deutschen Hauptstadt wahrlich kein Mangel: Vom Pergamonmuseum mit seinen antiken Schätzen über diverse Galerien mit klassischen sowie modernen Kunst-
werken bis hin zum Deutschen Historischen Museum ist alles dabei, was das Herz von Kunst- und Kulturfreunden höher schlagen lässt. Doch welche Geheimtipps gibt es eigentlich, die nicht in jedem Reiseführer zu finden sind? Ich habe mich auf die Suche gemacht und an einem Nachmittag drei kleinere Museen besucht, die den großen Sammlungen in puncto Unterhaltung und Lernfaktor um nichts nachstehen!


Das Ramones-Museum

Mein erstes Ziel führt mich in den Bezirk Mitte, ins Ramones-Museum. In kuscheliger Wohnzimmeratmosphäre findet sich hier eine bunt zusammengewürfelte Sammlung von Fotos und Gegenständen, die allesamt irgendetwas mit den Urvätern des Punk zu tun haben und farbenfroh deren Erfolgsgeschichte nacherzählen. Ob Joey Ramones zerrissene Jeans, alte Tourpläne aus den Achtzigern oder original Ramones-Frisbeescheiben – dieser kuriose Mix weiß garantiert nicht nur Musikliebhaber zu begeistern. Und das Beste an allem: Bezahlt man einmal die 3,50 Euro Eintritt, bekommt man einen „Ramones-Button“ ausgehändigt, mit dem man das Museum jederzeit wieder besuchen kann – ganz umsonst!

Das Schwule Museum

© Tanja BerteleWeiter geht’s nach Tiergarten ins Schwule Museum. Das Schwule Museum ist das größte Museum auf meiner alternativen Museumstour und für einen Besuch sollte man auf jeden Fall genug Zeit mitbringen, damit man die Fülle an Kunstwerken auch ausgiebig auf sich wirken lassen kann. Auf vier Ausstellungsräume verteilt gibt es hier nämlich gleich mehrere wechselnde Ausstellungen, die sich mit schwuler, lesbischer, bisexueller und Transgender-Kultur und -Geschichte auseinander-
setzen. Über dem Museum befindet sich außerdem eine Präsenzbib-
liothek, in der man sich noch weiter in das Thema vertiefen kann.

Spannend!

Das Museum der Unerhörten Dinge

Zum Abschluss mache ich mich auf nach Schöneberg ins Museum der Unerhörten Dinge. Hier ist der Name Programm: Auf einer winzig kleinen Ladenfläche in einer unscheinbaren Seitenstraße findet sich ein buntes Sammelsurium an Gegenständen, deren Funktion oder Bedeutung sich einem oft erst erschließen, wenn man die zugehörigen Erklärungstafeln liest. Zu den kuriosen Dingen gehören unter anderem ein Rentiergeweih, der Bruststein von Thomas Mann und ein Bernstein aus dem legendären Bernsteinzimmer. Spannend an den Gegenständen sind besonders die Geschichten, die dahinter stehen – man sollte also auf jeden Fall gewillt sein, einiges an Text zu lesen, um hier auf seine Kosten zu kommen. Lehrreich und unterhaltsam ist das nämlich allemal, und dazu auch noch gratis!

© Tanja BerteleAls ich nach diesem Nachmittag voller Kultur die Tür des letzten Museums hinter mir schließe und in den Bus nach Hause steige bin ich geschafft, aber glücklich. Der Tag hat mich wieder einmal von der Vielsei-
tigkeit Berlins überzeugt und mir gezeigt, dass die Museenlandschaft der Hauptstadt auch außerhalb der ausgetrampelten Touristenpfade einiges zu bieten hat. Mit schmerzenden Beinen, dafür aber um jede Menge Wissen reicher, falle ich in mein Bett und freue mich über die rundum gelungene Museumstour.
Tanja Bertele
kommt ursprünglich aus dem schönen Süden Deutschlands und studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Linguistik in Berlin. Nach ihrem Studium arbeitete sie im Lektorat eines Verlags und schrieb 2014 als Ghostwriterin ihr erstes Buch. Momentan ist sie als freie Autorin und Lektorin tätig.

Copyright: Tudo Alemão
Mai 2014
Originalsprache: Deutsch.

     

     
     

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